Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1750962
Elmu beschädiget, den Einsturz; es ist aber zu wünschen, dass 
die Sicherung auf eine der Pracht des Denkmals angemesse 
nere Weise als bisher geschehen möge. Ueber dem Haupteingang 
dieses Schlosses, jetzigen Arsenals, im Innern- des Hofes,.befindet 
sich ein schönes Relief der Madonna mit zwei Engeln, welches 
nach L. Schurn von Giuliano seyn könnte, da es dem Gefühl und 
Style nach verschieden von den harten und steifen Figuren am 
Triumphbogen ist.    
VonvGiuliano ist ferner die Verzierung der Porta Capuana von 
weissem Marmor mit Pilastern in compositer Ordnung. Man hat 
leider eine entstellende Attika darauf "angebracht". In Rom baute 
Giuliand im ersten Hof-des Pallastes von St. Peter die Loggien von 
Travertinstein mit drei Säulenreihen übereinander. Man hat die- 
sen Hof für den naehmals von Bramante und Rafael umgeänderten 
Cortile di S. Damaso genommen, wahrscheinlich aber gehört er 
demivon Paul II. errichteten Theile des vatikanischen Pallastes an, 
welcher unter Paul V. wegen Verlängerung der Peterskirche nieder- 
gerissen wurde. S. Platnen etc.' Beschreibung von Rom Il. 1. 295. 
Nach der Zeichnung dieses Künstlers wurden auch dieMariixor- 
loggien gebaut, von welchen der Palast den Segen ertheilt; ein 
grosses YVerl-z; mehr _zu bewundern aber ist der Pallast, welchen 
er zugleich mit der Kirche des heil. lVIarcus zu Rom für Pabst Paul 
errichtete, dieses 1455." nach mehreren damals geschlagenen Me- 
daillen mit der Facade des Gebäudes zu urtheilen. Dieses ist einer 
der grössten Palliiste Roms, in eigenthümlichern crnstem Style, ohne 
antiken Prunk. Der Pallast erinnert durch die Zinnen, welche das 
Dach umgeben, an die Festungswerke des italienischen lYIittelal- 
ters. Die Fenster sind im vorgothischen Geschmacke angelegt: 
zwei kleine von_einen1 grösseren umgebene Bogen, die in der 
Mitte, wo sie sich vereinigen, von einer Säule getragen "werden. 
Der Thurm desselben" erinnert an die in dieser Zeit erbauten Glo- 
ckenthiirme der Iiirehen S. Maria dell' Anima und S. Spirito in 
Rom. Vasari sagt, der Künstler habe dabei eine unendliche Menge 
von Travertinsteinen in der Nähe des Triumphbogens des Coustan- 
tins ausgegraben, die Gegenpfeiler der Fundamente einer Seite 
des Colosseums waren, welches auf jener Seite zusammenstürzte, 
weil vielleicht das ganze Gebäude nachgab, wie Vasari meint. Bot- 
tari glaubt, hieraus sei die Fabel entstanden, dass das Colosseum 
auf der Abendseite niedergerissen werden sei, um die Steine, zum 
Marcuspallaste zu verwen en. Allein die Abtragung dieses Theiles 
geschah weit früher. Gleiche Bewandtniss dürfte es nach Schorn 
auch mit Erbauung des farnesischen Pallastes haben, von welchem 
ebenfalls die Sage geht, Paul III. habe, um die dazu nüthigen 
Steine zu gewinnen, das Colosseum einreissen lassen.  Von Rom 
aus sandte der Pabst den Architekten nach Loretto, woselbst er 
das Schiff der Kirche neu gründete, dieses 1464. wie aus Thiersch 
Reisen etc. I. 118!!- zu ersehen ist. Dass Benedetto die Kuppel ge- 
wölbt habe, erwähnen wir im Artikel desselben. Giuliano- musste 
nach Neapel zurückkehren, um die dort angefangenen Arbeiten zu 
vollenden. Er baute jetzt ein Thor nach dem Schlosse zu, bei 
welchem mehr als 30 Figuren anzubringeawaren, die Benedetto 
in Florenz verfertigen sollte. Durch den Tod des Königs blieb. 
das Werk unvollendet, und jetzt sind alle Ueberreste verschwuns 
den. Der Künstler starb zu Neapel noch vor dem Könige, in ei- 
nein Alter von 70 Jahren, wie Vasari versichert; allein man wird 
aus dieser Angabe nicht klug. Alfons I. regierte von 1455 bis 
1453; ihm fegte in Neapel Ferdinand l. bis 1494, wo Alforß
        

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