Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731923
Heideloif, 
Carl 
Alexander. 
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des gewandten, erliudungsreichen Künstlers, der selbst an dem 
Unmoglichscheinenden nicht verzagend, alle Schwierigkeiten zu 
besiegen weiss.   
In den Jahren 1324-26 fand endlich HeideloE Gelegenheit, die 
früher aufgegebenen Iiunstreisen auszuführen. Er fulglßflenfilten 
deutschen Denkmälern, und so waren IlfüfdtleliltScltlälllläls (h? Nlädlif- 
lande die Normandie u. s. w. sein eisezie , we c es iim c_ e- 
genheit zu lehrreichen Sammlungen und Yergleichungen, Z11_ m- 
teressanten Bekanntschaften mit den vorzuglichsten Meistern seiner 
Kunst gab. Bereichert an Ideen undnEi-fahrungen, kehrte er nach 
Nürnberg zurück, wo er jetzt die kunstlerischen Resultate seiner 
Reisen bei der polytechnischen Schule, die sich seines kräftigen 
Einrwiräens zu Efilfßtlßllsliällli-yl in Anwenilutnä bringä. v tzten 
 ere rt von seinen c uern gesciaz von _Aen_ orgesc_ 
Behörden, geachtet bei seinen Mitbürgern, vorzüglich um seines 
biedern Charakters willen, der sich in Dienstfertiglseit unduGetal- 
ligkeit gegen Iedermann ausspricht, lebt Heidelod dem hoheren 
Zwecke der Kunst. Er wurde aber auchuiichäselteu zcills Eielixiei] 
einer gewissen Pliilisterei gebraucht._ die Heidelo s gesun es rt_ ei 
zwar alsbald erkennt, seine naturliche Gutmuthigkeit aber nicht 
abweisen kann. 
Ueberhaupt ist seine dermaliäe Stellung, für ein iuehr produk- 
tives Genie und Talent nicht cie günstigste, fdeinn  äelrilllt aller 
Stoff, der zum höheren Glanze des Meisters  irt 1 m_ e tcie 
Unabhängigkeit, welche die lange geschlummerte Kriift mit verdop- 
pelter Stärke erwachen lässt, die Freiheit, in welcher ein. Künstler 
dieses Gepräges die Schwungkraft seiner Phantasie ungehemmt er- 
roben kann. 
PEinseitig fortbewegt von dem Einerlei" seines Tagewerks, dringt 
HeiclelofPs gegenwärtiges Verliältniss seinen wahren Freunden den 
Wunsch auf, es möge dieser blütheiireiche Stamm ein Erdreich 
zur Reife der Vollendung finden.  
Heideloff lieferte früher mehrere Gemälde in Oel, V00 denen e!" 
ziemlich grosses Bild im Besitz des I{l1fl1lgS.V0n dWuäteiäberg 
ist welches Kaiser Maximilian I. vorste t, wie er as ra sei- 
nes Oheinis, des Herzogs Eberhard; I.  (klär V03 ihiiidgeififlßäen 
Kloster Einsiedel im Schönbuch esuc t. in_ ema e ur en 
Grafen Fries in Wien, nach Schiller's Ballade "Bitter Toggenburg"; 
die grossen Gemälde für den Orangerie-Saal zu Ansbach,_ u. a. m. 
sind ebenfalls schöne Proben eines trefflichen Talentes in diesem 
Fache der Kunst.  
Die meisten Arbeiten, ebenfalls aus früherer Zneit, waren über 
200 Zeichnungen zu Iiupfern für die Tascheiibuchcr: Cornelia, 
Schweizer-Alpenrosen, Rheinisches Taschenbuiiha Damen Taschen- 
buch u. a. m.  auch zu Schulze's Bildersaa iefcrte er für die 
drei letzten Bäiide die Zeichnungen, aber der Verdruss über die 
verunglückten Stiche, welche die meisten seiner Zeichnungen er- 
fahren mussten , hat ihn veranlasst, das Zeichnen fur Stecher auf- 
zugeben.    
Die meisten seiner grösleren Zeichnungen sind im Privatbesitze; 
der Iiönig von Preussen besitzt deren verschiedene von dem _Ixlo- 
ster l-lßlläbrßnn, das Markgrafen-Fenster in der St. Sebalds-liifchß 
7-11 Nuriibßrg {Mlf 10 grossen Imperial-Blättern, auch den bqfltlllll- 
ten markgräflichen Schwangn-Orden, von Heideloff gßzelchllßt, 
und dann in Gold gach der Natur ausgeführt. f" T! einer um 
Zeichnungen zu ekorationen, COStulDOS etc. u!   y l 
Festiiis, als-HeideloTs Hauptfach, nehmen denn auch dlie Zeit des 
darin viel beschäftigten liüustlers beständig in AIISPNCV und ü"
        

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