Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1746580
Lautensack , 
Heinrich. 
347 
Lautensack: Heinrich, Maler und Goldschmied, angeblich der 
Sohn Paul's, wurde nach Hüsgexfs Angabe, der aus sichern Quel- 
len geschöpft zu haben scheint, den 5. Februar 1522 in Bamberg 
geboren. Seine Mutter, eine geborne Gräfin, war ebenfalls aus 
amberg; dieliunst aber erlernte Heinrich in Nürnberg  WO 81' 
1552 beim Goldarbeiter Melchior Bayer auf sechs Jahre in die Lehre 
l-Yat- Später kam er nach Frankfurt am Main, wo er sich 1550 
verheirathete, und viele Jahre mit Beifall arbeitete, bis er zuletzt 
nach Nürnberg zog. Hier starb er 1590. In Frankfurt geb F? 
1555 ein Buch heraus, welches vom Winckelmaass und Richtscllßldt 
und der Perspektive, von der Proportion der Menschen und Bosse 
handelt. Dieses Werk, mit Holzschnitten , erwarb ihm grosses Lob- 
H. Lautensack soll auch in Holz geschnitten haben, und dann 
legt man ihm auch Iiupferstiche bei, allein mit dem Monogramme, 
das man ihm beilegt, hat es wenig Richtigkeit. Es steht auf dic- 
sen Blättern die Jahrzahl 1535, Wo d" HÜUSÜCP erst in die 
Lehre kam. Auch Hiisgen hat in seinen Nachrichten von Frankfur- 
ter Künstlern nicht recht, wenn er sagt, Lautensack habe 1552 
das Bildniss seines Vaters Paul gestochen. Dieses ist jenes Bild- 
niss, welches wir im Artikel des H. S. Lautensack aufziihlten, und 
diesem gehören auch die Nürnberger Prospekte an, die Hüsgen 
dem Heinrich beilegt. Hier verwechselt ihn dieser Schriftsteller 
also mit Hans Seballd, und wenn er sich zuletzt auch im Geburts- 
jalire geirrt hat? Jeder mag glauben, was er will, und wir zäh- 
len nur einige Blätter des Monoqrammisten H. L. auf, da dieser 
nach Einigen Heinrich Lauteusack seyn soll. 
Folgende drei Blätter legt Bartsch IX. 474 einem solchen Mono- 
grammisten bei; der Monogrammist H. L. 1555 VIII. ff. ist damit 
nicht zu verwechseln.  
1) Christus am Iireuze zwischen den Schächern: Christum non 
istum etc., 155. Die letzte Numcr fand Bartsch in seinem 
Abdrucli verwischt. H. 10 Zr., Br. Ö Z. 8 L.  
2) Der Heiland mit Nlantcl, hrone und Weltkugel: Vivo ego 
nolo rnortem etc., 1558. H. 8 Z. 4 L., Br. 6 Z. 2 L. 
5) Die Charitas unter einem Weibe, welche auf das Kind Milch 
aus der Brust drüclit. Auf dem steinernen Tdsche liegt ein 
 schlafendes Kind, 1558- H. und Br- 4 Z. D85 Schlafende 
Kind ist nach Beham copirt, _No. 1 deS Werkes bßl Bartsch- 
4) Die Marter der heil. Cetharme", mit dem Monogramu; H. 
L., welches Huber auf diäseu hunstlcrGdeutet. M A 
5) Das Urtheil des Paris, opie emer_ ruppe aus are n- 
toifs Blatt nach Rafael: Jvdiclvm Pandis. Am Bande 1st das 
Z  11 d d'e Jahrzahl 1558- H. 8 Z- BP-_Ö Z--10 L. 
Nlellfedmdelixil Zeiizhen fand Brulliot I. 2381 auf 5165MB Blailß 
auch das Wort: leytzeu Wwas vielleicht den Stec er be- 
deutet. i 
Es ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen, 0b diese Blätter 86' 
fade dem Heinrich Lautensack angehören, und weil auch die des 
andern Monogrammisten H. L. öfter balcl auf diesen Künstler, bald 
311511111151 Lenker gedeutet Werden, so mögen sie hier sich anschlies- 
Gen , Wall Wir sie im angehängten MODOgFäIIIIXIIGII-LBXXCOD dochauf- 
zahlen mussten.  
Folgende Blätter verzeichnet Bartsch p. gr. VIII. 55 E. 
1) Christus mit Dornen gekrönt, links oben auf einem Täfel- 
chen die schwer zu legenden Buchstaben H. L. H. 4 Z. 4 
L., Br. 2 Z. 7 L,
        

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