Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1745680
Lampi , 
J oh. 
BapL, 
VOR. 
Bitter 
257 
wurden. Unter Kaiser Paul malte er die Grossfüfßlcll Alexander 
und Constantiii, wofür er 12000 Rubel erhielt. Auch andere Grosse 
des Reiches beeiferten sich, ihre Bildnisse von ihm zu erhalten. 
Fürst Subod, die Fürstin Dolgorucki, Fürst SchcrbatutT, Grat Stro- 
goiioff, die Gräfin Potenikin und Savadovski u. S. W- Sind V- Lalll" 
pi's Meisterhand gemalt. Vorzüglich schenkte ihm der GrafPusch- 
kin, Präsident der Iiunstaklzideinliae ZtIhPBIGTSlJUXE, sein (Szutrzililen. 
Er vcrlan te über verschieiene inric tungen am i's utac teil, 
und machge nach diesem wichtige Yerbesserungen: Sie verschiede- 
nen Medaillen, welche bis dorthin tur akademische Prämien ge- 
prägt wurden (5 goldene, 2 Sllbßfllßl, waren, nebst der Ernen- 
nung zum Ehrenmitgliede der Akademie (12794) des hiinstlers Lohn. 
Nachdem er sich sechs Jahre am russischen Hole aufgehalten 
und reichlich Ruhm und Geld gecirndtet hatte, kehrte er i7g3 
nach Vvien Zurück, wo er sich eine_gerauriie Zeit beschäftigen 
musste, verschiedene Bilder, meistens in Lebensgrosse, "Chi? lange 
vorher bestellt waren, zu vollenden; denn wegen Ilbßflldlllliür Itr- 
beiten aussei- Landes konnte er nuixdie Gesichter zu Stande brin- 
gen. Unter diesen waren die Bildnisse des Iioiiigs von Schweden, 
des Herzogs und der Herzogin von Suderinaniilancl. lNachhcr vber- 
fertigte er das Bildniss des Grafen Franz von Sauraii und eine 
beträchtliche Anzahl Portraite anderer Standespersoneii; das Brust- 
bild S. M. Franz I. (welches nach Frankreich kam), und (lGHSGl- 
beii Kaiser im Ornate des goldenen Vliesses, in Lebciisgrösse, nach 
Mailand bestimmt, für welches, wie für obiges Gemälde der huld- 
volle Monarch dem Künstler eine goldene, reich mit Brillanten 
besetzte und mit dem Nainenszuge gezierte Dose schenkte. 
Obschon er sich das Portraitmalen eigentlich zum Hauptwerke 
gemacht hat, und seine Arbeiten in diescm_ Fache "jungen Iiiinst- 
lcrn zum Beisniele des_ guten Geschmackes dienen koiiiien, so hat 
er doch auch in histoäisclgren (äiegenständcä den lllsllaun V01; lärillätlt 
ezeiwt. Die Flucht er esta innen aus  inor uiic syc ie, 
ä. dear hl. Bruno, sind von sehr guter Wirkung und haben in den 
liunstausstellungen den Beifall aller Kenner erhalten. 
Zu bemerken ist noch, dass sich Lainpi besonders durch fleissi- 
ges Studium nach der Natur selbst zum grosseii Künstler gebildet 
und, wie dieses noch von jedem Kunstkeimer ausgesiirochen wurde, 
auch keinen seiner Zeitgenossen nachgeahät hatü Nichts von dlein, 
was man Manier nennt, ist in seinen arste ungen zu n en. 
Seine Pgrtraitg sind Natur, geistreich im Ausdruckvs der Charak- 
tere, treu in der Farbe. Seine Dranerien sind _mit' Geschmack 
behandelt und mit dem Costüme vollkommen übereinstimmend. 
Einem Manne, wig Lampi, der sich durch Fleiss, hunstge- 
schlnack und Bürgertugcnden aller Art auszeichnete, konnte es an 
ferneren Ehrenbezeugungcn nicht fehlen. Im J. 1798 wurde e)! 
V01! S. M. dem Kaiser sainmt seiner ehelichen Nachliommenschalt 
in den Pieichsritterstantl erhoben. Im J. 1799 erhielt er das _Ehrei_i- 
bürgerrecht der Stadt Wien. Im folgenden Jahre ernannte ihn die 
köniäl- Sühwedische Kunstakademie zu ihrem Ehrcnmitglicile. --Bei 
der feindlichen Invasion 1805 liatte er, als Hauptmann des akade- 
mische" COYPS, viel zur Rettung von Gemälden und anderen dem 
Kaiser gehörigen Sachen beigetragen. Eine goldene EinaillejDose, 
begleitet von einem SQhi-cibeii, war der Lohn dieser patriotischen 
Ilandlung- VVßgen der treFfliclien Organisirung und .L0l_tlll'lg des 
akademischen COI-Ps wurde m. 1306 zum Oberstivachtineister des. 
selben ernannt. Während des Congresses hatte der Ilutistlei- die 
Ehre, von ihren Majestäten der Kaiserin von Russland, dßm K0- 
nige und der Königin voniläayern besucht ZU Wßfdßfl- 1822jvurde 
Naglefs Künstler-Lax. VII. Bd. '17
        

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