Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1747743
Lessing, 
Carl 
Friedrich. 
463 
dung des Romantischer: mit der. Richtigkeit und Strenge des Styls, 
durch eine Gefiihliglscit, welche die Betrachtung läutert, ohne 
etwas von ihrer Iiraft zu benehmen, durch einen Schwung, wef 
chen stets das richtige Gefühl und der gute Geschmack mlissigen, 
kurz durch den glücklichsten Einklang edler und zarter Gemüths- 
beiveguiigen mit dem tiefsten Nachsiniien. Sein Talent ist unend- 
lich mannigfaltig: bald ist es ein Dichter diisterer Balladen, bald er. 
blickt man Eingebungen, welche an die Stanzen Bafaelis erinnern; 
in anderen Darstellungen findet man Uebereinstimtnung mit Ro- 
bert. Er hat auch Landschaften in mannigfaltiger Grösse gemalt, 
mit einer Vollendung, Welche keiner seiner Zeit übertroffen hat. 
So heisst es bei llaczinsky.   
i Iin Bericht über die Berliner Iitinstatisstellung 1836 S. 117 1105; 
man; Lessings gewaltige liunst sei nur nach ihrem eigenen Mnasse 
zu messen, nur Männer, wie ctiiva Lord Byron oder Beethoven 
seien ihm zu vergleichen. Er schaltet frei in seinem Gebiete und 
frei über die Empfindungen des Beschauers. Widerstandlos stehen 
wir seinen Gemälden gegenüber, er zieht uns hinein in die elegi- 
sche Trauer, die seine Landschaften erfüllt, er reisst uns in den 
giihrendeu Strom seiner Leidenschaft, er vernichtet uns in unserer 
Selbststiiriiliglieit,  und wir müssen seine Herrschaft anerkennen. 
Seite g? desselben Berichtes, der aus Dr. Iiuglefs Museum einzeln 
abgedruckt ist, licisst es weiter: dass die göttliche Wehrnuth, die 
in Lessings Gemälden mit der Charakterkraft historischer Schilde- 
rungen innig vermählt ist, auch in die Natur seiner Landschaft 
tief verwachsen ist. Vor ihm, heisst es weiter, habe es keine 
solche Landschaft gegeben; nur" Friedriclfs Hauptwerke können; 
in Vergleichung kommen, in so ferne schon in ihnen die Natur 
zu einer Harfe menschlicher Empfindung gestimmt war. 
Das erste VVerk, durch rvelches" sich das _neue Zeitalter ankiin- 
(ligte; das für die Malerei zu Dusseldorf sich eröffnete, ist nach 
Baczinski Lessings trauerndes Königspaar, das 1830 auf derliuust- 
ausstellung zu Berlin erschien, und sich jetzt im Besitze der Iiai- 
sei-in von Russland befindet. Früher malte er den Räuber in einer 
Landschaft, mit seinem Iinahen am Felsen sitzend, den Kopf auf 
die Hand gestützt, jwie er sinneml hinausblickt in die Gegend, ein 
reizendes Genrebilti, bei Ilaczinski iin Holzschnitt gegeben, und 
im Besitze des Malers Sohn. Es ist auch lithographirt. Für den 
Banquier Friiukel in ßerlin hat es Lessing vviederholt„ In dem 
trauernden IiÖnigspaart-daselhst ebenfalls in Idolz geschnitten, hat 
sich Lessing endlich hinsichtlich der Reinheit des Styls und der 
Strenge der Stellung und Zeichnung zu einer bedeutenden Höhe 
erhoben. Dieses Gemälde enthält zugleich eine geschichtlich merk- 
würdige Thatsache, nämlich, dass Schadovv für den Iiopf des liö- 
nigs zum Vorbilde diente. Der IiupfersteeherLuderitz in Berlin 
hat dieses Bild gcstucheng nach Lessing's Originalzeichnung. Die 
Zeichnungen dieses Iiiinstlers sind von hohem künstlerischen Wer- 
the, uiid nach liaezinsliPs Urtlieil kann man nur aus diesen sein 
bewimderungswiirtliges Cfalent gründlich kennen lernen. Diese 
Zeichnungen gehen eine viel riehtigere Verstellung seines Verdien- 
stes , als es die kleine Anzahl von Oelgeini-ilden zu thun vermag, und 
die iiberdiess weit zerstreut sind. Unter den bis zu des Grafen 
Raczinskfs Zeit gefertigten Zeichnungen. stellt letzterer jene von 
Hass, wie er sich vor seinen Richtern vertheidiget, _obe_n an, und 
nach dieser liebt er den Tod des Hohenstaufen läiflßdlllßll lI. und 
zwei [larstellungen aus der altdeutschcn l-leldendichtung YVahher 
undxHildegunde hervor. Die Zeichnung mit dem I-Iohenstaufischen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.