Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737009
K6 
Ssel 
s 
Kessel, 
563 
König 1686 zum Hofinaler ernannte. Doch beschränkte sich seine 
Iiunstfertigkeit nicht auf das Portraitiren allein; er entwarf und 
malte ebenfalls historische Gegenstände, und zeichnete sich neben- 
bei auch in den leichteren Gattungen der Landschat'ts-, 'J.'hier-, 
Blnuxen- und Früchtemalerei aus. 1m Alcazar zu Madrid malte er 
Psyche, von Cupido in einen glänzenden Pallast eingeführt, und 
Psyche in der Einöde von wilden Thieren umgeben, von denen 
ihm besonders die letztere Darstellung gelang.  Selbst der Tod 
der Königin lYIarie Luise brachte den Iiünstler nicht um die Gunst 
des Hofes, denn auch die nachfolgende Gemahlin des Iiiinigs, 
Donna Maria von Neuburg, schätzte ihn ungemein. Er malte sie 
und den König Karl II. zu verschiedenen Malen, und genoss die 
vorzüglichste Auszeichnung. Jetzt aber fing er an, von Iiränklich- 
keit befallen zu werden. Er begleitete zwar nach des Königs Tod 
die Königin nach Toleclo, konnte ihr aber nicht nach Bayonxxe 
folgen, sondern musste nach Madrid zurückkehren, und wurde 
durch seine Kränkliehkeit in seinen Arbeiten und seinem Glück 
sehr gehemmt. Zwar machte er das Bildniss Iiönig Philipps V., 
allein sein Auge und seine Hand unterstützten ihn nicht mehr 
wie sonst, und es misslan . Palomino versichert aber, dass sich 
van Kessel van Dycläs Stgii so genau angeeignet habe, dass seine 
Portraits von denen dieses Meisters kaum zu unterscheiden seien, 
und auch häufig mit ihnen verwechselt würden. 
Obgleich J. van Kessel der Jüngere nach den spanischen Quellen 
als Sohn des berühmten niederländischenliünstlers gleichen Namens 
angeführt ist, so entsteht doch gegen diese Behauptung ein nicht 
zu übergehender Zweifel daraus, dass Descamps einen gleichnami- 
gen Sohn dieses Letztem gar nicht, wohl aber einen im Jahr 1660 
gebornenliessel, mit dem Vornamen Ferdinand, nennt. Erwiigt man 
lcrner, dass Van Kessel der Aeltere im Jahr 1626 geboren, mithin nur 
18 Jahre früher als sein angeblicher Sohn, geboren war, so möchte 
man wohl auf die nicht ungegriindete Vermuthung geführt wertleil, 
dass letzterer vielmehr sein Neffe gewesen seyn könne, worauf dann 
die übrigen Zeitbestimxuungen recht wuhl eintreffen. Iiunstblatt 
1322, Meisel. 
HGSSBI, Ferdinand van, Maler, JohannilesAelteren Sohn, wurde 
1660 in Antwerpen geboren, und von seinem Vater in der Kunst 
unterrichtet. Auch er malte sehr gut Blumen, Kräuter, Früchte, 
Fische, Vögel und andere Thiere, die ganz charakteristisch in Landi 
schaften sich zeigen, oder in Gruppen für sich allein bestehen. 
Der König Juhann Suhieslay von Polen füllte ein ganzes Cabinet 
mit Werken dieses Künstlers au, und als dieses durch Brand zu 
Grunde gegangen war, musste der Iiiinstler den Verlust durch neue 
Bilder ersetzen. Jetzt malte er für den König neben anderen die 
vier Welttheile mit einer ungeheuern Anzahl charakteristischer 
Figuren und Thieren. Als Belohnung fertigte ihm Sobicslty eigen- 
händig den Adelsbrief aus; doch erschien Kessel nie bei Hofe, '13 
 er die Unabhängigkeit liebte und laräulalich war. Im Schlussc zu 
Brecla malte er aus Auftrag Wilhelm III. auch einige Declsenstiißllß- 
Der Tod ereilte ihn 1696. 
HQSSGI? _H1CI'01'lyml2S van, Maler, der wohl ebenfalls zu der 
Famxlle dieses Namensx gehört. Er besuchte FranlwCiCh, und in 
Strassburg malte er das Bildniss des Erzhcrzogs Bischof Leupßld, 
welches  Sadelcr 160g gestochen hat. Auch in Frankfurt hielt 
er sich einige Zeit auf, und in Augsburg malte er ebenfalls Vviclc 
Bilduilse, beäonders für die Fugger. Sein Todesjahx- ist uubekanzxt.
        

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