Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1736208
Jorhan, 
Christian. 
J orhan , 
Christian. 
483 
um 1450 in Spanien. Von ihm ist das Bildnis: des berühmten 
Don Inigo Lopez de Mendoza, des ersten, Marchese von Samil. 
 lann, gemalt, welches F. Selma gestochen hat. 
Jorhan, Cllrlstlün, Bildhauer, geb. 1753 zu Griesbach in Bayern, 
lernte bei seinem Vater Wenzeslaus die Bildhauerkunst, besuchte 
auch drei Jahre lang die Kunstakademie zu Augsburg und arbei- 
tete dann mehrere Jahre bei dem berühmten fiofbildhauer Strnub 
in München, dem er seine volle Ausbildung verdankte. Er machte 
sich hierauf zu Landshut ansässig, wo er viele, grossentheils gute 
VVcrke in Holz, Marmor, Elfenbein u. s. w. verfertigte. Seine 
Genien und andere kleine Stücke sind sehr gesucht. In den mei- 
- sten Kirchen des Landgerichts Erding, in der heil. Geistlsirche 
zu Landshut, in der ehemaligen Klosterkirche zu Gars, und in der 
Prämonstratenser-Abtei zu Neustift bei Iü-eising sind sehr schöne 
Statuen, Brucifixe und Altnrverzierungei) von seinem Meissel. 
Ein im Jahre 1785 zu Landshut vollendetes, anderthalb Schuh ho- 
hes Iiruciflx aus Alabaster, und ein anderes in Lebensgrösse,_nebst 
der schmerzhaften Nluttergottes, iiir die Filialkirche zum heil. Pe- 
ter in Gars verfertigt, werden unter des Iiünstlers Meisterstiiclie 
gestellt. Er starb in Landshut 1807. 
Jorhan, Christian, Bildhauer, der Sohn des Obigen, wurde 1159 
geboren, und von seinem Vater zum gelehrten Stande bestimmt. 
Er schickte ihn desshalb in die Schule der Jesuiten, in welcher er 
bis zur Aufhebung des Ordens mit Eifer den Studien oblag; dann 
 aber verliess er die wissenschaftliche Bahn, um seiner Neigung 
zur Bildhauerei zu folgen. Der Vater ertheilte ihm hierin Unter- 
richt, aber kaum waren drei Jahre verflossen, so suchte der Schii- 
ler das Weite, was der Vater ungerne sah, weil er ihn weder in 
artistischer, noch in scientivischer Hinsicht hinlänglich vorbereitet 
glaubte. Doch der junge Jorhan verliess das väterliche Haus, mit 
dem festen Willen, das Fehlende zu ersetzen. Diesen Willen 
konnte selbst eine Baarschatft von einem bayerischen Thaler nicht 
schwächen, und Jorhan ist durch eigenen Fleiss auch wirklich ein 
trelflicher Künstler geworden. Im Jahre 1775 verlicss er Lands- 
hut, und zuerst fand er in Augsburg beiDeutschman Arbeit. Nach 
wenigen Mbnaten besuchte er Neuburg an der Donau, wo ihm 
Kronenwitter einige Arbeit verschaffte, und im härtesten Winter 
suchte er Wien zu erreichen, aber ohne dort Arbeit zu finden. 
In Wienerisch Neustadt fand er endlich Beschäftigung, aber schon 
1778 verliess er Oesterreich, zur Zeit des Einfalls in Bayern, da 
der liaiser nach Maximilian Joseph's Tod Anspruch auf das Land 
 machte. Im Jahre 1779 ging der Künstler nach Augsburg zu In- 
gßrlß, und von da aus besuchte er Strassburg; wo er bei den 
Bildhauern Malade und Ketterer, den besten der Stadt, zwei Jahre 
arbeitete. Hierauf ging er nach Delle in der Franche- Cumtä, wo 
damals der Bildhauer Glorieux lebte, und auch zu Paris, Dijon 
und Bßünqon arbeitete er. In den beiden letztem Städten bß- 
suchte er die Akademie der Iiiinstc, da ihm seine Ausbildung SP 
sehr am Herzen lag. Nachdem er" sich auch in Langres einige Zjßll 
aufgehalten hatte, ging er nach Thann im Über-Elsass, und lllßr 
fertigte er um' 1788 nach dem Plane des Architekten lilcber fur 
die Münster Iiirche einen Altar. Dieses ist jener Kleber, der ßli 
General der lranziisischen Republik in Ae ypten 111111451111 und f"? 
her Baudirektor war. Von 'l'hann irvollte iiurhan naCll Italien 1'81- 
sen, allein die lievuliltion vereitelte sein Vorhaben, und er fand 
es für besser, nach Deutschland zuriickzukehrenf Im Jahre 1794 
31 t
        

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