Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748855
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Lodewyck, 
Johann; 
Fiiger aufgemuntert, die Anatomie zu studieren. Seinem Wunsche, 
in der Natur die Muster selbst aufzusuchen, die er würdig darzu- 
stellen sich sehnte, begegnete die Reise des Custos Buss, mit wel- 
chem er die Ruinen der Ritterburgen und Bergschlösser des' Lan- 
des unter der Enns besuchte. Die herrlichen Ueberreste des Alter- 
thums, welche er hier zu sehen und zu bewundern Gelegenheit 
hatte, machten in ihm jetzt die Neigung zur Historienmnlerei vor- 
herrschend, und diese Neigung wurde durch die Prof. Maurer 
und Braun, in deren Atteliers Loder einige Zeit arbeitete, sorg- 
fältig genährt. Zu dieser Zeit machte er auch gelungene Versuche 
im Portrait, bis er sich, durch mehrere Reisen in Oesterreich an- 
gefeuert, ganz für das Fach der Landschaftsmalerei entschied. Die 
Auszeichnung, welche mehreren seiner Werke in diesem Kunst- 
zweige zu Theil ward, verschafften ihm den ehrenvollen Ruf zum 
Zeichenmeister I. M. der Erzherzogin Marie Louise in Parma. 
Doch das italienische Clima war dem durch anhaltende Kunstbe- 
schiiftigungen geschwächten Körper des Iiiinstlersinicht zuträglich, 
und er sah sich genöthiget, seine hohe Gönnerin umseine Entlas- 
sung zu bitten. Aus eben diesem Grunde musste er auch auf die 
Reise nach Rom verzichten. Einen ausgezeichneten Beweis der 
Anerkennung seiner Verdienste erhielt der Künstler durch seine 
Aufnahme als Ehrenmitglied in die Akademie zu Parma 1816. 
Bald nach seiner Rückkehr ins Vaterland erhielt Loder eine An- 
stellung als Cammermaler des Erzherzogs Johann, und da hatte er 
Gelegenheit  jedes Jahr im Gefolge seines hohen Mecänas die Al- 
pen der Steyermarlrf und später auch die Gebirge Salzburgs zu 
selten, die ihm den Stoff zu vielen herrlichen Gemälden lieferten. 
Besondere Erwähnung verdienitxrjtgries- vom, der Aufstellung des von 
dem Erzherzoge gestifteten Kreuzbiides auf dem Erzberge. 
Augenzeuäe der Iirönilng der Kaiserin Garoline als Königin von 
Ungarn, vo lendete der Künstler ein schönes Gemälde dieser Feier. 
Im April 1827 sah und zeichnete er auf Veranstaltung seines hohen 
Gönners das seltene Schauspiel einer Auerhahnjagd in den Gebir- 
gen der Steyermark, entwarf überhaupt mehrere meisterhafte Zeich- 
gunien, deren Ausführung im Gemälde leider der Tod unter- 
rac . 
Die riihmlichste Erwähnung verdient auch ein Gemälde, wel- 
ches Loder in das Stammbuch I. M. der Kaiserin verfertigte. Der 
Vorwurf der Darstellung ist eine gothische Halle, in welcher ein 
Sprössling des Iiaiserhauses Habsburg sitzend abgebildet ist, wie 
er mit dem einen Arme die vor ihm stehende Gemahlin umschlingt, 
gegenüber sitzt ein alter Harfner u. s. w.  
Ausser einer Menge von Zeichnungen, welche der Künstler für 
Almanache, Taschenbücher, Romane, so wie zu der bei A. Doll 
erschienenen Ausgabe von WielancPs sämmtlichen Werken etc. lie- 
ferte, befinden sieh seine übrigen zahlreichen Bilder im Fache der 
Landschaftsmalerei beinahe alle in den Gallerien des Erzherzogs 
Johann und der Erzherzogin Marie Louise. Archiv für Geschichte 
etc. 1829 N0. 26- 
Lodewyck, Johann, _Maler, dessen Füssly nach Neymanlfs Ca- 
talog erwähnt. Da helsst es, Lodewyck sei ein deutscher Seemaler, 
3er Name aber deutet auf andern Ursprung. 

        

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