Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1745532
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Laire , 
Sigmund. 
Lairesse , 
Gerhard 
VOD . 
tiunen des Herrn, und davon hat Dibard die Grablegung gesto- 
chen. Dieses Blatt ist Leo XII. zugeeigßet. In der Kirche St. 
Ambrus zu Pepincourt istein 11 Fuss hohes Gemälde mit den Töch- 
tern Jerusalems, und für die Cathedraie zu Uzes malte er die Kreuz- 
abnahme, 1,5 Fuss huch und 12Fuss breit. In Bayeux ist sein Bild 
des heillVigor, in Avignon Christus am Kreuz, im Cour royale 
zu Caen das Bildniss Ludwigs XVIIL, in der Cathedraie zu Autin 
St. Leger, der Bischof von Autin. Eines seiner letzten Werke ist die 
Erweckung des Lazarus. Dann finden sich verschiedene historische 
Cabinetbilder von seiner Hand gemalt. 
Laure , Sigmund, Maler aus Bayern, dessen Wirkungskreis in 
Rom zu suchen ist. Hier bildete er sich unter Leitung des F. da 
Castellu in der Miniaturmalerei aus, und besonders geschätzt wa- 
ren seine Madonnenbilder, die iu Italien verbreitet sind. Dann 
soll er auch kleine historische Stücke auf kostbare Steine gemalt 
haben, was nicht ganz richtig zu seyn scheint. Lair war vermutli- 
lieh früher Edelsteinschneider, und als sulcher dürfte er Rom be- 
sucht haben, wo "ihn Baglione unter die Schüler Catellds zählt. 
Giulianelli zählt ihn wirklich unter die Eclelsteinschneider und so 
konnte er seine frühere Kunst mit der Miniatnrmalerei vertauscht 
haben. Laire starb 16-40 im 86. Jahre, und seine Gebeine ruhen 
in der Rotoncla zu Rom, da er grosse Vermächtnisse für religiöse 
Zwecke machte. 
Lairesse, Begmer VOU, Pllalen, 6er Väter des berühmten Ger- 
hard, nach seinen Leistungen aber weniger bekannt als dieser. 
Er war in Diensten des Fiirstbischofs von Lüttich. NL Pool stach 
nach ihm den Tod des Seneka. 
Lairesse, Gßfllafd VOR, Historienmaler, geb. zu Lüttich 1640, 
gest. 1711. Den ersten Unterricht ertheilte ihm sein Vater Begnier, 
wollte ihn aber nicht zu einem gewöhnlichen Maler bilden und 
gab ihm daher eine zweckmässige Erziehung. Bertholet Flemaßl 
war jetzt sein Meister m'der_ Malerei, und nebenbei musste er 
Geschichte studiren, so wiedic 'l'he0r1e der Qichtkunst. Auch in 
der Musik wurde er unterrichtet, und iur diese Fächer blieb m; 
sein ganzes Leben so sehr eingenommen, dass er Malerei und Musik 
für fürstliche Künste erklärte, als WGSenillCilB Veredlungsmittei des 
Charakters. Lairesse ist daher zu den gebiidetsten Iiünstlern seiner 
Zeit zu zählen, jedenfalls einer der ausgezelchnetsten, die 
damals lebten, und man nahm keinen Anstand. ihn Cläfl niederlän- 
dischen Ralael zu nennen. In allen Seinen Composxtionen offen- 
barct sich ein Mann von vielem Wissen , der naCh seiner Weise 
diehterisch zu Werke ging. Seine Bilder sind SPWuhl in histori- 
scher, als in malerischer Hinsicht verständig, und in der Zeichnung 
ist er edler, als viele seiner Landsleute, obglewh auch bei ihin die 
niederländische Manier bemerkbar ist Er sah Italien nicht, wurde 
durch das Studium der Antike nicht auf eine edlere Form hingewiesen. 
Seine Figuren entbehren der Grazie, der leichten Bewegung, wenn 
auch nicht des bezeichnenden Ausdruckes. Wenn er im Grunde Archi- 
tektur anbrachte, war er nicht im Stande dieser Grosaartigkeit zu 
verleihen. Seine Muster Waren Poussin undiP. Testa; er erreichte 
aber ersteren nicht, so dass Watelet ihn den durch schlechte 3m. 
dien verbildeten Poussin nennen zu dürfen glaubt. Immerhin hat 
Lairesse auch seine Verdienste, wie man sie in den Werken der 
italienisch- französischen Schule findet. Er und Boucher liessen die
        

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