Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1751705
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Mantcgua , 
An drea. 
zu allgemeiner Iienntniss brachte, und dadurch aufdie höchste Ausbil- 
(hing derselben mächtig und wohlthiitig einwirkte. Ueber die Zeit, in 
welcher hilalntegtia diese liunst zwiiben begann, ist man nicht ei- 
nig. Vasari sagt nur, Maxitegna habe, wie A. Polliajuolo, Vergnü- 
gen daran gefunden, in Kupfer zu stechen, und unter andern sei- 
nen lä-iuxiqwhzng herausgegeben. Im Leben des Marc-Anton wie- 
derholt er diese Notizen mit der kleinen Variante: Nlantegna sei 
in Rom mit den Hupferbliitterxi bekannt geworden, welche B. Bal- 
dini nach den Entwürfen des S. Botticelli gestochen, und habe 
mm, dadurch veranlasst, ebenfalls viele seiner eigenen Werke in 
Kupfer gebracht. Baldinncci in der Einleitung zu. seiner Geschichte 
der [inpferstecherhunst ordnet diess so, dass es scheine, als, sei das 
Schlachtstiiclt, welches Pollajuolo gestochen, hauptsächlich" Verein.- 
lassung gewesen, dass Andrea sich im Iiupferstich versucht und 
seine 'l'riumphe herausgegeben habe. Hierbei nun, sagt Schorn 
(l. c. 292 ikninerk.) wäre so viel nicht einzuwenden, wenn man in 
Betracht zieht, dass InnocenzVlIl. auch den Pollajuolo in seinen 
Dienst hatte, welcher den Plan zur Villa Belvedere fiii- ihn entwarf, 
ja man könnte sogar daraus folgern , [Ylantegna habe die Iiupfer- 
stecherkunst erst von Pollajuolo gelernt, wenn nicht aus dem Ver- 
gleiche seiner Iiupferstiche wahrscheinlich würde, dass er schon 
früher, als er an den Triumphzug dachte, Versuche in dieser liunst 
gemacht hatte, (Ottley an lnquiry etc. II. 492) wie denn auch Va- 
sari in der zuletzt genannten Stelle den Mantegna als einen der 
ersten nennt, welche sich in Italien damit bescbiiftiget hätten. Calvi 
im Leben des Franciap. 11 glaubt sogar, er habe schon in der 
Schule des Squarcione das Iiupferstechen begonnen, aber" er ist der 
einzige, der diese Kunstbemiihungen des Mautegiua in so friihe 
Zeit setzt. Nach Baldinuccfs Angabe, welcher Bartscb P. gr. XIII- 
225 folgt, begann Mantegna erst gegen 1490, da er schon fast 60 
Jahre alt war, das Ilupferstechen. Von Quandt (Anmerkung zum 
Lanzi Il. 251) und Zani (lNIateriali etc. p. 65) dagegen stimmten 
mit der obeln ausgesprochenen Meinung überein, dass er_ friiher 
müsse angefangen und einen grossen Theil seiner besten Jahre da- 
rauf verwendet haben. Bartsch gibt als Grund für seine Behauptung 
an. dass die Stiche des ltnelrcsas, welche den," nach Bartsch Angabe 
um 1.153 gemalten 'l'riumph (genau) darstellen, seine ersten Ver- 
suche im Hupferstechcn- zu seyn scheinen, und dass also Andrea 
wenigstens vor dieser Zeit nicht in liuiafei" gestochen habe. Bartsch 
isßhier, nach dem was wir friiher beibrachten, mit der Zeit im 
Irrthuin,-und dann fügt von Qnandt (l. c.) noch die Bemerkung 
bei, dass Unvollkommenheit eines Werkes kein Grund sei, solches 
fiir den ersten Versuch eines Dleistcrs zu halten; denn oft sind die 
späteren-eines Iiiinstlers rnissrathener, als seine frühem. Sodann 
sind aber diese Blätter gar nichLnls misslungen zu betrachten, 
sondern Quandt meint, es dürfte lYIantegna nur einen neuen Ver- 
such dadurch gemacht haben, die VVirbungen des l-iolzschnittes 
nachzuahmen, und mit den des liupferstiches zu vereinigen. Dinge 
nun dieser Versuch gerathen oder misslungen seyn, 0b es Andrea's 
erster Versuch in dieser neuen liunst des Stiches, oder ein späte- 
rer sei. So weit von Quandt, und weil es nun hier von den er- 
sten Arbeiten des Meisters die liede ist, S0 möchten wir nament- 
lich zwei Blätter anführen, derexl Bartsch nicht erwähnt. Wahl" 
scheinlieb wegen ihrer ausserordentlicben Seltenheit. Sie befinden 
sich im königl. liupfersticbliabixiet zu Paris, und Dr. VVaagei: er- 
wähnt ihrer, jedoch ohne Bezeichnung des Maasses, liunst- 
rrerkc und Künstler in England und Paris III. 692. Das eine stellt
        

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