Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1747274
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Lemercier , 
Anton. 
Collegium der Sorbonne und hierauf die Iiirche derselben, in wel- 
cher der Cardinal sich sein Grab bestimmte. D'Argensville erklärt 
diese Kirche nach Val-de-Gracc für das zweite Mcisterstiick 
der französischen Architektur, das ihm bei allen Fehlern ausseror- 
deutlich gefiel, besonders in der Anlage. Milizzia findet nur die 
Seite gegen das Collegium hin erträglich, die Hauptfacade aber 
wimmelt von Fehlern. Die Säulen sind zu dünn, die Bogen hoch 
und die Pforte klein, grosse Statuen in kleinen Nischen und viele 
andere Ungleichheiten. Im Innern ist es dunkel, wie in einer 
Grabeskaxnmer, was das Gebäude nach dem Willen des Cardinals 
auch seyn sollte, und die Feuchtigkeit erzeugte bald den Ge- 
ruch des Moders, während Richelieu _n0ch daran dachte, sich 
einen neuen Pallast zu bauen. Auch diesen errichtete Lemercier, 
ein Gebäude mit Gebrechen und Vorzügen, das später in den Pa- 
lais royal umgestempelt wurde. Sein YVerk ist auch die Kirche 
der Peres de POratoire, die Kirche St. Iloch, und der Pavillon in 
der Mitte des Louvre. Als man die grosse Gallerie des Louvre 
anlegte, war auch Poussin in Paris, aber vergebens wollte er dem 
Ungeschmacke der Pariser Iiunsthelden steuern. Kaum hatte er 
die barocken Zierathen zerstört, so verschwor sich der Architekt 
mit den Malern Vouet und Fouquieres, und Poussin musste wei- 
chen. Doch auch die Arbeit unterblieb. Als eines seiner Mei- 
sterstüeke erklärt man die grosse Treppe des Schlosses in Fontai- 
nebleau, in Privatgebäuclen leistete er aber durchaus nichts Lobens- 
werthes. Die Kunst, nach damaliger Weise die Kirchen zu zieren, 
hatte er wie Mansard inne, in Wohngebäuden aber, besonders in 
den innern Deeorationen, lieferte er nur Meisterwerke der-Dis- 
harmonie. Die Säulenordnungcn sind schwerfällig; es ist bald 
Grosses neben Iilcinem, Schwaches neben allzu Starkem gereiht, 
keine verständige Oekonoxnie. Für solche Fehler hatte man aber 
zu Lemercieis Zeit kein wachendes Auge, und man vertraute dem 
Künstler immer neue Bauten an, die im gleichen Schlage erstan- 
den. J. Marot u. a. stachen die Plane seiner Bauten: der Sorbon- 
ne, des Pallastes Richelieu, des Louvre etc. Er war auch Archi- 
tekt des Iiönigs, und dennoch starb er in armseligen Umständen. 
Wann, ist nicht bekannt. 
1) Die Kirche der Florentiner, von Michel Angele in Rom er. 
baut, 1607 geätzt- 
2) Die Bildsäule Heinrich IVÄ, 1608 im Lateran aufgerichtet. 
5) Der Catalalk Heinrich IV., 1610 von ihm im Lateran er- 
richtet. 
4) Das Grabmal dieses Iiönigs in St. Denis. 
LGIIICFCICP, AIITCOII, Kupferstecher, dessen Lebensverhältnisse unbe- 
kannt sind. Unter den früheren erwähnt ihn Marolles allein, und 
dieser bestimmt die Lebenszeit des Künstlers um 1653. Robert 
Dumesnil P. gr. frane. II. p. 5. glaubt, dass Lcmercier Bildhauer 
gewesen, was er aus der Darstellung des Johannes in der Wüste 
abnehmen will. Indessen beweiset das ganze Werk des Künstlers, 
dass er den Crayon und die Nadel mit mehr Iiühnheit als Talent 
geführt habe. Man darf ihn nicht mit Jakob le Mercier, cien Ar- 
chitekten Ludwigs XIII. verwechseln, der wahrscheinlich euch 
Bildhauer gewesen und in Kupfer gestochen hat.  
 1) Johannes in der Wüste, rechts am Felsen stehend, das 
lireuz in einer Hand. Am Felsen steht: A. Lemercier. H. 
7 Z. 6 L'l BF- 5 Z- 8 L. 
2) - 15) Folge von 12 Blättern ohne Zeichen, Iiaixiine, Thür-
        

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