Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1747762
Lessing , 
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zergliedert und gewiirdiget ist dieses Bild auch in dem Berichte 
über die Berliner Hunstausstelluxng S. 97., wo man ein Gleiches 
über das Gemälde der Kreuzritter findet.  
Bin Bild, welches früher auf der Berliner Iiunstausstellung von 
1850 die grösste Wirkung hervorbrachte, ist das ehedem im Besitze 
des Grafen von Spiegel, Erzbischofs von Cöln, befindliche Gemälde 
welches einen mit Schncebedeckten Iilosterhof darstellt. Dieses 
Werk, sagt Graf Baczinski, überragteben so weit alle Leistungen 
im landschaftlichen Fache, als sich nichts von Ilistorienbildem an 
jene Coniposition erhebt; ja es gibt Manche, welche dieses Stück in 
seiner Art noch fiir vollendeter halten wollen.  
Hier ist Winter mit solcher Kraft, bei so wenig Mitteln, als er 
vielleicht noch _nie gemalt worden. Ein enger Iilosterliof ohne 
grosse Perspektive der ihn zur Seite einschliessendcn Gebäude; 
hinten in dem Ilauptgebäude von byzantiscliem Bogenstyl bliek: 
man in einen freien Corridor, ein Sarg steht aufgerichtet, das. 
Hochamt wird so eben gehalten, und ein Zug von Drlönchen in 
dem Corridor zieht zur heiligen Handlung hin. Auf dem Hofe 
selbst sieht man nur zwei nahe verwachsene 'I'anncn, zuin Tlieil. 
mit kahlen Stämmen, und einen Brunnen an der Seitenmauer. Die 
Wahrheit des Ganzen ist ausserordentlich, im leichten Flocken- 
schnee, im gefrornen Wasserstrahlc, in der Tanne mit ihren be- 
schneiten Aesten, in der WVirkung der kalten Luft des December- 
morgens, in der Iierzeiibeletichtuiig des Innern, in der Mischung 
jenes Lichtes auf dem Schnee der Schwelle mit der Thgeshelle etc. 
Das Grossartigste, Bedeutungsvollste und Tiefste, was die poeti-_ 
sche Einheit des Ganzen zusammenhält und dem Beschauer näher 
entgegen bringt, sind die an der Pforte des" Klosters tief gebückt, 
stillsinnend dasitzenden alten Steinstatuen, uber Schooss, Nacken 
und Haupt still verschneit. Ueber der Thure sieht man Maria mit 
dem Iiinde durch den Schneeschleier hindurch. Dieses Bild ist 
nur ohngefähr 2 Fuss breit und  Fuss hoch. _Bei' Raczinslti ist 
dieser Iilosterliof von Unzelniann in Holz geschnitten. S. 165,. 
Eine andere treffliche Landschaffdieses berühmten Künstlers stellt 
ein Schloss am lNIeeresufer dar, und meisterhaft ist auch das Ge- 
mälde einer Gcbirgsgegend mit Aussicht auf eineSchlucht; auf der 
Anhöhe im Vorgrundc ein brennendes porf. Neuere Bilder _von 
1837, so wie die erwähnten von ausgezeichnetem Verdienste, sind: 
Wald- und Felsenlandsehaft _mit Reisenden in Andacht vor dem 
Heiligenbilde in denlionigseiche, im Besitz des Kauinianns John 
zu Frankfurt ainxMain; die Skizze zu diesem. Bilde, bei EmStein- 
briicl: ZUDilSSEJhlOTi; Walters Entfuhrung der Hildegunde, nach einem 
alten Ileldengedichte aus der Zeit der Niebelungen, im_ Besitz des 
Banquiers Frenkel zu Berlin  des Waidmanns Selbsteinkehr und 
Beichte aufWaldespiad, fur Maqor _von Liebermann in Dusseldorf ge- 
malt; felsiges Flussufer mit Fernsicht, ßonnenuntergang bei. Mon- 
dßsaufgang; felsigtes Flussufer bei abziehendem Gewitter.  
Im Jahre 1358 vollendete er _das Bild des Ezzelino, "Tyrannen 
von Padua, im Kerker mit zwei Mönchen, Hderein Bekßlirßvswßr- 
such scheitert, lebensgrosse Figuren, iin StedePsclien Museum zu 
Frankfurt. Die kleine Farbenskizze besitzt der _Maler Ehrhard zu 
Düsseldorf. In dernenesten Zeite entstandauch seine Darstellung der 
Erstürmung einer Bresche zu Iconium durch den Herzog von Schwa- 
ben, der des Iiiinstlers Bildniss ist, im Beil-im deycfßanqlllerä Fren- 
kel; der verirrte Reitersmann bei derdiohlerhiitte; der liegende 
Pilger beim Heiligen-Häuschen am durren Ewhßllätämm, im Be- 
sitze des Hauptmanns von Hatten zu Dusseldorf. 
Nagler-"s Künstler-Lax. VII. Bd. 30
        

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