Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1746055
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Laxggheim , 
F0 
sten Bauwerke aber, welche seinen Namen verkünden, sind: das 
neue Schauspielhaus und das Brandenburger Thor zu Berlin. Die 
erste Idee zu dem letzteren gab der König und der Oberhofhau- 
lntendanturxd Minister Wiillner, und diese Idee fiilzrte Langhans 
auf grossartige Weise aus. Er leitete mit Beivvrirkung des Obers 
baurathes Lessling und des (JberhofbauJnspektors Held den gan- 
zen Bau. und dieser wurde 179.3 zu Stande gebracht. Das Muster 
gaben die Propyläen in Athen, und die modernen Propyläen Ber- 
lins bestehen in ihrem Haupttheile aus einer Colonnade von 12 
Säulen aus Sandstein; zwischen den Säulen sind Scheidewände er- 
richtet, und zwar so, dass dadurch 5 verschiedene Durchgänge 
formirt werden, wovon der mittlere 18 E, die Seitengänge aber 
12 F. halten. Die Säulen haben in ihrem Durchmesser 5 F. 8 Z. 
und 4-1 F. in der Höhe, sie sind canelirt und auf ihnen geht der 
Architrav, der Fries und das lilauptgcsims in gerader Linie fort. 
Ueber diesen erhebt sich die Attique, welche über dem mittelstcn 
Durchgange bis an die Fronte vorspringt, an den Seiten aber zu- 
rückgezogen ist, so dass gegen den mittleren Theil von beiden 
Seiten Treppenstufen angebracht sind, welche gleichsam ein Fron- 
tispice foriniren, und auf dem mittleren Theile der Attique zusam- 
menkommen. Die ganze Architektur ist dorisch. 
Auf der Attique steht eine Guadriga nach antiker Weise, auf 
dem Wagen die Siegesgöttiti , und vur demselben vier 12 F. hohe 
Pferde, die Napoleon ausspannen liess. Die ganze Höhe des Tho- 
res mit der Attique beträgt 6.1 F. und mit der Gruppe 80. Die 
vordere Fronte der Attiquc ist: mit einem 26 F. langen Basrelief, 
nach Direktor Rodzäs Zeichnung geschmückt, und auch in dcn 
Mctopen des dorisehen Frieses sind Basreliefs. 
An den mittleren Haupttheil des Thorcs stossen zwei Seitenflügel, 
welche sich in einem rechten Winkel an die beiden nächsten l-liiu- 
ser des grnssen Quarcds, welches das Ende der auf 196 F. breiten 
Strasse ausmacht, anschliessen. 
Diese Flügel formiren zwei Gebäude in der Weise antiker grie- 
chischer Tempel, und sind mit einer Colonnacle, welche diesen 
Tempel umgibt, und einen bedeckten Gang ausmachet, geziert. 
Die Architektur ist ebenfalls clorisch. Die Säulen halten drei P1155 
im Durchmesser und sie sind 24 F._boch_, ebenfalls canelirt. Die 
ganze Architektur aber mit dem Gesirnse ist _5o F, lwcth Jedel- die. 
ser Flügel hat 10 Säulen und endxget in einen Fronton von vier 
Säulen. 
Berlin verdankt also diesem Iiiinstler eine Hauptzierde, an wglchc 
liCl] die XVerke des berühmten Schinkel anschliesseu. Das, dieser 
in noch reinerem Style baute, ist bekannt; (lOCh war auch der 
VVirkungskreis seines Vorgängers allenthalben von den erspriegslich- 
sten Folgen. Virenige Monate vor seinem Tod besuchte er das 
Vaterland wieder, und dort fand er seinen Tod. 
Langhans hat auch interessante Abhandlungen über sein Fach 
Q geschrieben. 
Länglleltn, F. VVU Maler, wurde um 180i geboren, und der Alaas 
 demie der Künste in Berlin verdankt er seine Ausbildung. Er 
fand sich besonders zur landschaftlichen Darstellung gezogen, 
und seine Ansichten sind auf rnanichtaehe Weise durch Statfagc 
gehoben. Häufig laringt er architektonische Monumente an, Iiir- 
chen, Klöster, Schlösser, Ruinen u. s. w. Man sah schon 1822 
auf der Berliner Hunstausstellung Früchte seines Fleisses, und so 
(fort mehrere andere, die immer mit Beifall betrachtet wurden.
        

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