Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1745772
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Landi , 
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Marien am Grabegfiirdie Familie Baglione gemalt. Als ein in al- 
len Theilen ausgezeichnetes Werk von seltener Einheit des Gedan- 
kens und des Styls erklärte man das Gemälde, welches die Abreise 
der Maria Stuart nach dem Tode Franz II. von Frankreich vor- 
stellt. Ein grusses Gemälde ist jenes mit Christus, wie er auf dem 
Wege nach Golgntha den heil. Frauen begegnet, und dieses be- 
wunderte man wegen der Verschiedenheit des Ausdruckes in den 
Gesichtern der Figuren, und in Farbe und Composition fand man 
etwas Ausserordentliches. Dieses Gemälde wurde 130g auch in 
Deutschland bekannt, so wie jene im Dome zu Piacenza, welche 
der Künstler in seinem 45 Jahre malte. Alle diese Gemälde fan- 
den bei seinen Landsleuten ungetheiltes Lob, schärfere Beobach- 
ter aber. fanden die Zeichnung und Färbung etwas manierirt. Das 
Colurit seiner Venusbilder ist rosentarbig, und tlieselben Tinten 
findet man auch in seinen Bäuberseenen. Sein Colorit ist geeigne- 
ter für den Teint des schönen Geschlechtes, als für den männlichen, 
und daher sollen seine nackten weiblichen Gestalten und die Da- 
menhildnisse besonders anziehend seyn. Er hat indessen auch 
Männerportraite gemalt, und einige vqn diesen, so wie mehrere 
andere "seiner Bilder, zeichnen sich ebenfalls durch Schönheit und 
Wahrheit des Colurits, so wie durch Aehulichkeit aus. Eines sei- 
11er schönsten und besten Gemälde ist jenes, welehes mehrere Tür- 
lien vorstellt, im königl. Museum zu. Neapel. 
Sein letztes Gemälde stellt die Empfängniss Mariä dar, welche 
er für die St. Franz  und Paulskirche zu Neapel ausfiihrte. Wäh- 
rend der Arbeit an diesem Werke berührte ihn der Schlag, und 
von jener Zeit an war er für die Iiunst verloren. Sein Leben 
war jetzt schmerzvull, bis endlich 1850 in Piacenza der Tod 
demselben ein Ende machtew 
 Landi fertigte zu seinen Gemälden keine Cartons. Er modellirte 
seine Figuren oder ganze Gruppen in'Thon_, diese ordnete er, so 
wie sie ihm seine Phantasie eingab, und darnach malte er seine 
Bilder. In der Draperie liebte er Reichthuin, doch ist seine Ge- 
wandung öfter nicht leicht genug, und der Wurf derselben zu we- 
nig durchdacht. Auch macht man ihm zum. Verwurfe, dass er 
Seine Gemälde mit kleinlichen Details überhäuft habe. Als Colgrisl; 
genicsst er bei seinen Landsleuten fiusgezeivchnete Achtung, ob- 
gleich es ihm nicht immer gelang, die gehorige Lebhaftigkeit und 
Kraft in der Färbung zu GITGIChGII. Er scheint indessen mehr 
nach dem Sanften und Lieblichen des Culorites getrachtet zu ha- 
ben. Auch im Ausdrucke der Figuren? und in der Mannigfaltig- 
lieit der Conipositionen gestehen ilini die Italiener grosse Vorzüge 
zu, und iin Portraite erkennen Sie in ihm einen ptttore OXQBllGII- 
tissinio. Die Ueberälgler treten solchem Lobe niChF S9 unbedingt 
bei; sie finden ihn liie iund da Her französischen Weise zu. sehr 
liuldigend, manierirt in der Zeichnung, und lIfl Ganzen wollen 
Einige nur einen seichten Nachahmer der älteren italienischen Mei- 
ster in ihm erkennen; obgleich man nicht sagen kann, dass er 
sich an irgend einen Styl vorzugsweise gehalten habe. Er bildete 
sich seinen eigenen. Scliliesslieh bemerken wir noch, dass Landi 
immer in Oel, nie in Fresco gemalt hßbß- Auch hat er zahlreiche 
Schüler gebildet, die seinoft zn-glänzendes rosiges Colorit nach- 
ahmen, nämlich in dem schwächern Thßllß den Meister zum Vor- 
bildeinehmen, ohne die Anmuth zu erreichen, die Landi über 
"seine Bilder zu verbreiten wusste- 
Sein Bildniss befindet sich in der bekannten Portrait-Sammlung
        

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