Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1750583
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Mabnse , 
Jan 
van. 
iilr ein sehr verwaschenes Bild der früheren Zeit Holbeixfs er- 
ärt. 
In der Bildersammlung zu Castle Hovvard ist eine Anbetung der 
Könige von Mabuse, ein reiches Bild mit 50 namhaften Figuren, 
etwa Ö F. hoch und 5 Fuss breit. Dieses aus der Gallerie Orleans 
stammende Bild bestäliget Dr. VVaageNs Vermuthun , dass der 
Künstler schon vor seiner Reise nach Italien bedeutende Werke in 
der rein niederländischen Weise der Schule "der van Eyclt ausge- 
führt haben muss, während man ihn gewöhnlich nur nach den 
manierirten Bildern im italienischen Geschmaclae, welche er wäh- 
rend und nach seiner Reise gemalt, zu beurtheilen pflegt. In die- 
sem Bilde steht cr keinem der beiden berühmtesten gleichzeitigen 
Meister in den Niederlanden, dem Bogier van der Weyde und 
dem Quintin Messys nach. In dem Adel, der Feinheit, der Ma- 
nichfaltigkeit der Charaktere ist er nach VVaagenE Ucberzeugung 
ihnen überlegen, in dem Ernste und der Energie ihnen gleich. 
Die Verhältnisse der Figuren sind schlank, die Hände fein, aber 
etwas lang und mager. In die fliessenden und weichen Hauptrun- 
tive der Gewänder mischen sich einige schärfere Brüche. Alle 'l.'heile 
dieses Bildes haben ein sehr bestimmtes und scharfes Modell. das 
Fleisch ist meist in den Schatten von tief bräunlichem, in den Lich- 
tern warm gelblichem Ton und minder klar, als bei den andern 
beiden Meistern. Die Ausführung ist durchgängig von bewunde- 
rungswürdiger Gediegenheit und Strenge. Die Iirone des knieen- 
den Königs und der Deckel seines Gefässes ist noch in der alten 
Technik mit Goldgelb ausgeführt. Dagegen sind die Goldstoiie der 
Gewänder schon in der späteren, minder guten Art gemacht, wo- 
nach die ganze Fläche mit brauner Farbe angestrichen, die Mu- 
ster mit Schwarz hineingezeichnet, die Lichter mit Ockergelb hin- 
eingestrichelt werden, Die Zusammenstellung der theilweise gebro- 
chenen Farben ist von sehr harmonischem Gefühl. Hierin, wie in 
allen Haupttheilcn, stimmt es nach Dr. Wangen durchaus mit der 
Kreuzigung Christi im k. Museum zu Berlin, welche früher dem 
Hemling (Mernling) beigelegt wurde. Nur hat das Berliner Bild 
durch früheres verwaschen seinen warmen Ton und sein altes Mo- 
dell verloren, während das Bild in Castle Howard von einer Er- 
haltung ist, als 0b es erst gestern vollendet wäre. Ein Köpfchen 
mit einem Federhut in einem Fenster möchte nach Waagen das 
Portrait des Mabusc seyn. Irrig glaubt man dort auch die des 
A. Dürer und L. van Leyden zu erkennen. Die Architektur des 
Gebäudes ist nicht gothisch, sondern zeigt schon einen Einfluss 
von Italien. Dieses Bild erklärt Dr. Waagen nicht nur für das 
noch übrige Hauptwerk des Künstlers, sondern als eines der vor- 
züglichsten der ganzen altniederländischen Schule. 
Zu Althorp, dem Landsitzc des Grafen Spencer, ist von ihm 
ein heil. Hieronymus in der Mitte zweier Seitenbilder, rechts die 
Heimsuchung, links Franz und Max Sforza, Herzoge von Mai- 
land. Dieses Bildes erwähnt Passavant in der Iiunstreise durch 
England und Belgien, so wie des folgenden. 
In St. Donat zu Brügge war ehedem eine Iireuzabnahme mit 
zwei Fliigelbildern, worauf Johannes der Täufer und.der Apostel 
Petrus in reicher Architektur. Dieses sehr sorgfältig vollendete Bild 
hat die Unterschrift: JOAES MALBOGI PINGEBAT ANNO 1521, 
und vor wenigen Jahren kam es in den Besitz des H. Solly in 
London. 
In der Weise des J. Mabuse gemalt ist dagelbgg in der Frauen: 
kirche eine Mater dolorosa in einer Nische mit architektonischen
        

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