Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1736306
Isabey , 
Johgnn 
Baptist. 
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liebsten, denn als Giinstlixig des Kaisers hatte er fielegenheit, in 
der Nähe jegliche Beobachtung zu machen und mit Ruhe das Bild 
zu entwerfen. Die Aufträge, welche ihm von verschiedenen Seiten 
her zu Theil wurden, Waren so zahlreich, dass er vier bis fünf 
Ateliers halten musste. Der Erwerb musste daher glänzend seyn, 
und der Künstler konnte einen Pallast mit fürstlicher Pracht ein- 
richten. Isabey verdient auch den Ruhm eines der ausgezeichnet- 
sten lYIiniaturmaler. Seine VVerke sind öfter von lacdeutender 
Grösse, immer aber ist die Zierlichlieit der Zeichnung, die Anmuth 
des Pinsels und die Frische der Tinten zu bewundern. Der Kaiser 
ertheilte ihm auch Titel und Ehren. Zuerst erhielt er den Hang 
eines Peintre des relations exterieurs, dann wvurrle er Maler der 
(Zeremonien, hierauf Cahinetsmaler des Iiaisers, Direktor. der Deco- 
rationen der Oper, und als Napoleon seinen 'l'hron dem König- 
thume überlassen musste, nahm ihn der liönig zu seinem Maler 
an, und als solcher leitete er auch die Feste und Spektakel des 
Hofes. Isabey ist auch Offizier der Ehrenlegion, Mitglied mehre- 
rer Akademien etc. 
Neben den Miniaturbildnissetl von Napoleon und seiner Familie 
und jener des Iiaisers von Oesterreich hat man von Isabey eben- 
falls solche von Ludwig XVIll. und von beinahe sämmtlichen 
Souverainen Europe's. Isabey verfcrtigtc um 1805 auch die ersten 
vollendeten Zeichnungen in der bekannten und beliebten Estampe- 
Manier, welche sehr viel Aehnliches mit den punktirten Kupfer- 
stichen hat, und zwar mit der damals ebenfalls neu erfundenen 
Condcischen schwarzen Kreide. Seine Versuche waren so glücklich 
und so ansprechend, dass sie mit allgemeinem Wohlgefallen auf- 
genommen wurden. Ferner fertigte er viele Zeichnungen in Aqua- 
relle und Sepia, und als Hanptwerke dieser Art sind zu nennen: 
Die Revue des ersten Consuls, mit mehr als 50 Portraitliguren zu 
Pferde, letztere von Vernct gezeichnet; die Zeichnungen der Iirö- 
nungsfeierlichkeiten Napoleons; der Besuch des liaisers mit seiner 
Gemahlin und anderen Personen in der Mannfalstur dcr Bruder 
Seväncs zu Rouen, wo ihm ein Arbeiter vorgestellt wird, der 53 
Jahre diente, 1804 ausgestellt; der Besuch des Iiaisers zu Jouy; 
der Congress in Wien; die Stiege des Museums zu Paris, eine 
meisterhafte Aquarelle; das maurische Arsenal; das Thal von Mont- 
morency; Isahefs Iiahn etc. La Barque cklsabey ist eine reizende 
Landschaft mit einem Flosse, auf welchem der Iiahu mit des liiinst- 
lers Frau und dreien Iiindcrn dahin gleitet. Er'selbst rudert. Lan- 
 den (Annales I. 259) gibt einen Umriss von diesem Bilde. 
Als Meisterstiick der Malerei auf Porzellain erklärte man die 
Platte nach Perciei-"s Zeichnung, welche in der Mitte Napoleon im 
Ornate vorstellt, und um ihn herum die Büsten der lllarschälle 
und Generäle von Frankreich, welche die Divisionen der grussen 
Armee während des Feldzuges von 1805 Cßmmillldifißll- Auch die 
ganze kaiserliche Familie malte er auf eine grosse Porzellanplatte. 
Ein reizencles Gemälde Isabejfs ist unter dem Namen La Tourelle 
bekannt Ein Miniaturgemälde, Welches Napoleon in lYIalmaison 
Vßßtßllt, ist von Godefroy und Lingee in Punktir-Manier bekannt 
gemacht werden, und diese: Bild steht wegen der besonderen Achn- 
lichkeil: des Kaisers im Ansehen. Es sind indessen alle seine Bild- 
nisse Napoleons sehr ähnlich. In neuerer Zeit befasste er sich vor- 
züglich mit der Aquarelle-lYIalerei.  
lsabey hat auch mehrere Blätter lithographirt, Ölß mit grosscm 
Beifalle aufgenommen wurden. Sie sind sehr zart behandelt und 
von malerischer Wirkung. Solche sind in seiner Voyagc piitoresque 
en Italic en 1822, 50 Blätter infol. 
        

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