Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1745088
Kügelgen , 
Ferdinand 
Carl 
197 
wiihlte, und aus Auftrag dieses Kaisers trat er mit dem Staats- 
rathe v. Iiöhltir 1804 eine Reise nach der Iirimm ali- Hier Bali!!! 
e!" gegen 150 Gegenden nach der Natur auf, undwdßm killlßlliß- 
bcncleu Alexander gefielen sie so wohl, dass hugelgßll Selbf! 
in Oel auszuführen gedachte. Doch bei'm Anfang (1911 Ärbelt 
glaubte er das Charakteristische mancher Gegend in der Zeichnung 
nicht tief genug aufgefasst zu haben, und er bat daher denumß- 
narchen, eine zweite Reise in die Iirimin unternehmen zu durfen, 
um seiner Arbeit die möglichste Wahrheit geben zu konuen. De! 
Iiaiser gestattete die Bitte, und so durchzog  
nach allen Richtungen. Er brachte 240 Zßißhiiilngen zuruck, aber 
erst später konnte er an die Herausgabe seiner ltrirnm sehen Reise 
denken. Der europäisch-franziisische Krieg_ walzte sich an die 
Grenzen Russlands, und die Bunste des _Friedens fanden wenig 
Unterstützung mehr. Iiügelgcn aber hatte sich des Schutzes des rus- 
si5ghei1 Edelmannes Slobin zu Wolsk bei Saratow zu erfreuen, bis 
dieser durch Napoleon selbst in Gefahr kein. Iiiigelgßii betrieb 
jetzt mit dein Reste seines Vermögens die Zuckcrfabrihatiou aus finn- 
laelrüben, ein anfangs glückliches Unternehmen, bis die Einfuhr 
der Colonialwaaren demselben ein Ende machte. Damit verlor der 
Iiiinstler sein ganzes Vermögen. und nun war er auf_ die Kunst 
allein beschränkt. Schon in Wolsk hatte er 50 Ansichten _der 
Iirimm in Oel gemalt, und diese überreichte er jetzt dem 5815613 
der ihn mit 10,000 Rubeln und mit einem kostbaren Ringe be- 
lohnte. Auch bestellte er noch mehrere andere Bilder. Diese 30 
Oelgemälde und 60 Sepiazeichnungen mit krimnfscheri Ansichten 
wurden zur Verzierun eines grossen Saales zu Kaminen Ostrof be- 
stimmt, und diese bilden eine eigene Taurische Gallerie. Hierauf 
fasste er den Entschluss zur Herausgabe einer malerischen Reise ill 
die Krimm in 50 Folioblättern; allein das Werk ltain nicht zu 
Stande. Im Jahre 1818 bereiste er auf Befehl des Kaisers zu ähn- 
lichem Zwecke Finnland, und 55 nach der Natur gezeichnete 
Skizzen waren das Resultat. Alexander kaufte sie, und 1820-22 
führte sie Iiiigelgen auch in Oel aus. Zu jener Zeit erschienen 
von ihm zugleich 15 lithographirte Blätter Iinnlänclischee Natur- 
scenen. Früher gab er 6 lith. Zeichnungen mit Baumstudien und 
4 Ansichten der Iiriinm heraus.  
Diese Lithographien arbeitete er auf dem Landgute Iiurltull 
aus, lind nur iin Winter brachte er einige VVochen in dt. Peters- 
burg zu. Im Jahre 1827 zog er nach Reval, wo er in seinem 
Friedenheiin glückliche Tage genoss. Von den vier grosseu Ge- 
mälden, die ihm hier fiiimdas Zollgebäude in Efetersburg aufgetra- 
gen wurden, vollendete er nur eines, aber dieses erklärte er fur 
sein bestes. Im Jahre 1852 ereilte ihn der Tod in liißvfil- 
liiigelgerfs erstere Werke sind nicht frei von Härte, in der Com- 
position ist er zu überladen; in der Folge aber verschwanden diese 
Fülle?- Er liebte immer Reichthum des Ganzen, und iillßr Sßiilß 
Bild" verbreitet sich eine freudige Ruhe. die de" Beschauef 95' 
Ein" E!" verstand es, den Charakter der Gegend zi1 fassen. und 
dieser drückte er auch das Gepräge einer originellen Idealitat allf- 
Ain liebsten malte er idyllische Ansichten und Prachtsceuen, i-iild 
am meisten bewundert man Seine Fernen und Mittelgriinde. In Dar- 
stellung der Luft und des Wassers steht er hinter Vernet, das 
Griin und das schöne Licliterspiel ist aber unuachahinlich. Das 
Culofll iSt meistens warm weniestens immer diirehsißhug und 
krämg- Seine trefflich aiisgefiihiten Sepiazeißlißungßn wurden 
fast so theuer bezahlt, als die Gemälde. Bis zum Jahr 1325 hatte 
91' 13': Gemälde und 2513 Zeichnungen ausgeführt, ohne die Stu-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.