Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748213
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Licinio 
Lizini , 
oder 
ETC. 
Licinio , 
Giulio. 
Frühere Verzeichnisse der Eremitage nennen noch: das Abendmahl; 
Herlmles im Garten der Hesperiden; derselbe, wie er dem Cacus 
die Ochsen abnimmt. Die ersteren dieser erwähnten Bilder waren 
früher in Hougtonhall, neben einer Darstellung des verlernen 
Sohnes.  
Das Kleinod der Gallerie des Belvedere in Wien ist die heil. 
Justina, zu deren Füssen ein Mann in schwarzer Kleidung kniet, 
 ein Votivgemälde Alfons l. von Este, dessen Bildniss der lmiende 
Mann ist. Es geht auch die Sage, die Heilige sei seine Geliebte 
und heimlich zur linken Hand getraute dritte Gemahlin Laura Eu- 
stachia, die wunderschöne Biirgerstochter aus Ferrara; Martin und 
dann Bahl haben dieses Bild gestochen. Aus der Briisseler Gallerie 
kam das Begräbniss Christi nach Wien, in Teniers Werk von 
Troyen gestochen. 
Im k. Museum zu Berlin ist ein bedeutsames Bild aus der Gal- 
lerie Giustiniani, welches die Anklage der Ehebrecherin vorstellt, 
Halbfiguren mit höchst charalstereollen, warm und lebendig genial- 
ten Hüpfen. Ein zweites _Gemälde stellt eine Madonna mit Heili- 
gen und mehreren Engellsnaben vor, weich und schön gemalt, 
doch ist das Bild ohne eigentlichen Adel. Sehr anmuthig sind das 
Christkind und die Engel. 
In der k. Pinakothek zu München ist eine Gesellschaft, welche 
sich mit Musik unterhält, halbe lebensgrosse Figuren, im Grunde 
des Künstlers eigenes Bildniss. Es ist ieses ein höchst ausdrucks- 
volles, meisterhaftes Bild. 
In der k. Gallerie zu Dresden ist das treffliche Bild des Mat- 
thäus, welchen der Herr zum Apostelamte beruft, und die Halb- 
figur einer jungen Dame mit auf dem Scheitel geknüpften Haaren. 
Mehrere Werke dieses Künstlers sind durch Stiche bekannt, von 
A. Lorenzini, J. Piccino, O. Gaddi, E. Fialetti, NÄBoldrini, G. 
Licinio u. a. Einige Blätter haben wir bereits erwähnt. 
Licinio oder Lizini, Bernardino, Maler, Bernardino da 
Pordenone genannt, vielleicht ein Verwandter des Obigen, und 
nach dem Style seiner Werke zu urtheilen, auch Schüler dessel- 
ben. Bei den Comfentualen zu Venedig ist ein Gemälde von ihm, 
ganz im Style Ileiillds. Doch malte er grosstentheils Bildnisse, 
deren einige dem erühmten G. A. Pordenone zugeschrieben wer- 
den. Im k. Museum zu Berlin sind zwei vortrePfliche Bildnisse 
von ihm: ein junger Mann, der sich von einem Iinaben zum Bal- 
lonspiele giirteu lässt; dann ein Geistlicher mit einem Knaben. Im 
ersten dieser Gemälde sehen wir eine treifliche lcbensvolle Gestalt, 
 weich und frei gemalt; das letztere ist schlicht und streng gearbei- 
tet, duch nicht ohne Würde. So sagt Kugler: Iiunstschätze Ber- 
lins I. 119. 
Licmlo, Gmlio, Neffe und Schüler Giov. Antonicfs, Liciuio 
du Pordenone junior genannt, noch öfter aber Licinie Hof 
I mano, um ihn von den andern Licini zu unterscheiden. Zauetll 
hält ihn wirklich für einen Römer, allein er hielt sich nur lange 
Zeit in Rom auf. Doch malte Giulio auch in Venedig, und von 
da aus begab er sich 155g nach Augsburg, gerade zur Zeit dei 
Reichstages. Der Kaiser gestattete ihm, hier seine Kunst und Mahl" 
Werk, die allein auf römische Art gestaltet war, wie" es heisst, 111 
treiben. Nach der Hand erhielt er das ßürgerrecht umsonst. L1" 
cimo starb auch in Augsburg im Jahre 1561.
        

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