Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743973
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Knoller, Blartin. 
blätter der Kirche. Die ausgemalten Skizzen dieser Werke kamen 
in Privathande. 
Eine der grossen Schöpfungen seines Geistes ist der Plafond des 
Bür ersaales zu München, welchen Iinollcr 1775 malte. Er stellt 
die älimmelfahrt Maria vor. Westenrieder hat ihn in den bayerir 
sehen Beiträgen I. 574 beschrieben. In München waren auch einige 
Oelgemälde im Privatbesitze, und mehrere Altarblättcr sind noch in 
den Iiirchen des Landes. In der Kirche des ehemaligen Iilosters 
Benediktbeuren ist das Choraltarblatt, ,der heil. Benedikt, von 
Iinoller; hingegen ist das Ilauptaltarblatt in der Kirche des heil. 
Anton zu Partenkircheti, den namlichen Heiligen vorstellend, kei- 
neswegs von demselben, sondern wie die beigesetzte Nachricht be- 
stimmt anzeigt, "Barth. Litterini opus Venetiis 1751", eines in 
Deutschland wenig bekannten Malers. 
Im Jahre 1786 malte er zu Innsbruck im Pallaste des Grafen von 
Thurn und Taxis die Decke des Saales mit dem Urtheil des Paris, 
und später zu Botzen im Edelsitze Gerstburg des Grosshändlers A. 
von Menz die aufsteigende Aurora, die er früher auf die Decke 
eines Saales in Mailand gemalt. 
In derliirche seines Geburtsortes sind drei Altar-blätter von sei- 
ner Hand. Das am hohen Altare stellt Maria mit dem Kinde und 
den heil. Erasmus dar, ein Bild voll Ruhe und zarten Gefühls, und 
jene der Seitenaltiire die IVIarter des heil. Sebastian. und die Ent- 
hauptung Johannes des Täuiers. Letzteres ist von 179i und auf- 
fallend schwächer, als das 10 Jahre ältere Bild. Mehrere andere 
Altar-blätter sind in Tirol, und auch im Privatbesitz befinden sich 
daselbst mehrere Bilder. Das Ferdinandeum zu Innsbruck bewahrt 
von ihm eine Iireuzabziahme aus seiner ersten Manier, dann vier 
Portraite, worunter des Künstlers eigenes ist. Ferner eine heiLFamilie 
und einen Heiligen aus dem Servitenorden, ein vorzügliches Bild. 
Im Jahre 1790 begab sich Iinoller nach Wien, wo er sich dann 
wegen der vielen Beschäftigung gegen zwei Jahre aufhielt. Sein 
Ruhm war ihm dahin längst vorangegangen und er hatte sich bei 
allen Freunden der Kunst der günstigsten Aufnahme zu erfreuen. 
Eines seiner vorzüglichsten damals in Wien ausgeführten Werke 
war das Portrait Leopold II. in Lebensgrösse, das die Bewunderung 
aller Kenner auf sich zog, und unter den Bildnissen des Monar- 
chen als das gelungenem crkliirt wurde. Es gehörte für den Magi- 
strat der Stadt Wien. Noch malte er den Fürsten und die Fürstin 
Oettingen- Wallerstein, den Fürsten Esterhazy als Chef der Nobel- 
garde, den Kaiser Franz, den Schauspieler Lange, als Herzog Leo- 
pold im lianipfe, alle durch Wahrheit des Colorits, das Treffende 
der Charaktere, Weichheit des Fleisches und Zartheit der Behand- 
lung sich auszeichnend. v 
Nach ßrünn in Mähren malte er zwei Altarblätter mit dem heil. 
Petrus und Maria Magdalena, für den Fürsten Iiaunitz Scipio und 
C. Marius zwischen den Ruinen von Carthago. und das eigene 
Bildniss. Letzteres musste er öfter malen. Ein solches war in der 
Gallerie zu Leopoldskron und ein anderes ist in der Brera zu Mailand. 
Knaller gehört zu den vorzüglichsten Künstlern Seine,- Zeit, E,- 
hatte das Gewaltige des Ausdruckes immer, aber nicht so auch das 
Edle inseiner Gewalt. Auch fehlte ihm die Rataelisehe Einfalt der 
Compcsit10n,_jene Oekonomie der Darstellung, wotkeine Figur 
müssig erschelnt, wo nichts entbehrt rverden kann, ohne den Zu- 
sammenhaxig des Ganzen zu sturen. Seine Sache war das Gewaltige 
und Ungehenre; alles. was das rcgstc Leben der Phantasie zu er- 
Zeugen vermag, was Uebung und Fleiss verleihen kann, die Kunst 
der Ausführung in allen ihren Verzweigungen, die untergeordneten
        

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