Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1745931
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Lang ' 
Joseph. 
Alabaster, einen Schuh hoch, und den Einzug der Kaiserin Maria 
Thcresiafs undFranzcns vorstcllend. Mit diesem Werke, das sich 
"etzt im Ferdlnandeum zu Innsbruck befindet, reiste Lang nach 
hlVien, und dafür belohnte ihn die Kaiserin mit 50 Dukaten, aus- 
scrdem, dass er von jezt an eine jährliche Unterstützung von 400 fl. 
zur weiteren Ausbildung an der Graveur- und Bossierschule ge- 
noss. Im Jahre 1781 und 1781; gewann er den ersten Preis, und 
zuletzt wurde ihm huch das Diplom eines Mitgliedes der Alsade- 
mie zugestellt, Von dieser Zeit an lieferte er zahlreiche Werke: 
Basreliefs und Statuen in Erz und Stein, dann Bildwerlac in Wachs 
bossirt, verschiedene Medaillen, das lVIajcstlits-Sigill, Formen zum 
Pressen der Schildkröten-Dosen. Seine_ Verdienste um das öster- 
reichische Fabrilswesen sind wesentlich; er war der erste, welcher 
Iinopfstangen und Walzen zu Metallarbeiten _grav1rte, dann fer- 
tigte er alle Modelle zu den Oefen, welche 1m Griiflich Wrbna- 
sehen Gusswerke in Böhmen aus Eisen gegossen wurden. Zu sei- 
nen vorziiglichsten Wachsgebilden gehören; Das Bad der Diana, 
das Urtheil des Paris, der Ursprung des Schauspiels, {igurcnreiche 
Composition. Im Ferdinandeum befinden sich drei Waehsmodclle, 
die auch in Erz erhoben gravirt sind: Ulysses und Penelope, Ore- 
stes und Pylades, das goldene Zeitalter, eine seiner letzten und 
treiflichsten Arbeiten. Dann finden sich von seinen Werken rothe 
und weisse Gypsabdriicke, und rothe Schwefelabdrücke. 
Lang wurde nach dem Tode des berühmten Hagenauer Di- 
rektor der Graveur- und Medaillenschule an der k. k. Akademie, 
auch war er akademischer Rath. 
Lang, Joseph, Medailleur, der Sohn des Obigen, wurde 1776 zu 
Innsbruck geboren, und anfänglich unterstützte er den Vater bei 
 Anfertigung seiner Stangen und Walzen, die Lang jun. zu allge- 
meiner Zufriedenheit gravirte. Nebenbei machte er aber auch in 
der höheren Iiunstsolche Fortschritte. dass er 1795 den ersten Preis iru 
Bossiren und 1795 auch jenen im Graviren gewann. Jetzt wurde 
er beim Hauptmiinzamte angestellt, und 180i 1mm er als Obergre- 
veur nach Hall in Tirol. Später wurde er auf manichfache WVeige 
bcthiitiget, bis er endlich die Anstellung als zweiter Miinzgraveup 
in Wien erhielt. Er arbeitete auch noch immer für das Fabrik- 
wesen, machte mit gutexnGluclte Versuche nach der zu Neapel und 
Florenz. gemachten Erfindungum Glespnste, und im Fcrdinandeum 
zu Innsbruck sind mehrere Stuche dieser Art.  
J. Lang wurde 1820 Mitglied der Aliüdümle in Wien, später 
Obergrzxveur des k. k. Hauptmünzalntesg und 1335 Starb er. Vun 
seinen trel-Flicheil Medaillen erwähnen Wlr: 
1)__AuF die Universität zu Praä.   
"i 2) Auf die Völkerschlacht zu eipzig. 
5) Auf die Schlacht bei Waterloo.    
d) Auf die Vereinigung Tirols mit dem psterreicliigchen Staqm; 
 5) Auf die Grundsteinlegung des gigantischen Domes zu Grau, 
1822;   
 6) Auf die Besitznahme des erzbischiiflrcheil Stuhls in Wien. 
7) Auf die Vermählung der Erzherzogin Leopoldine mit dem 
 Kronprinzen von Portugal (Dßlt Pßdm von Brasilien). 
8) Auf die Genesung des Kaisers Franz. 
9) Auf den Virtuosen Ihganini. 
10) Auf die Jubelfeier der Heiligsprcchung des heiligen Johan- 
nes von Nepumuk.  
11) Auf das erste Siiculum von der Errichtung der k. k. l-Iofbi- 
bliothek in Wien.
        

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