Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1732249
Hemling , 
auch 
Memling , 
Memmelinck  
Hans. 
B7 
ritterlich ist Hippolyth mit dem Sperber vorgestellt, an GhibertPs 
St. Georg crinnernd, wie Schnaase bemerkt. Die Haupttafel zeigt 
den Heiligen nackend am Boden und an jedem Arm und Bein ist 
ein Pferd befestigt. Baron Iieversberg (Ursule p. 154) bewundert 
die Schönheit der Pferde und findet darin eine Bestätigung für 
die Annahme von Hemlingk Aufenthalt inVenedig, da er nur dortin 
der Antike seine Muster gefunden haben ltönne. Dieses kann 
Schnaase (Niederländische Briefe S. 354) nicht bestätigen, da die 
Pferde weder in den Formen noch in der Bewegung an das be- 
rühmte Viergespaxm in Venedig erinnern; sie stehen vielmehr den 
menschlichen Gestalten Hemlimtfs weit nach. Der Körper des Hei- 
ligen ist indessen diirr, aber nicht unedel und unwahr; zwei Trei- 
ber sind aber vorzugsweise lebendig und frei gezeichnet, und bei 
einem Meister jener Zeit dürften nicht leicht so schwierige Bewe- 
gungen dargestellt seyn. Dieses Gemälde ist übrigens nicht mit 
gleicher Liebe, wie andere dieses Meisters behandelt; die richter- 
lichen Personen sind starr und ohne Ausdruck, und die Land- 
schaft hat nicht die Farbenpracht, wie andere seiner Bilder. Das 
rechte Seitenbild ist die Darstellung eines Königs, der Almosen 
austheilt, und Gruppe und Landschaft haben hier die volle Lieb- 
lichkeit der Hemlingfschen Bilder.  Auf der andern Seite ist der 
Donator mit seiner Frau, vortreffliche Portraits. 
In der Fraueukirche zu Brügge ist ebenfalls ein Bild, das an 
Hemling erinnert. Es ist dieses das trcffliche alte Bild im Chor- 
gauge jenseits der hinteren Capelle, welches die trauernde Maria 
sitzend unter gothischer Architektur vorstellt, rundumher sieben 
Darstellungen aus dem Leben Jesu. Schnaase glaubt, dass Des- 
camps p. 291i dieses Bild meine. 
In der Gemälde-Sammlung der Altademie dieser Stadt ist von 
Hemling der heilige Christoph _mit dem Baumstamm durch den 
Fluss sehreitend, auf dem Felsen der Einsiedler mit der Lampe. 
Die ernsten Formen des Thales und die Bauart von Burgen und 
Stadt erinnern an rheinische Gegenden. Auf der einen Seiten- 
tafel ist St. Wilhelm in der Biistung neben dem Stifter und seinen 
Söhnen, und die Stifterin mit den Töchtern begleitet St. Barbara 
mit dem 'l'hurm. Auf den Aussenseiten sieht man grau in grau 
die Gestalten des Täufers und des Erzengels Michael. Dieses Bild 
mit seinen freundlich ernsten und kräftigen Gestalten hat Hemling 1484 
gemalt. Ein zweites, noch vorzüglicher-es Bild dieses Meisters in 
der akademischen Sammlung, ist die Taufe Christi, wo der Hei- 
land mit schmal geschlitzten Augen erscheint und oben Gottvater, 
in den typischen Ziigen des Bildes J. van Eyclfs in Gent. Ne- 
ben dem Heilaude ist einEngel in reicherTracht und mit wallenden 
Locken und der Täufer trägt den Charakter bescheidener Wiirde. 
Zu beiden Seiten erhebt sich der Boden und links zeigt sich, un- 
ter Bäumen, wieder Christus, nackend schreitend, von vier Ge- 
Slalteltgßfolgt; rechts prediget Johannes. Auf den beiden Seiten- 
tßlßln 1st die Landschaft fortgesetzt; rechts neben mehreren Figu- 
ren de? Donator mit dem Evangelisten Johannes, links die Stif- 
terinfmt Vier Töchtern, hinter ihnen Elisabeth. Auf den Aussensei- 
ten 15! Maria" mit dem Kinde in rothem Iileide mit wallendem 
Haare, gegenüber kniet eine Mutter mit ihrer Tochter. Im Hill- 
tergrunde sieht man durch die Halle prächtige Gebäude. 
Berühmt sind Hennings Bilder im Hospital St. Johann. Hier 
sieht man in de!" Klfßbe die Reliquien-Kiste der heiligen Ursula. 
die auf beweglichem Fasse steht, so dass man jede Seite nach dem 
Tageslicbte hindrehen kann. Sie hat die Form einen kleinen Gic-
        

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