Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1736913
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Kellerhoven , 
Moriz. 
dass man von ihm mit Wahrheit sagen kann, er gehöre zu den 
wenigen Künstlern, die bis in ihr spätestes Alter nicht nur keinen 
Rückschritt, sondern fortwährend die merkbarsten Fortschritte ge- 
macht haben. Ausgezeichnet waren besonders in den letzten Jahren 
die Bildnisse mehrerer Mitglieder des höhern Clerus in ihrem Amts- 
ornate, grösstentheils 1n halber Figur, namentlich das des Bischofs 
von Streber, Welchem an Aehnlichkeit, markiger und kräftiger Be- 
handlung und täuschcnder Nachbildung der mannichfaltigen Stoffe 
von Seide, Sammt, Blonden, Email und Edelsteinen, Wenige zur 
Seite gesetzt werden können. Iiellerhoveifs Pinsel liebte jenen brei- 
ten, freien und pastosen Farbenauftrag, welcher den grossen Nieder- 
ländern eigenthiimlich ist; es gelang ihm vorzüglich, in den späte- 
ren Jahren auf diesem Wege den vollkommenen Schein der liör- 
perlichlseit und eine leuchtende, dabei aber durchaus wahre Färbung 
zu erreichen. 
Bei dieser so glücklichen künstlerischen Thätigkeit lag er Stets 
seinem Ainte mit grüsster Treue und Pünktlichkeit ob, und bis zu 
seinen letzten Tagen ermiidete seine Thätigkeit nicht. Wie in allen 
Verhältnissen, so äusserte sich seine edle Natur auch noch während 
der letzten Jahre seines Lebens in der warmen und lebendigen 
Theilnahme an allem, was Kunst und Wissenschaft, und das Leben 
 der Völker betraf. Seine Iienntniss mehrerer Sprachen hatte ihm 
schon seit langer Zeit den ehrcnvollemAuftrag von der Königin 
Caroline von Bayern verschadt, dieAnkäufe für ihre reich ausgestat- 
tete Iiunstbibliothek zu besorgen und hiedurch blieb er im bestän- 
digen Verkehr mit den neuesten Erscheinungen seines Fachs. Er 
hinterliess mehrere Töchter und einen Sohn, Joseph Iiellerhoven, 
der sich ebenfalls der Malerei mit Erfolg gewidmet hat. Sein Bild- 
niss aus jüngeren Jahren befindet sich unter seinen radirten Blät- 
tern. Sein Nachfolger in der Akademie ist Professor Joseph Schlott. 
halier geworden. Das Bildniss des Erzbischofs Frhr. v. Gebsattel 
in München hat N. Muxel radirt, und jenes des Herzogs Wilhelm 
von Bayern Thelot gestochen. 
Das des Bischofs J. A. von Riegg in Augsburg hat Hanfstängel 
lithographirt. 
liellerhoven's Blätter sind theils mit breiter und fester Nadel 
radirt, theils in Lavismanier ausgeführt, nach eigener Zeichnung 
und nach anderen Meistern. Diese Blätter gab er jedoch nur als 
Versuche aus. i  
1) Der Weise und der Knabe vor dem Spiegel, halbe Figuren, 
nach B. Maniredi, gut radirt, qu. fol. Im ersten Drucke vor 
der Schrift. 
2)'Die Alte), welche einem Jüngling Geld bietet, halbe Figuren, 
nach demselben, qu. fol. Gut radirt; im ersten Drucke vor der 
Schrift. 
5) Die Halbligur eines Iiapuziners, nach R. Mengs radirt, in 4. 
4) Rexnbrandfs Vater in jungen Jahren, mit Stock und Pelzhatibc, 
mit demyechten Arme aufgelehnt, nach einem Gemälde in 
München radirt. H. 11g Z., Br. 8;? Z. 
5) Der Mann mit der Pelziniitze, auf einen Stein gelehnt, nach 
dßmößlbßn radirt, 4. 1m ersten Drucke vor der Schrift. 
Ö) Die Alte mit dem Buche in beiden Händen, nach Rembrandt, 
radirt, t. 
7) Der alte Orientale im Lehnstuhle sitzend, nach Bembrandfs 
Bild in München, 1795. H. 11 Z. 10 L., Br. 3 Z. g L. Iiadirt 
und Aquatinta. 
8) Die Dame mit dem Federhut, nach demselben. H. 7 Z- 10 L-. 
Br. 6 Z. 
        

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