Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731898
ä 
Heideloif, 
Franz 
Joseph 
Ignatz. 
Anton. 
Heirleloif erhielt von seinen Verwandten den Rath, seine wei- 
tere Ausbildung durch Reisen zu vollenden, und so besuchte denn 
der junge Iiünstler zuerst Amsterdam, wohin er von mehreren 
Freunden, und namentlich von dem bekannten Petrus Schenk,  
einem berühmten Künstler seiner Zeit  eingeladen wurde. Allein 
nach einiger Zeit wurde Holland in den spanischen Erbfolgekrieg 
verwickelt und so verliess Heideloff dieses Land, um einem lluf 
in die fürstliche Abtei Werden an der Ruhr zu folgen.  llier 
leitete er die Ausschmüclaung der dortigen Kirchen, und der Ruf, 
den er sich hiebei erwarb, hatte die Folge, dass ihn der Kurfürst 
Johann XVilhelm von der Pfalz, ein grosser Iiunstfrcund, nach 
seiner Residenz berief, um in Gemeinschaft mit dem damaligen 
Hof-Bildhauer Grepel an dem Modelle zu einem colossulen Pferde 
von Bronze zu arbeiten.  Von da ging Hcideloff nach Mann- 
heim, wo er die metallenen Löwen an der grossen Pyramide auf 
dem Paradeplatze, und das grosse Wappen an dem Residenz.- 
Schlosse verfertigte. 
Nach dem Tode des Kurfürsten von der Pfalz berief kder Kur- 
fürst von Cöln den Iiünstler nach Bonn, wo dieser aber erst im 
Jahre 1718 eintraf, um an dem Bau der neuen Residenz Theil zu 
nehmen. Hier verlebte HeideloH einen Zeitraum von '16 Jahren 
und sowohl der Gründer dieses Prachtgebiiudes, der verstorbene 
Kurfürst, als auch sein Nachfolger Cleiuens August, schätzten 
ihn als denkenden, vielseitigen Künstler, als achtungswer- 
then, vielerfahrenen Mann, und beide Fürsten beehrtcn ihn 
oft mit vertrauter Unterhaltung. Die kurfürstliche Favorite Pap- 
peldorf, und andere fürstliche Anlagen haben viele Arbeiten von 
l-Icideloif aufzuweisen; vorzüglich aber wurde er von seinem Fiir- 
sten, der zugleich Bischof zu Münster und Paderborn war, in die 
Kirchen dieser Städte berufen, 'un1 neue Altäre und Chorstühla 
auszuschmücken.   
Im Jahre 175.11 wurde er von dem Kurfürsten von Mainz, Phi- 
lipp Carl, mit Genehmigung des Kurfürsten von Cöln nach Nlainz 
berufen, um dort an der hurfürstlichen Favorite die Leitung der 
reichen Dekorirung zu übernehmen. Hier bildete m" viele junge 
Iiünstler, und errichtete eine Privat-Alsademie, welche der für 
Kunst und WVissenschaft begeisterte Capitular, Graf Lotliar'von 
Stadion, hoclisintiig unterstützte. 
HeidelofPs vorzüglichste Arbeiten sind: Die innere Dekorirung 
des deutschen Ordenshauses, welche Kurfürst Clemens August 
durch ihn ausführen liess, und eben diese Arbeit war es, die ihm 
die Gewogenheit des Kurfürsten von Mainz vnrschallte; die in- 
nere Verzierung der Collegiat-Kirchc zu unsrer lieben Frauen, wie 
auch des Schotten-Klosters; die Stukkatur-Arbeit der St. Peters- 
liirclie, welche im Jahre 1754 erbaut, und V0" dem 54311551149? 
Joseph Appiani ausgemalt wurde. Auch das Altarblatt von dem 
Seitenaltar zur Linken des Chors ist von Heideloif gemalt, und 
ebenfalls die Ignatius-Iiirche wurde von ihm ausgemalt und 
verziert. 
Als sechs und neunzigjähriger Greis hatte Heideloif fünf 1'5- 
miscb-deutsche Kaiser aüi dem Thron gesehen, nämlich: Leopold 
1., Joseph  Carl VL, Garl VIL, und Franz 11.; er starb unter 
der Regierung Joseph's II. und bei den Vorrichtungen zu den 
liriinungs-Feierlichkeiten der drei letzt genannten Monarchen war 
er immer sehr thätig. 
Heidelod war viermal verheirathet gewesen, und Seine söhne. 
von denen fünf am Leben geblieben, haben sich meist der bilden- 
den Kunst zugewandt; sein ältester Sohn Gar], welcher nach
        

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