Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748404
Limosin , 
Leonard. 
529 
und die Catharina von Medici dar. König Franz I. zeichnete die. 
sen Iiiinstler aus, ' und ernannte ihn zum Direktor jener beriihm- 
ten Manufaktur in Limoges, deren Erzeugnisse in ganz Europa 
verbreitet sind. Man nennt sie Limosincn, Emaux de Limogee, 
nach dem Fabrihorte, und der Meister selbst heisst daher Leim- 
hard von Limoges, de? Llmüslflef, Limosin  Die Arbeiten 
jener Fabrik sind Zahlrelchg Gfiiaäsei Platten, Medaillons u. e, 
Er malte sehr vieles nach Primaticcids n. e, Zeichnungen, heilige 
und mythologische Darstellungen  Portraite und Ornamente, zu 
den Meisterstiiclien zählt man zwei Darstellungen der Persien, mit 
gemalten Camcen und MCIdEIIllOIIS umgeben. In den Zwischenräumen 
sind Engel mit den Pßislßnßwerlizeugen dargestellt, Figuren von 
elc anter Zeichnung; _Landou hat diese Bilder in der Iere coll. 
desgtinnales du musce In? Umnss gegeben. Elne Zierde des Pariw 
ser Museums ist der Triumiih der iana, welchen man Limeein 
zuschreibt, und abgebildet in der IIeme coll. des anuales du inu... 
See P1. 25. Als Meisterstiicliei der Manufaktur erklärt man auch. 
das Portrait Heinriclill. im Ccstuiiie des heil. Thomas, und da; 
des Admiral Chabot iin Gewandc des hl. _Paulus dargestellt. Fast 
in jeder Hunstliainmer findet man solche liunosiiien, und selbst die 
geringeren verdienen Beachtung, da. sie zu den Anfängen die- 
ses Iiunstzweiges gehören. Dr. Kugler erwähnt in der Beschrei- 
bung der Berliner Kunstkaniiner S. 13g zwei solcher Bilder eue- 
fiihrlich. Beide sind mit dem Namen eonard Limosi bezeichnet, 
und die eine Pleite (5  [i Z.) stellt die Halbfigur der Madonna 
mit dem Iiinde und dem kleinen Johannes dar, zu den Seiten 
Säulen und andere Ornamente. Die Naivetät in den Bewegungen, 
die an L. da Vinci erinnernde Composition des Bildes haben 
etwas eigenthiimlich Ansprechendes; aber die Zeichnung ist, wenn 
schon nicht ohne innerliches Gefubl, doch noch ganz streng und 
scharf, die Malerei nur eine Colorirung der Zeichnung mit schli- 
uen transparenten Farbenudas Ganze wiederum noch, in der äus- 
ceren Behandlung, der Weise der Miniaturen verwandt. Das zweite 
Bild ist ein 15 Z. hohes und über 10 Z. breites Oval, und es stellt 
Boas unter den Schnittern dar. Die Compositioii ist im Style der 
Schule IlafacPs, die ganze Behandlung den italienischen Majoliken 
selir ähnlich, und die Auffassung zwar nicht ohne Geist, doch 
[auch ohne ein eigentlich sicheres Verständniss der Form. Auch 
Dr. Waagen beschreibt in seinem Werke: Kunst und Künstler 
Englands etc. Arbeiten der Limosina. Auf einem Gefzisse der Samm- 
lung im Alten Tower fand er die Aufschrift: Fet de Limoges P. C. 
Man hat von diesem Meister zwei geätzte Blätter, mit breiter 
und kühner Nadel geistreich behandelt.  
1) Der Einzug Christi in Jerusalem; der Heiland reitet auf der 
Eselin, umgeben vom Volke, und am Thore breiten Einige 
Teppiche aus. Im Grunde sieht man zwischen Bäuinen hin- 
durch die Stadt. Unten, ein wenig nach rechts, sind die 
Buchstaben -L. L. und die Jahrzahl 1544, die beiden 4 ver- 
kehrt geschrieben. H. 9 Z. 6 L-, _Br. Ö Z- 11 L- 
Dieses Blatt ist sehr selten, so wie das folgende. 
2) JESUS Christus im Oelgarten; das Gegenstück zum Obigcn, 
mit: Leonard Liuiosin 1544 bßlelßhnßt-  
Dann gibt es auch einen höchst seltenen HOlZSChIIItT, der nach 
 der Angabe des Winklerischen Catalogqi, m11? f19m_W01'lß "Limo- 
gina" bezeichnet ist. Füssly nennt diesen Limosina Maler und 
Formsehneider, und Heller (Gescli. der Holzsch. S: 242) z_a'_lilt ihn im 
Ceiitexie zu den Formschneidern, die um 1588 in Italien arbeiteten, und 
in der Note ößlifindet er es sehr wahrscheinlich, dass dieser Limesina mit 
Naglerls Künstler-Lear. B11. V U. 34
        

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