Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1747331
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Lemoine , 
Lemoine , 
malte er um geringen Preis , auch die Transfiguration am Plafond 
in St. Thomas lYAquin ist sein Werk, aber die von N. Silvestre 
gestochene Skizze eines Plafonds für die Bank zu Paris kam nicht 
zur Ausführung. Auch kleine Bilder werden mit Auszeichnung 
genannt. Fiir sein Meisterstiiek in Oel hält man die Flucht nach. 
Aegypten, welche er für die Nonnen der Himmelfahrt Mariä malte. 
Das Pariser Museum hatte 1850 noch kein Werk von diesem Künst- 
ler aufgestellt, dagegen aber bewahrt die königl. Pinakothek in 
München ein solches, und dieses ist überhaupt eines der schönsten 
und grössten Stadelieibilder des Meisters. Es stellt eine Jagdgesell- 
schaft vor, wie sie im Freien bei einer Mühle Erfrischung zu sich 
nimmt. Mehrere seiner Gemälde wurden gestochen, besonders von 
L. CarsÄ Dieser stach Adam und Eva von der Schlange versucht, 
Herkules und Cacus, das Aufnahmsstiick, die Verkündigung Ma- 
riä, die Entführung der Europa, Aurnra und Cephalus, Herkules 
und Omphale, Perseus und Andromeda, die Zeit entdeckt die Wahr- 
heit, eine Frau im Bade, das Opfer der Iyhigenia, Allegorie auf 
die Geburt zweier Prinzen. 
St. Fessard stach die, erwähnte Apotheose des Herkules, Andere 
Werke von Lemoine zählten wir in den Artikeln der Stecher: Le- 
vasseur, Thcvenard, W. Walk, Fessard, Desplaces, Silvestre, Pel- 
letier, Bavenet, N. Cochin, Beauvarlet, F. Aliarnet, L'Armessin etc. 
Dann hat er selbst radirt: 
1) Die Verkündigung der heil. Jungfrau, kleines Oval. 
2) Eine kleine Landschaft. 
Lßmvlne, Johann Ludwig, Bildhauer zu Paris, erwarb sich in 
der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts einen Namen, vorzüglich 
durch Büsten, wie durch jene des Herzogs Regenten, Mansarde, 
Largillieräs etc. Auch Statuen und Basreliefs führte er aus, un- 
merhin aber scheint es sein grösster Ruhm gewesen zu seyn, dass 
der folgende Künstler sein Sohn gewesen. Er starb 1755 alS Rec- 
tor der Akademie, 90 Jahre alt. 
Lemßine, Jühallfl BaPtiSt, Bildhauer, wurde 1704 zu Paris ge- 
boren, und den ersten Unterricht ertheilte ihm sein Vater. Le 
Lorrain lehrte ihn den Meissel führen, und da auch de Troy und 
Largilliere ihn mit Rath und That unterstützten, so erhielt er schon 
im zwanzigsten Jahre den grossen Preis. Er hätte jetzt seine Stu- 
dien in Rom fortsetzen können, allein der zu zärtliche Vater konnte 
sich von seinem Söhnchen nicht trennen und er hat den Herzog 
von Antin , die Abreise zu hintertreiben. Der junge Lemoine ar- 
beitete jetzt in Paris, und als eines seiner ersten Werke nennt man 
 die Taufe Christi, die er mit seinem Oheime für St. Jean en Greve 
ausführte. Der Christus war von ihm, aber dieser heilige Gegen- 
stand begeisterte ihn nicht zum Ideale, sondern ein schöner Schau- 
spieler, Namens Chasse, musste beim K0 fe zum Modelle dienen. 
Das Publikum aber staunte über das Taliant des 25jährigen Jiing. 
lings, und dieses Werk verschaFfte ihm den Auftrag zur Ausfüh- 
rung der Reiterstatue Ludwigs XV. für Bordeaux. Dieses Bildniss 
erwarb ihm die volle Gunst des Königs und einen Jahrgehalt von 
1500 Liv. Ges. v. N. Dupuis. Hierauf fertigte er das Grabmal Mignards, 
in der Jakobiner-Kirche, dann jenes von Crebillon, ersteres durch 
den Stich von B. PEpicier, das andere durch jenen von A. St. Au- 
bin bekannt. Um jene Zeit erkrankte der König und aus lauter 
Freude über die Genesung liessen die Stände der Bretague in Ren- 
nes ein Monument errichten, was dem Könige wieder so wohl ge-
        

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