Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748580
Liotard, 
Joh. 
Mich. 
547 
Künstler nach Paris, und zuletzt nach England, wo er durch Em- 
pfehlung des Lord Edgecumbe und des hrittischen Gesandten bei 
der Pforte, des Sir E. Fajrvlaener, viel Beschäftigung erhielt. Als 
das Hauptwerk, welches er in London ausfiilirte, erklärt man das Bildi 
niss der Prinzessin von Wales mit ihren Söhnen. Andere bedeu- 
tende Sachen kamen in das Cabiiiet,der Grafen von Hari-ingmn 
und Leshorough. Um_ l75Ö begab sich Liotard nach Holland, und. 
hier opferte der tiirlnsclic Maler seinen Bart dem Hyincn, oliiie 
jedoch die orientalische Tracht auizugeben. Im Jahre 1772 kühl er 
zum zweiten lWale nach England, mit einer Sammlung von Ge- 
miiltlen guter Meister, und mit selbst gefertigten Glagmalerelen, 
die nur in dunklen Zimmern grossen Elfelit machten. Die engli- 
sehen Hunstliebliaber kauften diese Curiositäten sehr begierig. Er 
blieb zwei Jahre in London, während welcher Zeit er zahlreiche 
Portraile malte, besonders in Pastell. Seine Hauptwerlse bleiben 
aber die Einailbilder, deren einigebeinen Fuss im Quadrat betragen. 
Seine Werke werden in Gallerien aufbewahrt. In der Dräsäner 
Gallerie bewundert man z. B. das schöndVViener Stubeiimiitlclien, 
von Liotard gemalt, und von B. Noel lithographirt, In seinem 
Bildnisse herrscht ausserorclentliche Naturtreue; er hielt sich so 
selavisch an die Natur, dass er selbst nicht einmal die Pockennar- 
ben, die Sorninersprossen und die Warzen vergass, was man nicht 
immer wohlgefällig aufnahm. Das Todesjahr dieses Künstlers er- 
folgte gegen 1790. Littcret, J. C. Ilemsberger, Visprä, Schmu- 
zer, J. F. Schinid, Petit, Dupain, llrlarcenay, Balecliou u. a. 
haben nach ihm gestochen. C. Gregorio stach sein Bildniss in der 
{lorentinischen Gallerie.  
Liotardlhat auch Blätter geiitzt, von denen wir folgende er- 
wähnen:   
1) Johann Steähan Liotard, mit langem Barte in orientalischer 
lileidun , . 
g) Renö Härault, Lieutenant-General de Police, fol. 
5) Kaiser Joseph 11., fol. 
 lt) Ein unbekanntes kleines Bildniss.  
5) Die Kaiserin Maria Theresia mit ihrer Tochter im Costume 
einer Dame von Pera, wie sie Besuch annimmt, kl. fol. 
6) Die Erzlierzogin lYlaria, als Dame von Galata, mit ihren Scla- 
ven, lil. fol.  
Von diesen Blättern hat Iiiotard nur die Köpfe gestochen; das 
Uebrige J. Camerata. 
 Fiissly legt ilun auch etlichenßlätter nach Watteau bei, sie ge- 
 hören aber dem folgenden Iiunstler an, S. auch Juli. Franz 
Liutard.  
lßtafd, JOlIBIIII Michael, Zeichner und Kupferstecher, der 
Zwillingsbruder des Obigen, war einer der besten Schiiler__von B. 
Audi-an, E;- arbeitete einige Zeit in Paris,_ und dann lud ihn der 
englische Consul J. Smitli nacluVenedig" ein, um siebernQartons 
von C. Cignani und eben so viele Gemalde nach S. Ricci in hu- 
Pfer zu stechep, ein Auttrag, dessen er_sich _zu voller Zufrieden- 
heit entledigte. Von Wlenedig begab er sich wieder nach Paris, wo 
ihm gleicher-Beifall zu Theil wurde- Um 1760 kehrte Llolard llßlßli 
Genf zuriickkwo er bald darauf Starb- 
, 1) Opus Seb. Ricci Beltunensisabsolutissimuin, ab J. M. Lio- 
tard aere expi-essumn Venetiis 17515, gr- 121- , 
2) Monochromata septein C. Cignani. Venetilß 1743- i) Amor 
 triumpliii-end über die Welt. 2) Derselbe auf einem Adler mit 
  35'
        

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