Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1750099
Liitzelburger 
Leutzelburger , 
oder 
Hans. 
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zu sehr beurkunden? Wiirde der so ausgezeichnete Maler mit so 
klarem Auge sich nicht selbst gescheut haben, so unvollkommene, 
seiner unwürdige Machwerke zu veröffentlichen? VViirde er sich 
nicht schnell von einer Hiilfskunst abgewendet haben, die ihm so 
wenig Erfolg, so wenig Ruhm und inneren Lohn versprach? Ja, 
setzen wir hinzu, sollte man nicht auch geltend machen dürfen, 
dass der restlose, selbst unruhige Geist Holbein's, der ihn in die 
Welt, fern von Vaterstadt, von VVeib und Kind trieb, dass er 
auch in der Fremde an der Pest dahin starb, sich schwerlich zu 
der mühsamen Ausdauer des zum Ilolzschnitt nöthigen Sitzlebens 
verstanden haben möchte? Die nicht selbsterfinderische Treue und 
Beharrlichkeit des nachbildenden Formschneiders, so geistreich er 
auch seine Arbeit zu leisten vermag, ist nicht die Eigenschaft, der 
Geschmack oder die Tugend des wandernden, des selhstschöpferi- 
sehen Malers. Es würde gar nicht übel seyn, wenn Kunstlaritilser 
selber Hand ans Werk legten: sie wiirden bessere Domonstrationes 
ad hominem gewinnen, als blos vornehme Abweisungen oder Ab- 
speisungen mit Querelle d'Allemand oder Tiraden einer fast spass- 
haften Scheinbegeisterung, die l-Iulbein erst die rechte Glorie, den 
wahren Heiligenschein umzuthun glaubt, wenn sie ihm den Ruhm 
der Holzschneidelsunst durch apodiktische Machtsprüche oder sich 
selbst in ihrer Unwahrscheinliehkeit paralysirende Positionen, jeden- 
falls aber mit Gewalt zuspricht.  
Bei dem überaus betriebsamen Buchdruckerwesen, nicht nur des 
Frobenius, sondern Basels überhaupt zu jener Zeit, sind sicher auch 
eine Menge Formschneider beschäftigt gewesen, wie uns denn un- 
ter _Anderen auf Titeleinfassungen Baseler Drucke vielfach ein 
gewisser I. F. begegnet, der uns noch näher fesseln wird, nicht 
minder ein AH (zusarnmenh), der die Titeleinfassung zu Erasmi 
Adagia. Basel 1523; Vell. Patercul. Basel, Froben152O; Opp, Divi 
Cacc. Cypriani. Bas. Froh. 1521 geschnitten hat und für. Ambrosius 
Holbein erklärt wird. Letzterer zeichnete ganz im Style des jüngeren 
Holbein, so dass auch beideZeichnungen für Froberfs Bedarfgefer- 
tigt haben mögen. Ja wir werden mit P. Vischer annehmen müssen, 
dass nicht einmal alle Blätter, welche das Zeichen ELI-l. tragen, von 
Einer und derselben Hand geschnitten worden sind, wie z.B. die Titel- 
einfassung mit Mutius und Porsenna einen ganz anderen Typus 
trägt, als z. B. die Einfassung mit Pelops und den Göttern mit 
dem Täfelchen HH, oder die Einfassung mitHANSJIolh, welche 
sich mehr zu Ambrosius Holbein hinzuncigen scheint, wie in eini- 
"gcr Hinsicht auch das Blaö mit dem Bilde des Hoflebcns. 
VVird durch Alles dieses die Wahrscheinlichkeit, dass Holbein 
diese und ähnliche Blätter, ja vielleicht überhaupt inHolz geschnit- 
ten habe, sehr unwahrscheinlich, so könnte derselbe im Jahre 1518 
noch weniger die herrlichen Darstellungen oder Schnitte des Tod- 
tentanzes angefangen haben, welche durch das räthselhafte HL 
(verbunden) auf dem Blatte der "Ilcrzogin" die ganze Frage oder 
Verwirrung hervorgerufen hat, die sich durch weniger Brillenan- 
sehauungl natürlicher Beziehungen leichter gelöst haben würde. 
Das ebengenannte Monogramm HL dem Manne zuschreiben, 
der sich sonst nur durch H. H. (z. B. auf den Titeleinfassungcn 
mit Mutius Scävola, Porsenna, Lucretia, Tarquinius 1520, 1523. 
der Niiwen Stattrechtezi der Stat Fryburg: Baseler Mappe Holbei- 
nischer Zeichnungen Nr. 25; Joannes Frubenius Studiosis: a. a. O. 
NP- 55 und die meisten Zeichnungen Holbeink zu Basel) oder 
auch I. H.  in Cramefs Catechisinus) oder mit HANS. HOLB. 
(l- B- Bailer Mappe Nr. 40), oder HANS Holb., oder auch Hh
        

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