Lemoinä ,
Lemoine ,
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Iiel, dass er dem Künstler zu Gevatter stand, und noch bei der
Verheirathung der Tochter dem Vater 25000 Liv. schenkte. Jetzt
führte er für die Kirche St. Louis du Louvre das Mausoleum des
Cardinals Fleury aus, und dann kam crauf den Einfall, das Ge-
heimniss der Verkündigung in einem Basrelief von vielfarbigem
Marmor darzustellen. Dieses Werk zog ihm einigen Tadel zu, da-
gegen aber zählt man seine Statue des heiligen Gregor, welche er
"neben jener der begeisterten St. Theresia für die Iiirche der Inva-
liclen fertigte, zu seinen besten Werken. Hierauf ging er wieder
an grössere Werke, wozu zwei Statuen des Königs zu Fuss gehö-
ren; einmal für die Militärschule. Da War der König als Jupiter
mit Donnerlseil und Adler dargestellt, ersterer wurde aber später
in einen Scepter, letzterer in einen Helm metamorphosirt, bis end-
lich die Revolution allen seinen Iiönigsstatuen ein Ende machte.
Für den Iiönig von Preussen führte er die lebensgrosse Statue ei-
nes Apollo aus, und diese erklärt man als eine seiner Hauptarbei-
ten; dazu kommen noch zahllose Büsten, und darunter sind mehr
als 100 des Königs.
Lemoine äusserte auf die damalige Kunst der Bildhauerei den
grüssten Einfluss, aber nicht den wohlthätigsten. Er verwarf das
Studium der Natur und bewirkte dadurch den Verfall der Kunst.
Auch überschritt er die Grenzen der Plastik, dass er sie zur Nach-
ahmerin der Malerei machte. Sein Sinn war nicht fiir wahre Schön-
heit erschlossen, Ziererei ist bei ihm an der Stelle der Anmuth
und ungesuchten Grazie. Dennoch glaubte man, sein Meissel werde
von Grazien geleitet. Er war indessen ein Künstler voll Geist und
Leben. Die Form erscheint bei ihm in ihrer Reinheit. Rom sah er
nicht, die antike Kunst blieb ihm fremd, und nach den Gemälden
der damaligen französischen Meister konnte sich kein Bildhauer
zum ächten Iiünstlei: bilden.
Uebrigens war Lemoine ein Mann von edlem Charakter, Voll
Gefälligkeit gegen seine Schüler. lm Jahre 1773 starb er. Dandrä.
Barden schrieb 1779 sein Eloge historique, auch d'Argensville und
Watelet erwähnen seiner.
Lemoine ,
Blumen
sich durch
Jahre.
Pßte? AUTOR, Maler zu Paris, erwarb
und Fruchtstiicke Beifall. Starb 1665 im 60.
Lemeine, JOhann, Maler zu Paris, war vielleicht Johann Lud-
Wig's.Vater. Er malte Ornamente und Grottesken. Im Jahre 1681
wurde er Mitglied der Akademie und 1715 starb er," 75 Jahre alt.
Es finden sich Zeichnungen von ihm, mit der Feder und in Aqua-
rell ausgeführt.
Einige seiner Ornamente und Grottesken liegen in 12 Blättern in
Kupfer gestochen vor.
Lemtäine, Zeichner, der um 1753 zu Bauen geboren wurde. Er
eeichnete Bildnisse und anderes. Voyez der ältere stach nach
Ihm djlä Bildniss des J. L. de Buisson, Bischofs von Alais, in run-
der Einfassung.
Lemome: Johann PhnlPP s Architekt zu Paris, wurde iim 115g
geboren. Er erhielt 1767 den zweiten Preis der Akademie, und
später begab er sich seiner Ausbildung wegen nach Rom, Wesswß-
gen er in Pans den Beinamen des Römers erhielt. Er baute meh.
Türe Privaihäl-läer, wie jenes des M. de Beaumarchais, welche; in
Iiraflfs Plans, Coupes, etc. p. X. abgebildet ist. Starb um 1596.