Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Keyser - Lodewyck
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1743018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1744199
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Koch, 
Joseph 
Anton. 
Feder bearbeitete Landschaft, welche das ganze Lechthal in richti- 
ger Perspektive und mit bewunderungswiirdiger Mannichfaltiglteit 
des Natur-Charakters und Beobachtung des Helldunkels darstellte. 
Der Bischof versprach, den talentvollen Iioeh bei jeder Gelegenheit 
zu unterstützen und auf den Weg der Kunst führen zu lassen. Die 
Mutter achtete jedoch damals wenig darauf, sondern fasste, da sie 
ihren Sohn zu einem höheren Stand bestimmt glaubte, insgeheim 
den Entschluss, ihn künftig studiren zu lassen. Von allem diesen 
erfuhr Hoch auf seiner Alpe nichts, von wo er erst beim Eintritt 
des Herbstes mit seiner IIeerde zuriickkehrte. Auf Antrieb der 
Mutter musste er nun den Winter über im väterlichen Hause die 
Anfangsgründe der lateinischen Sprache erlernen, um sich zu dem 
von ihr gewünschten Berufe vorzubereiten. Doch unterliess er nicht 
in freien Stunden, seine Zeichnungen"fortzusetzen. Im Jahre 1782 
nahm ihn der damalige Prokanzler Schuüller zu Dillingen unter 
die Studirenden auf, erkannte aber bald seinen vorherrschenden 
Trieb zum Zeichnen und Malen, und da sich sein Talent immer 
entscheidender aussprach, nahm ihn auf Bitten Schnöllefs der 
Weihbischof von Umgelder nach Augsburg, und gab ihn dort bei 
einem Zeichenmeister in Unterricht, wobei er alle Husten für Hoclrs 
dortige Unterhaltung bestritt. Hier übertraf er bald den Lehrer zu 
dessen eigenem Erstaunen, daher auf sein Bitten Schnöller, der 
bei ihm die Vaterstelle vertrat, den Weihbischof beivog, ihn nach 
Stuttgart zu empfehlen. Seine vortheilhaften Zeugnisse verschafften 
Hoch sogleich bei seiner Ankunft in Stuttgart die Aufnahme in die 
Karls-Alsademie, wo er während eines siebenjährigen Aufenthaltes 
Ruhm und Belohnung im vollsten tWIaasse ärndtete. Hoch ging hier- 
auf nach Frankreich. und von hier aus durch die Schweiz: nach 
Italien, studirte in Mailand und Florenz die Werke alter und neuer 
Iiuust, und fand endlich sein Ziel in Rom, wo ihm verschiedene 
Empfehlungen eine gute Aufnahme verschafften. Er erwarb sich 
bald den Beifall der Iiunstfreunde und Renner, und die Beloh- 
nungen, die er für seine Arbeiten erhielt, setzten ihn in den Stand, 
nicht allein seine. Eltern und Geschwister reichlich zu unterstützen, 
sondern auch sich mit einer Bömerin zu vcrheirathen. Nach eini- 
gen Jahren brachflas Unglück des französischen Krieges über Rom 
aus; Bonaparte liess den heil. 'v'ater die starke Hand des Ergbe. 
rers fiihlen, und unter diesen Bedrängmsscn trerluren auch die Kijnsg- 
ler Beschäftigung und Verdienst. Iitich vcrliess daher den Sitz der 
Künstmtwandte sich mit seiner Familie nach Deutschland, und hielt 
sich mehrere Jahre hindurch in Nliiuchen, Dresden und Wien auf. 
Im Jahre 1803 kehrte er endlich wieder nach Rom zurück, und 
von dieser Zeit an widmete er sich dort unausgesetzt seiner Kunst. 
Seinen Ruhm begründete er in München mit seinem Gemälde, 
welches das Opfer Noalfs vorstellt. Dieses Bild wurde damals an- 
gestaunt, und ein zweites: die wiederkehrende Beruhigung der Natur 
nach einer grossen Bewegung, hatte die Akademie der [Künste da- 
selbst gekrönt. Dieses sind Werke seiner früheren Zeit und an 
sie schliesst sich eine Reihe anderer, die ihm von einer Seite eben 
so grossen Beifall erwarben, von der anderen aber nicht verstanden 
wurden. Eine prachtvolle Compositioii ist seine Ansicht der Küste 
Grossgriechenlauds. Eben so charakteristisgh als bedeutungsvoll, für 
den Wliinistcr von Stein ausgefuhrt, ist s in ligurenreiches Oelbild, 
welches die Befreiung TiroPs durch Hufßr vürstellt, und als eines 
seiner schönsten Werke erklärt man den Fall des Sehmadri-Baclics, 
eine Schweizer Landschaft, in welcher Hoch die Natur der Alpen, 
die mit Wolken bedeckten himmelanstrelzenden Berge mit ihren 
eisigen Häiuptern mit ergreifender Wahrheit dargestellt hat. Indes-
        

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