Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748643
LipPiß 
F rancesco. 
553 
O 
genossen, vornehmlich in_rler allgemeinen Anordnung und in der 
Form seiner Köpfe. In seinen schönem Jahren suchte er dem Ma- 
saccio die Feier und Einheit seiner Anordnung abzugewiainen, was 
nach v. Iiumelir Livni's Arbeiten in der Capcllc Brancacci bei den 
Carmelitern zu Florenz beweisen. Hier malten auch Panieale und 
Masaccio, und Filippiners Werk, das viele Jahre als jenes des 
Masaccio ausgegeben und in Kupfer gestochen wurde, ist Petrus 
und Paulus vor dem Proconsul. In seinen besten Madonnenliöpfen 
erreichte er eine Schönheit des Profils, Welcher wenige unter den 
neuem Malern gleichgehommen sind. Hieher zählt von Rumelip 
das wunderschöne Tabernaclsel nächst St. Margheritta zu Prato, 
und viele andere seiner mehr beendigten Madonnen, als deren zar- 
teste und liieblichste der erwähnte Schriftsteller jene im Besitze der 
Freiirau v. Humboldt erklärt. Hingegen vermisst von Rumuhr in 
anderen Arbeiten dieses Künstlers, in der erwähnten Capelle Strozzi. 
in der Capelle der Minerva zu Rom, wo Filippino die Himmel- 
fahrt und einige Scenen aus Thomas von Aquino. Leben malte,  
iu einigen Tafeln, welche man in der öffentlichen Gallerie zu Flo- 
renz sieht,  besonders in der Anbetung der Könige in der Scuola 
toscana, welche nach Rumohfs Behauptung dort irrig dem Ghir- 
landajo beigelegt wird, in der Tafel der k. Gallerie zu Copcrlha- 
gen und in andern häufigen Werken aus LippPs reiferern Alter, 
eben so wohl das Vermögen einer geistreiehen und völligen Audas- 
sung der Aufgabe, worin er im Bilde der Capelle Braucacci den 
Zeitgenossen RafaePs den Weg gewiesen, als andererseits.den fei- 
nen Furmensinn der bessern Madonnen. 
In deutschen Gallerien findet man nirgend mehrere Bilder von 
diesem Meister, als im h. Museum zu Berlin, und über diese ver- 
breitet sich Dr. Kugler in der Beschreibung des Museums S. 52 (f. 
Drei Madonnen geben nach Iiugler Belege für die allmählige Fort- 
bildung des Künstlers und seiner Zeit. Die eine, von überaus 
mildem, zartem Charakter, zugleich noch von einer gewissen 
Schwäche der Gestaltung, lässt den noch jugendlichen Iiünstler 
erkennen, erinnert auch in den Ziigen des Gesichts noch an San- 
dra BotticellPs Vorbild. Die zweite zeigt das Bestreben nach einer 
grössern Energie in den Formen, was aber, bei noch nicht genü- 
genden Mitteln, manches Ungeschick in der Bewegung, besonders 
des Kindes, zur Folge hat. Die- dritte hat bereits ungleich mehr 
Modernes; das Kind, freilich sehr derb, bewegt sich frei; das 
Ganze fiillt den Rahmen in wohlabgewogener .W_eise.. "Die, bei 
grussartiger Anlage, doch schwer gefaltete Gewandung der Ma- 
donna ist dem Künstler eigenthüinlich. Ein grössercs Altargemälde 
stellt den gekreuzijen Heiland und, zu den Seiten des Kreuz- 
Stammes kniend, den heil. Franziscus und die heil. Jungfrau dar. 
Sind hier die beiden erstgenannten Gestalten durch eine unerfreu- 
liche Dürre Weniger anziehend, so ist dagegen die Gestalt der 
Maria von grosser Schönheit und Würde, ihr zum Iireuze empor- 
gerichtetes blciches Gesicht, welches man irn Profil sieht, _von un- 
endlich i-iihi-endem Ausdrucke. Es sind dieselben edlen Zuge, die 
mehrfach aus Filippinds Frescomalereien hervorleuchten. Dann 
ist von diesem Meister auch ein Portrait im Museum, leicht, aber 
sehr geistreich und kräftig gemalt, mit dem vollen Ausdrucke einer 
bestimmten Individualität. Dr. Iiugler möchte es, der Art und Weise 
der Auffassung nach, für des Künstlers eigenes Bild halten.  
Lippi , Francescb , ein geschickter_Gpldschmied, Fra_ Fmppoßs zwei. 
ter Sohn. Seiner erwähnt B. Celhm in der Selbstbxographie.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.