Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1744353
124 
KoßPP 1 
Anton. 
Koeppel , 
war, in den Anfangsgriinden unterrichtet. In seinem zwölften Jahre 
ging er nach Wien, um seine Studien fortzusetzen, und hier fand 
er an Direktor Meytens und an Maulbertsch Beschützer. Die 
Werke des letzteren coyirte er sehr täuschend, doch musste er 
auch Heiligenbilder und Opfertafeln malen, um seinen Unterhalt 
zu sichern. Im Jahre 1760 verliess er die Akademie, um in Wiene- 
risch Neustaclt sein Gliick zu versuchen, und hier malte er mehrere 
Altarbläitter für Iiirehen Ungarns. Doch ging er nach einiger Zeit 
wieder nach Wien, da er hier Mittel fand, sich mehr zu vervoll- 
liommnen. In dieser Stadt wurde lioepp später Professor der Zei- 
chenhunst in der Theresianischen und Savuy'schen Bitterakademie. 
Jetzt machte er Versuche in der florentinischen Mosaik, einer 
Composition aus weichen Pasten, welche nach ihrer Cnlcionirung 
dem Stein an Glanz und Härte nahe kommt, und hierin erreichte 
er hald eine Vollkommenheit, wodurch er alle gleichzeitigen Mei- 
ster übertraf. Im Jahre 177-1 wurde er Mitglied der Altadeuiie in 
Wien, was ihn zum höchsten Fleisse spornte. Seine Arbeiten sind 
daher sehr zahlreich, und sie wurden an alle Höfe Europaä ver- 
sendet. Von der Akademie in Florenz erhielt er 1785 das Diplom 
als ltlitglied und Professor, 1736 erhielt er den Spornorden und 
im folgenden Jahre wurde er Mitglied der Altadeinie iu Berlin. Im 
Jahre 18075 wurde der Künstler in den Adelstand erhoben, mit dem 
Prädicate Edler von Felsenthal."  
Iioepp erfand noch in seinem 60. Jahre eine Art Mosaik, welche 
er die spartanische nannte. Sie besteht aus kleinen Kies-und Bach- 
steinen, welche auf eine Steinplatte in Iiitt mit unglaublicher Nliihe 
aufgetragen werden. Er fertigte in dieser Manier Köpfe von Hel- 
den und WVeisen Griechenlands, die mit wenigen Ziigeh die grösste 
Wirkung machen. 
Die VVerlte dieses Künstlers sind grösstentheils im Auslande. Fiii- 
den St. Stephansdom führte er zwei Bilder aus, welche den heil. 
Carl Borrumüus mit dem "Fäuteryund die Apostel Petrus und Pan- 
lus über Lebensgrösse vorstellen.  Im k. k. Kunstkabinet ist sein 
Bildniss des Kaisers LeoPold. jenes des Kaisers Joseph und des 
Marschalls Laudon zu Pferd.  
Die österr. National-Eneyelupädie gibt über diesen Künstler 
Auskunft. _   
Man hat von ihm sechs kleine geätzte Landschaften. 
HOCPP, AHÜOII, Edler von Felsenthal, Sohn des Obigen, wurde 
1760 zu Wien geboren, und von seinem Vater in der Kunst unter- 
richtet, bis er an der Akademie seiner Vaterstadt sich weiter zu 
vervollkommnen suchte. Im Jahre 1791 wurde er lYlllglieal dersel- 
bEn und 1797 Professor am Theresiannm, als welcher er 1825 starb. 
Geschätzt ist sem Werk: Historisch-malerische Darstellung von 
Oesterreich, mit 80 nach der Natur gezeichneten, gcätzten und illu- 
minirten Ansichten, in französischer und deutscher Sprache, 2 liL, 
1815  24- Die wolmlfeilere Ausgabe hat blos braun gedruckte 
Kupfer. 
lloeppel,  G3, Zeichner, vielleicht nur Dilettant, der um 1737 
lebte. Es linden sich Zeichnungen "in Bister und Aquarell von 
seiner Hand, grösstentheils Landschaften und Ansichten von Schlög- 
sern vorstellend.  
Dann finden sich auch i-ihnliclic Landschaften von einem C. Z. 
Ilneppel, und einige sind nach dem Obigen gezeichnet. Auch die- 
ser zweite Iiöppel lebte um 1787, duch sind beide nach ihren Le- 
bensverhältnissen unbekannt. 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.