Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743876
76 
Knibbergen. 
Kniep . 
Cho 
England gingen sie mit einander. Unser Künstler malte iu Aqua- 
rell , in Oel und Fresco, besonders Architekturstiicke und Stillleben. 
Dann copirte er auch die Werke seines Bruders. Starb 1702. 
Hnibbergßn, Landschaftsmaler, der um 1650 in Holland lebte. Er 
hatte grosse technische Fertigkeit, aber wenig Farbensinn. Seine 
Bilder sind grau und eintönig. Seiner erwähnt Hochstraeten in 
der Akademie 'der Scliilderkunst bei Gelegenheit eines Streites, wel- 
chen Iinibbergen mit van Goyen und Porcellis hatte. 
KIIIBP, ClIPISILOÄJlI Heinrich, Zeichner, geb. zu Hildesheim 1748. 
gest. zu Ncape 1825. Sein Vater, ein nicht sehr bemittelter Bür- 
gersmann, hätte zur Entwicklung des lruhe kc-imenden Iiunsttalen- 
tes seines Sohnes schwerlich viel beitragen können, Wäre ihm nicht 
den Umstand naher Verwandtschaft mit einem 'l'heatermalei' in 
Hannover zu statten gekommen. Dort erhielt also der Jüngling 
seine erste Bildung zum Künstler. und als er seine Lehrjahre voll- 
endet hatte, begab er sich nach Hamburg, wo er sich einige Zeit 
aufhielt und mit Portraitzeichnen nach dem Leben sich beschäftigte. 
Dies brachte ihm reichlichen Erwerb und den grossen Vortheil, 
täglich in Gesellschaft der angesehensten und gebildetsten Personen 
beiderlei Geschlechts und jeden Standes zu seyn. So wurde ihm 
das Glück zu Theil, mit Männern, wie Iilopstock, J. H. Voss, 
Claudias, Campe, Reimarus und Schröder persönlichbekannt zu 
werden. Hierauf begab er sich nach Gasse], dann uber Lübeck 
nach Berlin, wo in dein letzten Jahrzehent der Ilegierung Fried. 
richs des Grossen alle Friedenskiinste in voller Blüthe standen, 
Dort fand er an Iirascliinslay, Fiirstbischof von Erineland, einen 
Gönner, der ihn nach Heilsberg, dem bischöflichen Sitze, nahm, 
wo der junge Künstler für ihn und seine vornehmen Doiuherren 
eine Zeitlang vollauf zu thun hatte. Der Fürst sah ein , von wel- 
chem Nutzen seinem Schützling eine Reise nach Rom seyn würde, 
und erbot sich grossmiithiger Weise nicht nur zui-"Bestreitung der 
Ausgaben unter VVegs, sondern versprach auch, fur freien Unter- 
halt auf mehr als ein Jahr hinaus zu sorgen. liniep betrat Rom, 
sah sich aber durch den Tod seines Gönners bald aller Hülfe und 
der Hoffnung beraubt, in Bälde das einförmige Reissblei mit dem 
Pinsel vertauschen zu können, wie er sich vorgenommen hatte. Er 
war jetzt gezwungen, Zeichnungen nach Gemälden und alten Denk. 
malen, kleine An- und Aussichten von Rom um jeden Preis zu 
"s-erfertigen, um Mangel und Noth von sich abzuwehren, aber 
die schönen Geburten einer regen Einbildungskraft und eines ver- 
feinerten Geschmacks in lebhafte Farben zu kleiden, das war und 
blieb ihm unwiderruflich versagt. Hniep that, was er konnte, und 
es gelang ihm, sich nach und nach herauszuarbeiten, als eine ge- 
wisse deutsche Standesperson etwas unüberlegtihn nach Neapel 
zu sich einlud, wo diese aber der Mittel beraubt war, sich auf 
irgend eine Art des Künstlers anzunehmen. In dieser bedrängten 
Lage suchte er sich nun mit Vedutenzeichnen, nunmehr seinem 
Hauptfach, so gut als möglich fortzubringen.  Bald erschien auch 
der bekannte Historienmaler Wilhelm Tischbem, der Iiniep schon 
anderswo liebgewonnen? und auFgemuntcrt hatte, in Neapel, und 
zog ihn sogleich aus seineni einsamen Dachstubchen, um ihn bei 
einem grossen Mann einzutuhren. Es war Gothe, der gerade Italien 
bereiste, und einen braven hunstler zu seinem Begleiter auf der 
Reise, welche er nach Italien vor hatte, suchte. So verlebte er 
zwei Jahre eines höhern doppelten Daseyns, erst auf dem Zug um 
jene merkwürdige Insel, und nachher noch zu Neapel mit Göthe, 
der gewiss auch Ursache hatte, sich zu dem in jeder Hinsicht so
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.