Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1750218
Gabriel. 
Luigi, 
Andrea 
119 
Lllidl, Gabriel, Bildhauer von Mehring in Bayern, liess sich zu 
München nieder, und bekleidete da die Stelle eines Hofbildhauers. 
Er fertigte mehrere Bildwerke für die k. Residenz. Blühte um 
1720.   
Lulgl, Andrea Öl, Maler, genannt lngegno und Andrea di As- 
sisi, weil er in dieser Stadt geboren wurde. Vasari sagt, Luigi sei 
unter allen Schülern Peruginrfs der beste gewesen, und er habe 
selbst mit Rafael gewetteifert; allein dieses scheint unrichtig zn 
seyn, da F. v. llumohr, ital. Forsch. II. 15:24 ff., die Nachricht 
beibringt, dass Ingegno schon 11134 als. Meister am Rathhause zu 
Assisi einige Wappen gemalt habe, waihrentl Perugino erst 1490 
in Perugia seine Schule grumlete. Ferner sagt Vasari, dass In- 
gegno seinem angeblichen Meister, als welchen Rumohr HIClßSSOD 
den N. Alunno erkennt, in der Basilika zu Assisi geholfen, und (lmt 
halten einige die Propheten und Sibyllen fiir sein Werk. Auch 
Lanzi meint, er könnte diese Bilder gemalt haben, und bezeich- 
net ihn zugleich als den ersten, welcher in Perugizfs Schule im 
grossartigeren Style arbeitete, und die Farbe milder behandelte, 
was er alles in jenen Bildern erkennen will, ohne jedoch sich des 
Zweifels zu entwehren, dass sie vielleicht nicht von Luigi herrü- 
ren. Und diese Sibyllen sind, so wie die Propheten, nach neue- 
ren Angaben bei Rumohr auch wirklich nicht von Ingeguo, son- 
dern von Adone Doni, einem Zeitgenossen des Vasari, wobei es 
indessen auFfnllend ist, dass Vasari nichts davon erfahren hat. Fio- 
rillo hat diese Malereien zu Assisi mit den iiltcrn des Perugino im 
Carnbio (Wcchslcrliallc) zu Perugia verwechselt, und so die Ver- 
wirrung der Meinungen und Gegenstände auf das Höchste getrie- 
ben. Auch Lanzi erhebt mit grundloser Anmassung den lngegno, 
indem seine Bewunderung auf zweifelhaften Annahmen beruht. Luigi 
soll nach W'asari's Angabe mit Peru rino in der Wechslerhalle 
zu Pcrugia sehr schöne Figuren gemalt haben, die dieser indes- 
sen nicht nennt. Neuere [iuustliexxner glaubten, diese Fi ureu 
seien die Sibyllen undfrophcten; und wenn er hier wirliliji ge- 
malt hat, so begeht Vasari doch einen grossen Fehler in der Zeitrech- 
nung. Der Saal wurde 1500  1507. und die Kapelle 1515 bis 
1518 ausgemalt, dieses Alles zu einer Zeit, als Ingegno nicht mehr 
gtnnalt haben diirfte, in Folge einer Erblindung, wie Vasari sagt. 
Nach der Angabe dieses Schriftstellers sollen die grossen Hodnnn- 
gen, welche Ingegno erweckt hatte, durch sein plötzliches Erblin- 
den vereitelt worden seyn, worauf Pabst Sixtns IV. ihm zu Assisi 
ein Jnhrgeld angewiesen habe, das er, nach Vasari, bis in sein 
80. Jahr bezog. Sixtus starb 1484, und so musste der Iiiinstler 
um zu Jahre früher erblindet seyn , als er gemalt und mit Rafael 
gewctteiferl; haben soll. llrlariotti Lett. pitt. Perug. 161, und Or- 
sini Guidn al forcsticre etc. folgen der Angabe Vasari's in Hinsicht 
der Erblindung des Iiiiilstlers, der also nach ihrer Ansicht in 
(Iarnbio nicht gemalt haben kann. F. v. Ptumohr hat die Suche in 
näheres Licht gezogen, und gezeigt, dass Vasari von jenem. Vor- 
full nicht genau unterrichtet gewesen seyu muss. So kommt auch 
in der ersten Ausgabe von 1550 kein Wort von Ingegnovor; erst 
in der zweiten, vermehrten (Florenz 1568) wird er erwähnt, und 
nach llumohr könnte es leicht möglich seyn, dass "Papa Sisto" ein 
 wäre für; Papa Giulio IL, unter welchem er ein Amt 
erhielt. Dass Luigi nicht so früh erblindet war, hat Bumohr er- 
Wiesen. Der Bitter Frontini zu Assisi bewahrt ein Buch, W01")? 
Luigi für seinen ßmdcr, welcher Canonicus des Domßi Zll A951"
        

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