Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1744953
tin wird ihm folgende Sammlung beigälegt, unter dem Titel: Na- 
turae varios lusus et monstra videtis etc. 12 Blätter in 8., nach G. 
Weyer.  
Die Ilalbfigür einer Bäuerin, nach A. Pesne radirt kl. 4. 
Krüger, Franz; königlich preussischer Hofmaler in Berlin , wurde 
1797 in Anhalt-Dessau geboren, und schon als Knabe entwickelte 
er ein entschiedenes Talent zur Kunst; Er zeichnete mit Vorliebe 
Thiere und auch Portraite, ohne Anleitung, so wie denn Krüger" 
iiberhauptÄzXutodiilal-at ist. In seinem 16. Jahre fing er an mit 
Ernst sich der liunst zu widmen, er machte aber keinen gründli- 
 chen akademischen Cursus durch, da sich sein Talent keinen Zwang 
'authun liess. Er zeichnete zwar fleissig, allein auch musikalische 
Uebungen sagten ihm zu, und einen besonderen Reiz hatten für 
ihn die Vergnügungen der Jagd. Krüger zeichnete und malte. 
auch mehrere Jagdscenen, noch grüssere Lust aber fand er 
in Darstellung von Pferden, Hunden u. s. w. Die Bildnisse 
machten jedoch anfänglich den griissten Theil seiner Werke aus, 
und hierin bekam er solche Hebung, dass es ihm möglich wurde, 
fast spielend in Einem Tage drei Portraite, und zwar hiiclist ähn- 
lich, zu zeichnen; diese führte er häufig auf farbigem Papier mit 
schwarzer Iirc-ide aus, und die Lichter setzte er mit dem Pinsel 
auf. Mehrereiiiale zeichnete er die li. Familie. Diese Bildnisse 
fanden aiisscrordentlichen Beifall, und der Künstler wurde mit 
dieser Zeichnung so sehr in Anspruch genommen, dass ihm zur 
Malerei in Oel fast keine Zeit übrig blieb. Endlich machte man 
es ihm zum Vorwürfe, dass er sich dieser Technik nicht befleissige, 
worauf Krüger die Pallette ergriff, und auch in kurzer Zeit zeigte, 
dass seinem Talente auf künstlerischem Gebiete Alles möglich sei. 
Bei der nächsten Ausstellung sah man von ihin eine Marschscene 
im Winter, dann einige vortreffliche Pferdestücke, und. für den 
Kunstverein malte er 1828 eine Jagdscene. Solche Bilder und die 
Darstellung des Pferdes, liebte jetzt der Künstler besonders, so 
dass man ihn scherzweise den Pferde-Krüger nennt. Im Jahre 185i) 
malte er für den Baiser von Russland die Parade des k. Plfeussi- 
sehen Cuirassier-Regiments, auf einem itauine {Ion 12 Sch. Breite 
und 9 Schuh Höhe, mit mehr als _1OO Bildnissen von grosser Aeliii- 
lichkeit. Hier entwickelte der Iiiinstler eine grusse lVieistei-scliaft 
in lebendiger Anordung. Reiter und Pferde sind in voller Natur- 
wahrheit dargestellt, und auch iin Technischen ist das_ Bild so 
ganz gelungen, dass man es den besten Erzeugnissen eines Hu- 
race Vernet an die Seite stellen darf. Dann malte er den Iiaiser 
Nikolaus mit seiner Suite zu Pferde in Lebensgrösse,_ und so muss 
man bis jetzt die bedeutendsten Arbeiten I-iriigerfs in St. Peters- 
burg Suchen. Auch dieses Bild ist ein Meisterstuck, imponirend 
durch die kräftige Gestalt des im Galopp ansprengenden "Kaisers- 
Jentzen hat es lithographirt. Ein anderes bedeutendes Werk, wel- 
ches den Künstler 1858 beschäftigte, stellt eine Parade vor, wozu 
ihm der König von Preussen den Auftrag Vertheilte, Ueberdiess hat 
 Krüger eine gi-osse Anzahftrefflicher Bildnisse gemalt, und viele 
solche auch litliographirt. Wir nennen die Portraite Ferdinand 
Wilhelnfs 111., der lironprinzesSill Yon Preussen, der Fürstin Au- 
gusta von Liegnitz, der Königin Wilhelmine der Niederlande, des 
Prinzen Wilhelm Friedrich Carl der Niederlande, der Pi-iiizessinLuise, 
des Prinzen Friedrich der Niederlande, der Prinzessin Mariane der 
Niederlande, des Kaisers Nikolaus 1. von liiisslgind, der Kaiserin 
Alexandra FCOdUPOVYIIZI, der Erbgrusslicrzogin von Mecklenburg-
        

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