Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1750238
Luini 
Lovino , 
oder 
Bernardino. 
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Luini oder Lovino, Bernardmo, Maler, trefflicher Schüler 
des grossen Leonardo da Vinci, dessen Geist auf ihn übergegan- 
gen. Er wurde zu Luino am Lago Maggiore geboren, die Zeit 
seiner Geburt ist aber unbekannt. Nur weiss man, dass er 1500 
schon als Meister nach Mailand kam, zu einer Zeit, als Leonardo 
die Stadt verliess. Eben desswegen ist es nicht so ganz gewiss, oh 
Luini persönlich Unterricht bei Leonardo nahm, und ltesta nennt 
ihn auch Scotto's Schüler. Andere zählen ihn indessen wirklich zu 
Leonardcfs Schülern, was auch Lanzi der Zeit nach nicht für un- 
möglich hält, nur müsste er etwas früher nach Mailand gekommen 
seyn, da er 1500 bereits ausübender Künstler war. Er ist je- 
ner Bernardiilo da Lupina des Vasari, der nach dessen Angabe da- 
mals in Saronu die Vermählung und andere Erlebnisse der heil. 
Jungfrau so zart malte. Die Vermnthun über Bernardincfs Zeit- 
alter bestättiget dem Abbate Lanzi auch das Bildniss, welches der 
liünstler zu Sarono in dem Lehrstreite des Knaben Jesu von sich 
selbst gab, wo er sich schon alt vorstellte; dieses im Jahre 1525, 
und nach 1550 scheint er nicht lange mehr gelebt zu haben. In 
Rum war Bernardo wohl kaum, oder nur auf kurze Zeit, denn 
591151, sagt von Quandt (Lanzi's Gesch. d. Malerei II. 412), hätte 
dieser edle Geist gewiss Einfluss auf die römische Schule gehabt, 
wenn auch Rafael damals in voller Kraft auf seine Zeitgenossen 
fort  oder dessen VVerlie, noch nach des Meisters Tode, nach- 
wirlsten. Hätte Rafael noch gelebt, so wäre gewiss zwischen ihm 
und Bernardo eine Freundschaft geschlossen worden , wie die zu 
Cesare da Scsto, und "wäre Bernardo erst nach Iiafaefs Tod nach 
Iiom gekommen, sohatte Luino gewiss in jungen Gemiithern das 
fOfti-ieldlauzt, W118 wir doch in den Werken der Schüler des Rafael 
nach dessen _Abl_eben vermissen: ruhige Iiraft des Gemiithes. In 
dieser Qebereixistimmung, fährt von Quandt fort, dass in den Wer- 
laen Iiafaefs und Bernardinds eine in seligen: Frieden schwebende 
grosse Seele, die selbst das edle Gleichmaass in den bewegten Mo- 
menten nicht verliert, sich ausspricht, liegt ganz allein die Aehn- 
lichheit, welche man zwischen beiden findet, obwohl im Uebrigen 
grosse Verschiedenheit stattfindet, und Rafael universeller ist. 
Luini ist nicht so gross, nicht so streng wissenschaftlich, nicht 
so frei und hiihn, wie da Vinci, oder er schwingt sich wenigstens 
selten zu so erhabenen und imponirenrlen Gestalten auf; dafür aber 
hat er einen unerschöpflichen Fond von Zartheit, von Hei- 
terkeit und "Innigheit, dagegen hat er griissere Leichtigkeit 
der Produktion, eine warme blühende Färbung voraus, und von 
Anmuth und Gemüth, welche dem Beschauer die edelste Befriedi- 
gung und Beruhigung gewähren. So heisst es in Iiuglefs Museum, 
und im Iiunstblatte von Dr. Schorn lesen wir, dass Bernardino zu 
den alten Meistern gehöre, denen die Schönheit und Anmnth uf- 
fenbar geworden, ohne dass sie darum von der Einfalt und Naive- 
tät abgewichen, welche damals so häufig den Charakter des Iiünst- 
lers und seiner Werke zugleich bezeichneten. Unter seinen Wer- 
hen sind allerliebste geistliche ldyllen, zart, naiv und fromm. Die 
U_rtheile iiber diesen Künstler gehen so ziemlich auf das Gesagte 
hinaus; alle bewundern die einfache, hunstlose Grazie, das Gross- 
affifäe der Zeichnung, das nicht selten erfreut, so wie die Lieb- 
lichhcit seiner Färbung. Sie ist warm, und in den nackten Thci- 
län durchschixnmcrt gleichsam cin leichtes, warmes Blut, eine zrlrlß 
aut. . 
7 Am weitläuügsten verbreitet sich 
Yasnri aber wusste wenig von ihm, 
Lunzi über (ließen Künstler, 
und wohl desswegen blieb er
        

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