Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743862
Kn 011er , 
Johann 
Zacharias, 
75 
zugethan. Carl II. schickte ihn nach Paris, um Ludwig XIV. zu 
malen, allein dieser starb während der Anwesenheit des Maleri- 
Für Wilhelm III. malte er die schönsten Hofdamen, und eine gol- 
dene Kette mit Medaille, an 500 Pf. St. werth, war der Lohn des 
Biinstlers. Dann malte er den grosseu Czar Peter und Carl VI. 
von Spanien. Er malte 10 Souveraine, und die. rössten Männer 
Englands: Marlborough, Newton, Dräden, Godolpäiin, Soniers etc., 
die "Herzogin von Grafton, Lady ianelagh u. a., alle Häup- 
ter des brittischen Adels. Das Bildniss eines getauften Chine- 
sen erklärte er für seine vollltommenste Arbeit, Walpole meint 
aber, das Bildniss Gibbon's sei noch vorzüglicher. Dallaway will 
den Bildnissen des Dr. Wallis und des Lord Crew den Vorzug 
einräumen. Letzteres ist im Ausdruck und Farbenton so meister- 
haft, dass es Reynolds bewunderte und studirte. Die Köpfe von 
Addisou und Nelson werden der geistreichen Pinselfiihrung wegen 
geriihmt; und als bemerkenswerth erklärt man auch die Bildnisse 
des Bibliothckars Humphrey Wanley, des Mr. Knight, als Biissen- 
der vor dem Cruciiixe  Georg II. als Prinz von Hannover; Richard 
Temple, Simon tlarcourt, Charles Lenox, Herzog von Piichrnond; 
der Gräfin von Peterburough etc. Bei seinem Tode waren 500 
Bildnisse unvollendet da; der Künstler hatte sein Atelier in der 
spätem Zeit zu einer Portraitfabrik erniedriget, wozu ihn denun- 
sägliche Durst nach Reiehthum verleitete. Er selbst malte in letz- 
terer Zeit nur mehr die Gesichtszüge, und dieses mit einer un- 
glaublichen Geschwindigkeit. Seine Gesellen malten dann die Pe- 
rücken, die l-liite, Röcke, jeder etwas,anderes, vom Iinopfe bis zur 
Manschette. So entstand ein Flickwerk ohne Harmonie der Farbe. 
ohne Correktheit der Zeichnung, ohne Charakter in Stellung und 
Gebärde, ohne vortheilhafte Vertheilung von Licht und ßchatten, 
und dennoch nahm man keinen Anstand, solche Fabrikate für 
Werke des berühmten liueller zu halten. Seine besseren Werke 
gehören der früheren Zeit des Künstlers an, dazu sind aber seine 
historischen Darstellungen nicht zu rechnen. Doch ging er auch 
in früher Zeit mit grosser Leichtigkeit zu Werke, und als er einst 
mit Lely den König zu gleicher Zeit malte, war Kneller fertig, bis 
der andere die ersten Linien auftrug. Doch solche Bravourstiiclse 
erregten damals Bewunderung und Alles war gethan, wenn dazu 
noch die Perücke recht elegantaufgeputzt, die Weste zierlich nach. 
geahmt und andere Stücke der ZopPperiocle gut angepasst waren. 
In Seil-Kill bßiäeren Werken erkennt man eine Nachahmung Van 
Dyclvs. Von iichter Kunst kann wohl in wenigen seiner Werke 
die Rede seyn; allein er befriedigte seine Zeit vollkommen, und 
die unsrige weiss, dass sie ihren Maassstab nicht an dieselben 
legen darf, da Knaller den neuen Anforderungen nicht genügen 
kann. Seine Zeitgenossen schätzten ihn unendlich hoch,  und an 
seinem prächtigen Monumente in den ,Westminster-Abtei steht 
liafaePs Grahschrift in's Englische übersetzt. Es wurden mehr wie 
600 Bilder dieses Künstlers gestochen, besonders von John Smith 
und John Faber. Dann stachen nach ihm J. Simon, J. Becken 
F- Iiyte. Drevet, A. Miller, P- Schenk, J. Verkolje, G. Vertue, H. 
YVhIIC, B. Picart, G, Faithorne, V. Grcen, van der Guckt, P- Van 
Guiäti Houbrachen, G. Valk, P. van der Bank, P. Dupin. Bowles, 
J, 0 e u. a.   
J, Smitli hat sein Bildniss in schwarzer Manier gestochen.  
Igllener; Johalan Zacbarias, Maler und älterer Bruder Gott- 
frieds, 5011 iöctQ geboren seyn,_währcx1fl ihr] Walpule um 15 Jahre 
älter macht, bxe lebten gemexnschaftlxch xu Rum und auch nach
        

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