Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743674
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Klen ze , 
Leo 
VOD- 
die Kunst diese: Architekten schon frühe in Anspruch genommen. 
Im Jahre 1820 wurde der Dom von Speyer restaurirt, und da auch 
das Innere seinen vorigen Schmuck als Grabstätte deutscher Baiser 
wieder bekommen sollte, so ertheilte der Kaiser von Oesterreich 
und" der Herzog von Nassau-Weilburg dem Künstler den Auftrag, 
Entwürfe zur Wiederherstellung der völlig zerstörten Denkmäler 
Baiser Budolphs von Habsburg und Adolphs von Nassau zu ma- 
chen. Von ihm ist auch die Zeichnung zum architektonischen 
Theile des Monuments des Herzogs von Leuchtenherg in der St. 
Michaels-Kirche. Ueberhaupt wurde Iilenze auf mannichfaltige 
Weise in den Hreis architektonischer Unternehmungen gezogen. 
S0 verdanken wir ihm auch den Plan zur Constitutiuns-Siiule, 
welche der Graf von Schönborn bei seinem Schlosse Gaybach er- 
richten liess. Dieses schöne Werk ist uns auch durch Heinzmann's 
Lithographie bekannt. 
Durch dieses Alles hatte L. v. Iilenze schon unter der Regierung 
des höchstseligen Königs eine Tiichtiglteit bewiesen. von yvelcher 
man die Lösung jeder, selbst der schwierigsten Aufgabe erwarten 
konnte, und er wurde daher 181g zum k. Hofbau-Intendantcn, zum. 
Oberbaurathe und zum Chef dieser Bau-Brauche beim Ministerium 
des Innern ernannt. Im Jahre 1822 schmückte ihn der llönig auch 
mit dem Civilverilicnst-Orden der bayerischen Krone. 
Die zweite Periode, und die einer grösseren Wirksamkeit, beginnt 
fiir L. v. Iilenze mit dem Regierungsantritte des Königs Ludwig, 
unter dessen glorreichen Auspizien die Hunst in München ihren 
Triumph feiert. Alle Künste finden hier gleichen Schutz, und die 
Baukunst hat sich einer Pflege zu erfreuen, wie vielleicht in weni- 
gen_Orten Europe's. Von lrllenzäs Kunst zeugt das k. Odcon, 
welches gegenüber dem erwähnten herzoglichen Gebäude auf einem 
gegebenen Platze und im Aeusseren mit jenem harmonirend, errich- 
tet ist. Die Lokalität bot grosse Schwierigkeiten, besonders bei 
Anlegung des Zn- und Ausganges, und so ist auch dieses wieder 
ein Gebäude, bei dessen Herstellung die schöpferische Hraft des 
Biinstlers beengende Fesseln empfand. Ein Meisterstiick seiner 
Art, auch in akustischer Hinsicht, ist aber das Festlokale, und die 
Wirkung des 150 Fuss langen, 75 Fuss breiten und 54 Fuss hohen 
Saales ist in seiner grandiosen Säulenstellung überraschend. 
Ein anderes Gebäude, welches dieselbe Strasse ziert, ist der neue 
Flügel des k. Iiricgsministeriums, bei Welchem zwar die hemmenden 
Umstände nicht in solcher Anzahl entgegentreten, wie beim Bau 
der neuen Reitschule unddes Odeons, aber auch hier wirkte die 
tiefe Lage des älteren Gebäudes störend ein. Der Architekt lieferte 
im Ganzen ein Meisterwerk, das in allen seinen Theilen Charakter 
und VVahrheit des Gedankens ausspricht. Hier ist architektonische 
Bedeutsamkeit, Schönheit der Verhältnisse. und die gewaltigen 
Massen erregen durchaus nicht das Gefühl des Schwcrfülligen. Der 
Architekt sah sich aber bei der Ausführung dieses Flügels durch 
die niedere Lage des anderen Ministerialgebäucles, mit welchem 
dieser ein grosses Ganze bilden sollte, in die Nothwendigkeit ver- 
setzt, diesen Theil gegen die neue Strasse hin etwas tiefer zu 
stellen, als man es nach dem Terrain derselben wünschen möchte, 
Allein der Architekt war hier in einer Lage, welche ihm nicht er- 
laubtß, dieser Anforderung ganz zu entsprechen, wenn er nicht 
auf der anderen Seite durch Höherlegung des Erdgeschosses die 
Harmonie des ganzen Gebäudes, zu welchem dieser neue Flügel 
als integrirendcr Theil gehöret, hätte stören wollen. Im Ganzen 
Hehl aber dieses Gebäude in schönem Cuntraste mit den neuen 
Bauwerken, in welchen uns v) Gärtner so schöne Erinnerungen
        

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