Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1748197
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Licinio , 
Giovanni 
Antonio. 
sagt, Gartens für die Teppiche zu fertigen, welche der Herzog 
für den Dom machen liess. Vasari behauptet, es hätten sich dort 
keine guten Zeichner für Iiriegsgegenstiinde gefunden, während 
die beiden Dossi diese Cartons gefertiget haben sollen. Vasari 
scheint hier keinen Glauben zu verdienen, und auch die Sage, 
Pordenone sei bald nach seiner Ankunft in Ferrara an Gift gestor- 
ben, ist_ nicht mit Bestimmtheit anzugeben. Dieser Todesfall er- 
eignete _sich 1559 oder 1540. 
In Friaul sind viele Wandgemälde von Bcgillo, doch erscheint 
er nicht in allen gleich fleissig und schulgerecht, weil mehrere aus 
seiner Jugendzeit herrühren, wo er viel und wohlfeil malte. Meh- 
rere solcher Wandbilder sind auf Schlössern und Landhäusern, 
wie zu Castions, Valeriano, Villanova, Varmo, Pallazzuolo. Irn 
Hause der Cesarei zu Mantua war zu Lanzfs Zeit nur Wkniges 
mehr, so wie im Pallaste Doria zu Genua. In der Kapelle des 
heilpRocchus, im Stephanskloster und in St. lViaria dell' Orto zu 
Venedig sind Werke von ihm. In letzterer Kirche ist das Bild des 
heil. Lorenz Giustiniani, von Heiligen umgeben, unter denen 
der Täufer Johannes ein Nacktes darbietet, das einem Titian Ehre 
macht, und St. Augustin seinen Arm aus dem Gemälde zu reichen 
scheint, ein perspektivisches Kunststück, deren Pordenone mehrere 
machte. Dieses Gemälde musste unter Napoleon die Reise nach 
Paris machen. A. Zucchi hat dieses Werk gestochen und Landon 
XI. 99 selbes umrissen.  
In der Gallerie Manfrin zu Venedig ist das selbstgemalte Bild- 
niss des Künstlers mit seinen Söhnen, ein ausgezeichnetes Werk. 
'In der Florentinischen Gallerie ist ebenfalls das Bildniss dieses 
Künstlers, von P. A. Pazzi gestochen. 
In St. Maria di Campana zu Piacenza sind Darstellungen aus 
dem alten Testamente, durch O. GaddPs Stiche bekannt. Ein bekanntes 
Bild in Piacenza ist jenes der Verlobung der heil. Catharina, mit 
Figuren, die auf dunklem Grunde lebendig hervortreten. 
, Gerühmt wird auch ein StaiTeleibild der Erweckung des Lazarui 
beim Grafen Lecchi zu Brescia. 
Ein berühmtes Bild der Verkündigung Mariä ist in St. Peter 
ßflartyr zu Udiue. . 
In der Kirche des heil. Marcus in Pordenoue stellt ein treffliehes 
Bild die heil. Jungfrau vor, wie sie schirmcnd ihren Mantel über 
zwei Männer und zwei Frauen ausbreitet, während Joseph mit un- 
endlicher Zärtlichkeit das Jesuskind auf den Armen wiegt. Auch 
St. Christoph ist auf diesem Gemälde zu sehen. Lanzi nennt 1813 
eine heil. Familie mit St. Christoph, als in der Collegiatkirche be- 
findlich, wenn aber hier von einer und derselben Iiirehc die Rede 
ist, so kann das oben erwiihnte Bild nur unbestimmt eine heil- 
Familie genannt werden.  Ein zweites Bild dieser Cullegiatkirchß 
stellt den heil. Markus vor, wie er einen Priester weiht, nebst" 
anderen Heiligen. Dann hat die St. Marcuskirche, die wohl mit 
der Gollegiatltirche dieselbe ist, noch andere Bilder von Pordenonci 
hinter dem Hauptaltare ein Frescogemälde, ferner St. Rocchus und 
St. Erasmus; über der Thüre einen Pabst, St. Sebastian und einen 
Bitter in rothem Hleide, eine kühne Gestalt von trefflicher Wil" 
kung.  
Wir {wissen nicht, ob dieses der Gegenstand jenes Blattes ifi- 
welches neben der Verkiindigten oben Gott Vater mit Cherubllll 
und links einen gewappneten Engel vorstellt. Es ist bezeichnen 
Hanc Pordenon J. Lycinius excud.. Fabio Ve. fec. Dieses Blatt 15' 
leiten, in der Weise des J. Sanuti, gru roy. fol.
        

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