Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743810
Johann. 
zu verlassen, und nun kam er als IIaus-Scholar in die Wohnung 
des Prof. Drechsler, dem er eine solche Tapetenfabrik einrichtete, 
und wobei er auch in der Kunst solche Fortschritti xgliachte, dass 
er im Stande war, während der liranlsheit seines e rers in der 
k. k. Akademie Unterricht zu geben, und allgemeine Zufriedenheit 
einzuerndten. Auch viele Gemälde führte er aus, die unter Drechs- 
leriß Namen die Zierde manches Iiunstsaales sind. 
Das Wiener Aufgebot von 1797 rief UIISGISU Iiiinstler in's Feld; 
allein nach hergestelltem Frieden gelangte er wieder an seinen 
vorigen Platz, und nun. hielt seine Obsorge mit seiner VEPVOlllSOIDIXP 
nung durch eilflahrc stets gleichen Schritt. Hierauf kam Knapp in 
den k. k. holländischen Garten nach Schönbrunn, wo er Gelegenheit 
bekam, durch Arbeiten fiir die Gräfin von Bucquoi seinen Beruf zum 
naturhistorischen Maler zu erfiillen. Den vorziiglichsten Sporn, 
die Natur mit dem angestrengtesten Fleisse zu verfolgen, fand der 
Künstler in der Gunst des Freiherrn von Jacquin, so wie in jener 
Fiigefs, der ihm im Hause des Herzogs von Ahremberg Lektionen 
und dadurch Gelegenheit verschaffte, dem hohen Adel des In- und 
Auslandes als Lehrer und Meister bekennt zu werden. Im Jahre 
180!!- endlich wurde dem Künstler die hohe Gnade zu Theil, 
beim Erzherzog Anton angestellt zu werden und Unterstützung zu 
finde? Eine Sammlung inländischer Schwämme, 23g Blätter in Iioliilo; 
rei oliobände, 'cder von 100 B]. exotischer anzen, naci er 
Natur gemalt; Oelsterreielfs Weintrauben in Folie gemalt, nebst 
einer Friichtesammlung von 400 Stiicls geben von seinem Fleisse 
und seinen Fortschritten nach und nach rühmliche Beweise. Aussor- 
dem vollendete Knapp für den Erzherzog drei Oelgemäldß, eines 
von Rosen, eines von ilyacinthen, ein grösseres aber von exotischen 
Blumen. Auch der Erzherzog Johann besitzt von ihm eine Flora 
Alpine von mehr als 500 Alpengewäclisen, die auf drei Reisen in 
die Gebirge von Sr. Hoheit eigenhändig gesammelt , unter 
Knapgßs Leitung vom Hupferstecher Beckenlsam bearbeitet wurden 
(1821), ein ausserordentliehes Unternehmen, so wie die von Sr. k. 
H. unternonnnene Sammlung natürlicher Rosenfamilien. o1 
 Oelgcmülde von Knapp besitzt das Johanneum in Grätz, der 
Grnssherzog von Sachsen-Weimar, Fürst Esterhazy, der Graf 
Snangen und die lt, lt, Gallcrie. Mehrere kamen in den Besitz 
einiger hohen Familien nach WövSCbaü und Russland. Nach Italien 
mallte (er cge k. k. MelnageigTe. wlie eieIQBOg zu Schönbrunn stand, 
111101 er latur. Auci in ea e . In  Yallireich m1 in. den- Nie. 
Clßrlantlen wurde sein Ruf verbliicitet. u 
im Jahre 1820 fasste er den kühnen Entschluss, dem berühmten 
Freiherrn von Jacquin von den ausgezeichnetsten Lieblingen Flo. 
Fßniahäß ellennwelßlzthetlfaä: eine? ungeheuern iilbegaäcltßndjn Strauss 
zu in en. as ema e se st von Scliu] ö e un 5 Schuh 
2 Zoll Breite stellt einen pruulrlosenjdurch einfallendes Sonnen. 
licht beleuchteten Saal vor. Der Bluinenstrauss erhebt sich aus einer 
BronzesVase auf einem Piedestal, an dessen Stirnseite die anspruchs- 
lose Linea borealis und die Jacquinia mucronata sich überjacquinsi 
Büste zum Slmlvollßll Iiranze verschlingen, Das Piedestalsehmiicken 
mehrere von dem bgrluhlniten Natuälorscher in elgenen Monogra, 
Phien und Werken esc rtebcne Pnanzenfainrlien. 
Eine Seitennischc des Saals schmncltt Linnty; Büstm Den unten, 
Raum beleben Goldfische in einem Glastopfe, herumschwärmende 
Insekten, Käfer u. clgl. Der ungeheuer:"Blumenstrauß versetzt in 
süsses Erstaunen; ein reizendes Chaos von mehr als hundert Pracht- 
ggemplaren derFlora. Ein jegliches ist so glücklich aufgefasst. 
S0 ltüustlerisch vertheilgßtlass keine Blüthe sich über ihren Stand-
        

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