Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lodge - Megen
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748893
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1750087
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Lützelburgep 
oder 
Leutzelburger , 
Hans. 
 chen Gründen, dass wir um so be ieriger einer dritten Erörterung 
des v. Rumohr entgegensehen, ai es sich hier um eine allges 
meine wichtige Frage, um das Verhiiltniss der einzelnen Kunst- 
ziveige handelt, welche in so nahe Berührung treten und traten. 
Desshalbhaben wir auch den Gang der Untersuchung und Contro: 
verse bis hieher genauer verfolgt, und halten, da wir voraussetzen 
zu können glauben, dass die v. Rumohfschen Schriften in jedes 
Kunstfreundes Händen sich befinden, für unsere Pflicht, die Gründe 
der Herren Sotzmann und Vischer auch im Einzelnen weiter darzu- 
legen, wobei wir in Betreff der durch letzteren geltend gemachten 
Thathestände der Baseler Sammlungen, durch die gefälligen Mitthei- 
lungen und Vorlagen des Professor Massmann, Welcher zum Be- 
hufe eines ausführlichen Werkes" zur Geschichte_des Todtentanzes 
und der Todtentänze bereits 1352 eine eigene Reise nach Constanz, 
lßasel, Bern, Freyburg etc. machte, und sämmtliche Holbeinischen 
Abdrücke, Zeichnungen, Holzstöcke und Iiupferschnitte zu 
Basel, Schaffhausen etc. genau untersuchte, in den Stand gesetzt 
worden sind, nicht nur das dort Gesagte zu bestätigen, sondern 
auch durch manche weitere Thatsache zu verstärken. 
Herr Peter Vischer stellt in obengenanntem Aufsatze die Frage 
ohenan, ob und in wie fern H. Holbein an den verschiedenen 
Furmschnitten seiner Zeichnungen eigenhändigen Antheil gehabt 
haben möge. Er gesteht, wie er sich schon früher mit dem (39- 
danken nicht habe befreunden können, dass Holbein die Menge 
vorzüglicher Blätter, die uns seine Bilder zum alten Testamente, 
zu den Todtentänzen etc. liefern, geschnitten haben solle, wie 
dieses mit erneuter Beharrlichkeit behauptet werden wolle. Erneut 
dadurch angeregte Untersuchung habe seine frühere Ansicht nicht 
umzuändern, vielmehr nur zu befestigen vermacht. Iiünne man auch 
nicht unumstösslich beweisen, dass Holbem gar nicht den Holz- 
schnitt versucht habe, so dürfte es doch eben so schwer fallen, 
zwischen den schlechten und groben Holzschnitten auf Titeleinfas- 
sungen, welche man wegen des Monogrammes auch Holbeixfs 
Hand und Messer zuzuschreiben versucht gewesen sei, und den 
wunderbar schönen Hulzschnitten seines alten Testamentcs, seines 
Torltentanzes etc. die geringste Verwandtschaft nach Zeit und Lei- 
stung nachzuweisen. H. v. Rumohr hatte sich bemüht, aus meh- 
rcren Blättern zu zeigen, wie Hans Holbein sich allmählich vom 
ungeübten Fotrnschnittc bis zur grössten Meisterschaft herangebil- 
del: habe; P. Vischer aber macht dagegen aus Gründen gesunder 
Anschauung wie andrer unabweislicher Thatsachen geltend, dass 
der, welcher nach v. Ru1nohr's eigenem Dafürhalten ungefähr um 
1518 mit der Holzschnittarbeit der Todesbilder angefangen und bald 
darauf das vortreffliche Bibelwcrh, so wie die verschiedenen Bil- 
deralphabete u. s. w. geschnitten habe, unmöglich derselbe scyn 
könne, der erst später auch jene schülerhaften oder doch derb 
flüchtigen Titelcinöassungen mit dem Zeichen oder dem Namen Hul- 
heirfs (z. B. das Titelblatt zu dem Freyburger Stadtrechte von 
151g  1520, die Titelverzierung von 1525) fßrhgte. Ja es finden 
sich solche Titeleinfassungen bereits vom Jahre 1516 (in welchem 
Jahre H. Holbein schon Meister in der malenden Kunst War), welche, 
wenn sie wie jene Meisterwerke von Holbem selbst herrührten, 
viel vollkommener seyn müssten. Wie hätte äßr reichbegabtc junge 
Künstler damals oder auch später, während eines Zeitraumes von 
6  8 Jahren, im Formschnitte, den er doch früh zu betreiben 
angefangen haben müsste. noch so zurückgeblieben seyn können. 
wie die Blätter von 1516, 151g und andere von spätem Daten nur
        

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