Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1750949
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ßlüjilnÜ x 
Griuliano 
di Nardo 
sind mit den Construlstionen zum Behuf ihrer Einrichtung und mit 
den Declaenverzierungen des Brlarcu de] Tasse und dessen Brüdern, 
Domenico und Giuliano, noch vollkommen erhalten. An dem in- 
neren Bogrcn der Marmorthiire brachLe der Hiinstler die Figur der 
Gerechtigkeit an, welche Vasari noch sah, die aber jetzt nicht 
mehr vorhanden ist. 
Mnjauo baute ferner an der Iiirche delle Grazie ausserhalb Arezzo 
eine Treppe und Siiulenhalle vor die Eingangsthiire. Dieser l'or- 
tilsus ist noch Wohl erhalten, nur die Treppen mussten später. an- 
ders gelegt und Werlaleinert werden. Vzisari riihmt dieses Nleister- 
werla den Künstlern besonders zur Betrachtung an. Im Leben des 
Giuliano, sagt er, auch Bcnedetto habe die Kuppel der von jenem 
angefangenen Iiirche zu Loretto gewölbt, im Leben Benedetltfs 
übergeht er dieses. Bei seinem Landgutc ausserlmlb Ifrato vor 
dem '.l'hore, welches nach Florenz führt, baute. er eine schöne 
Iiapelle, und in der Nische derselben stellte er eine herrlich aus 
Erde geformte Madonna auf. In der Höhe brachte er zwei nicht 
minder trellliche Engel mit Leuchtern an." Als Altarbild stellte er 
den todten Christus, die Madonna und St. Johannes in Marmor 
dar, wunderbar schön, vrie Vasari sagt. Diese Kapelle mit sämmt- 
liehen Plastischen Arbeiten ist noch erhalten. 
Bei seinem 1498 im 54. Jahre erlblgten Tode fanden sich noch 
unvollendete Sculpturen und Zeichnungen. Sein Vermögen be- 
stimmte er nach Ableben einiger Verwandten dem Bigallo, und 
unter den Gegenständen, die er diesem hintcrliess, sind auch zwei 
Statuen des heil. Sebastian und der TvIaclunna, welche man jetzt in 
der Misericordia sieht. Die Zeichnung der Madonna s. bei Cicog- 
nara II. 15, der sie samnit dem erwähnten Medaillen am Grabmale 
des Strozzi unter die besten YVei-lie dieses Jahrhunderts rechnete. 
Auf seinem Grabmal im Souterrain vo-n S. Lorenzo liest man: Ju- 
lirino et Benedihto Leonardi (T. de lllajano et suornm MCCCCLXX. 
Üeber den daraus entstandenen Streit, ob Giuliano Ilenedettifs 
Oheim oder Bruder gewesen, s. Giuliano de Majdno. Yhgl. auch 
VnsarPs Leben der ausgezeiehnetsteai Maler etc. Aus dem Italieni- 
schen von L. Schorn lI. 2. Abth. LXXIIL, wo das Leben des 
Iiiinstlers mit Anmerkungen zu lesen ist. 
Iililjilflß, GlülmllQ dl NQPdÜ da, Bildhauer und Baumeister, 
Oheim oder Bruder des Bartolumeu. Migliere schloss in den Osser- 
vazinni aus der unter Benecletto erwähnten Inschrift am Grabmale, 
der von Vaseri oft erwähnte Giuliano sei nicht Benedettds Oheim, 
sondern sein Bruder gewvesexl; Bottari aber suchte ihn durch die 
Verniuthung zu widerlegen], es möchten zwei Giulinni existirt ha- 
ben, (obgleich von einem zweiten nichts bekannt ist. L. Schorn 
zum Vasari II. 2. Abth. S. 261 meint, Vasari würde bei Aufzählung 
der ausgezeiehnetsten Holzarbciter den Bruder des Benedetto, zu 
mal wenn die Schränke der Sahristei, des Domes und _die Einfas- 
sunnr um den Iiauytaltar seine und nicht seines Oheims Werke ge- 
wesen wären, schwerlich mit Stillschweigen übergangen haben. 
Diese Zweifel heben sich durch richtigen Deutung der Worte: et 
suorum, welche bezeichnen, dass nur einer der Genannten ein 
Sohn Leonurdrfs gewesen, der andere aber Sohn einer dem Leo- 
nardo angehörigen lüxmilie. Leonardo wird vorzugsweise als Stamme 
herr des Hauses genannt. 
Ginlianrrs Vater war Steinmetz, der auf der Höhe von Fiesule, 
da wo sie hlajaxir) genannt wird, lange lebte, bis er naeli Flo- 
renz zog, unreine Niederlage von zugehaueneix Steinen zu errich-
        

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