Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1751547
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Mansart , 
J ulcs 
Ilardouin. 
liiuterterem Sinn zu urtheilen versteht. Man hielt es für ein aus- 
serordentlich günstiges Geschick, dass Ludwig XIV. in lNTansart 
einen Mann gefunden, der geeignet war dessen grossartige Ideen 
zu verwirklichen. Man rühmte seine lebhafte und glänzende Ein- 
bildungskraft, die sich ebenso gut in's Einfache, wie in's Galante, 
in's Erhabene, wie in's Prächtige zu finden wusste. Für's lYIaje- 
stiitische zeugt seine Invaliden  liirehe und besonders die Kuppel 
derselben, die an Pracht jene von St. Peter und der heil. Sophia 
übertrifft. In der Prolilirung gesteht ihm d'Argeusville die höchste 
Vollkommenheit zu, und dass er mit eben so viel Geist, als sein 
Oheim, noch mehr Eleganz vereiniget habe. Sein Genie sprachen 
ihm auch seine Nachfolger nicht ab, wohl aber das Prädikat eines 
Baumeisters. Dann heisst es. dass ihm Niemand die Ehre streitig 
machen könne, seinen Gebäuden zuerst den angemessenen Charak- 
ter ertheilt zu haben. Sein Enthusiasmus liess ihn oft die Schran- 
ken der Wissenschaft überschreiten; cVAi-gensville meint aber, 
seine Freiheiten seien immer so verführerischen Grazien vergütet 
gewesen, dass nur ein geiibtes Auge solche zu unterscheiden ver- 
mochte. Selbst seine Fehler nennt d'Argensvillr: glücklichd). Und 
so suchte man bei Mansart das Bittere des Tadels immer zu ver- 
süssen; nur Milizzia ist unter den frühern derjenige, der seine 
Ansieht ungeschmiickt hingibt. Er tadelt an Versailles die traurige 
Lage, den kleinlichen Geschmack an den iiusseren Verzierungen, 
das Monotone der Faeade von der Gartenseite, die versteckte Stiege, 
das Unzusamixienhängende der Gemächer u. s. w., den übertriebe- 
nen Schmuck an allen seinen Gebäuden. Dagegen lässt er seiner 
Anwendung der Säiulenordnungen , seinen sinnreiehen Compositio- 
nen und besonders der Gestaltung seiner Cuppeln alles Hecht wie- 
deriahren. Mansart starb zu Marly eines plötzlichen Todes, sein 
Leichnam wurde aber nach Paris gebracht, wo man in der St. 
Panlskirche das von Coyzevox gefertigte Mausoleum des Künstlers 
entstellte. 
Ausser dem erwähnten Schlosse von Clagny ist noch gestochen: 
Faeade de POrangerie de Versailles, von J. B. Nollie; Faee d'une 
des Ecuries, Jib., von Le Pantre; Vue de PHötel de Vrilliere, 
Faees de Pllötel de Conty, de Carnavallet, et de PEgIise des Mi- 
ninies, von Ungenannten. Ferner ist bekannt: Plans, elevatiuns, 
vues, coupes et Profils de Pliötel royal des Invalides, 21 Blätter, 
mit denjenigen, welche die Kirche vorstellen. Es sind dieses I4 
Blätter Profile und Durchschnitte der neuen Kirche, die ursprüng- 
lich nicht für's Publikum bestimmt waren. Diese Blätter, zu De 
visen etc. anfänglich bestimmt, sind jetztisehr selten zu iin. 
den. Im Jahre 1706 erschien zu Paris ein anderes Werk über die 
Invalidenkirche, welches Ludwig XIV. bei seinem Besuche der 
Iiirche überreicht wurde: Description de Pßglise royale des Inva- 
lides, avec toutes ses architecture, ornemens, basreliets, peintures 
et tableaux par M. Felibien des Avaux, fol. Felibien gab schon 
1702 eine Beschreibung des Hotels heraus, diese in 12. mit I'M) 
Vignetten. Eine spätere Beschreibung hat den Titel: Histoire de 
Pllotel Iioyal des Invalides, ou l'un verra les seeours, que nos 
Reis out procures etc. Par J. J. Granat; enrichie d'estanipes re- 
presentant les plans, eoupes etc., Paris 1756, gr. fol. An diese 
snhlicsst sich: _l)eseripti0i1 historique de PHötel des Invalides par 
M. l'Abbe Perau, Paris 1756, fol. Ueber die Merkwürdigkeiten 
von Versailles s. Nouvelle cleseription de la ville, chäteau et parc 
de Versailles, PIlTiS 1820. 
Das Leben dieses Iiünstlers beschrieb Perrault: Vues des hem-
        

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