Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1736515
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J mPara , 
Franz. 
J uvcn e] , 
Friedrich. 
Juvara, Franz, der Bruder des Obigen, war ein berühmter Cise- 
leur, dessen Arbeiten in Silber in Frankreich und England sehr 
hoch geschätzt wurden. Für den Prinzen Camillo Pamfili führte er 
ein kostbares Ostensorium aus, welches auf 130,000 römische Tha. 
1er geschätzt wurde. 
J uvarino , 
Vivariuo. 
JIIVGDBI; Nlküläüs, Maler, ein Niederländer von Geburt, machte 
sich durch seine perspektivische Ansichten von Kirchen und ande- 
ren Gebäuden einen Namen. Daruntersind mehrere Iuterioren, 
die mit besonderem Beifalle aufgenommen wurden. 
Der ältere Jouvenel übte seine Kunst in Nürnberg, und hier er. 
eilte ihn 1597 der Tod. 
Murr erwähnt in seinen Merkwürdigkeiten von Nürnberg eines 
Gemäldes, das zu seiner Zeit in dem sogenannten Söllerlein auf der 
Burg hing, und Christus mit den Pharisäern und der Sünderiu 
vorstellt.   
Juvenel, Paul, Maler und Sohn des Obigen, genoss den Unterricht 
seines Vaters und wurde nachher ein Schüler des Adam Elzheimers, 
den die Italiener Adamo Tedesco oder Adamo di Francofurt nennen, 
und sein Ilauptzweck war gleichfalls die Perspectiv-Malereh. Ei- 
schmiickte den kleinen Bathhaussaal zu Nürnberg mit Gemälden, 
die wirklichen Iiiinstwerth haben. Das mittlere Deckengemälde ist 
eine allegorische Darstellung aller Tugenden, mit denen ein Pie- 
gent, hier irersinnlicht in der Figur eines deutschen Kaisers, ausge- 
stattet seyn soll, und die seinen Thron gleichsam umgeben miissen. 
Es ist, wie fast alle Bilder dieser Art, in zwei Hälften getheilt, in- 
dem ein Theil der Handlung in den Wolken vorgeht, der andere 
vor dem Throne auf der Erde._ In weiteren _zwei Ovalen ist Hora- 
tius Cooles vorgestellt und Attila's EIIIZUE inRom; die zehn klei- 
f neren Gemälde stellen Scenen aus der TOHHSClICH Geschichte dar. 
Jm Rittersaale auf der Burg hängen zwei grosse Gemälde von 
ihm, welche Weisheit, Gerechtigkeit und Stärke vorstellen. 
Im Jahr 1614 malte er nach den Holzschnitten Albrecht Diirerä 
vier Gemälde aus dem Leben der Maria._ Sie sind alleauf Holz 
gemalt und 5 Sch. 6 Z. hoch, 2 Sch. 2 Zoll 8 L. Pariser Maass 
breit. Diese Gemälde kaufte in neuerer Zeit der Vorsteher U. L. 
Frauen Pfarrkirche zu Bamberg und hing sie in der Kirche auf. 
Paul Juvenel wurde auch immer für den Verfertiger der Copien 
 von Diirers vier Aposteln auf der Burg in Nürnberg gehalten, die 
aber dem bayerischen llofinaler Nik. Vischer_angehören und sogar 
von vielen für Originale gehalten wurden. Dagegen aber fertigte 
Juvenel die Copie von Diirer's herrlichem Gemälde der Himmelfahrt 
Maria, welche sich noch zu Frankfurt befindet. Der kunstliebende 
Churfürst Maximilian I. von Bayern erwarb von den Mönchen 
des dortigen Dominikaner-Klosters dieses von Albrecht Dürer mit 
ungeineinem Fleisse und Liebe gemalte Bild, und liess ihnen durch 
Juvenel, da sie sich ungerne von dem Gemälde trennten, jene Copie 
iverferllgßll, die auch öfter fiir Original galt. 
Juvenel arbeitete auch viel zu Wien und Pressburg, wo er {M3 
starb, und drei Söhne hinterließ, die alle liiinstler wurden. 
Juvenel: Friedrich: Maler und älterer Sohn des Obigen, dessen 
Lebensverhältnisse aber unbekannt sind. Er malte ebenfalls per- 
spektivische Darstellungen.
        

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