Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1735690
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Ictinus. 
seiner Beraubung noch immer einen wunderbaren Eindruck erregt, 
und wie unendlich gross muss dieser gewesen seyn , als das Ufer-l; 
noch in seinem Glanze dastand, mit seinem Ifarben- und Geld- 
schmuck. 
Diesen Minerventempel war, Ol. 85 bereits vollendet, denn zu 
jener Zeit fertigte Phidias seine berühmte Statue , das Suhutzhild 
des Ileiligthums und dieses stand noch erhalten 16257, als es die 
Venetiatier durch eine Bombe beschädigten, Das iWIeiste hat das 
Parthemm durch den Schotten Elgin gelitten, der unscliger Weise 
um 20 Jahre zu früh nach Griechenland kam. Wer daher die pla- 
stischen Zierden des Parthexioxi, so viel nämlich die Zeit und da; 
Meer übrig gelassen, schauen will, der muss nach London in da; 
brittische Museum wandeln, oder sich mit den Abbildungen be. 
gniigen, wQche in dem Werbe: 'l'l1e Elgin marbles from tlie Temple 
of lWIinerva of Athens, London 1818, sich finden. Coclterell fer- 
tigte zu BriindstecPs Voyaye dans la Grece II, pl. 58 einen Plan 
des Tempels, und früherewAngaben über das Parthenon sind in 
den VVei-lien von J. Spon Stuart, Willtins, Lealae und Biiclsh zu 
suchen. Als die genauesten Wegweiser sind aber vor allen die 
neue Ausgabe von Stuarfs VVerk (s. Eberhard), und HittortPs 
französische Uebersctzutlg von The unedited antiquities of Attiea 
zu! bezeichnen. Ilttinus selbst hat mit Carpion iiber diesen Tempel 
ein Werk geschrieben, aber dieses hat sich nicht bis auf unsere 
Zeit erhalten. Schon das Alterthuiu hatte die zcichnenden Iiünste 
zum Gegenstande von Gelehrsamkeit und VViSSCDSClIRfI gemacht, 
Iktinus um Ol. 85.  
Das Parthenoil oder Helratompetlon ist ein Peripteros octastylos 
hypaethros, in dorischer Ordnung auf einer hohen Platform ganz 
aus penthelischcm "Marmor gebaut Es besteht aus dem Siiulen- 
gange, dem Vortempel an beiden__sehmalen Seiten, durch Säulen 
mitG-itterngebildet, dann _dem eiglentlxchen Heltatompfdon oder 
der 100 Fuss langen Cella mit Säu en um das Hypnetiron und 
dazu kqmmt das eigentliche Parthenun, das Jungfrauengemacli, wo 
die Bildsäule stand, und der Opisthodomos mit seinen vier Säu- 
len, nach Westen gerichtet, während der Haupteingang nach Osten 
sich hinzieht. 
Zu jener Zeit, als dieses Parthenon erbaut wurde, trugen die 
Tempel Atherfs den Charakter des reinsten Ebenmasses, der ge- 
wähltesten Formen der vollkommeusten Harmonie, und als Mu- 
ster jenes Styls ist idas Parthenon an nennen. 
Iktinus, der Athener, erbaute auch den Tempel des Apollon 
Epicurios bei Phigalia in Arkadien, der nach jenem von Tegca fur- 
den vollkommensten im ganzen Peloponnes gehalten wurde. Dic- 
ser war ein Hypäthros, aussen hatte er ein dorisches Pteroma und. 
innen bildeten jonische Säulen Nischen. Hcut zu Tage sind nur 
noch einige Trümmer übrig. Haupmfßfkß über diesen Tempel 
ilpd jenes von Donaldson in den AFPWI- Of Athens und von Ba- 
ron Staekelberg: der Apollotempel in Bassä. Frankf. 1826- In 
diesem Werke handßllstücltelbcrg auch von den ebenfalls in Eng- 
lanzibvorliandenen Bildwerken, welche daselbst gefunden wurden. 
B. v. Stacklelberg bestimmt mit Pausanias die Zeit der Erblauung 
des Tempt: s in das zweite oder dritte Jahr der a? Olym iaße, in 
das zweite (IBS-YClOPOUIIOSlSClIED Krieges, 430 v. Chr. Ibausanias 
glaubt, die darna s her-eingebrochene Pest sei Veranlassung gUYeSen. 
aber K. O. Müller, der schartsinnige Verfasser der Archäologie der 
liunst und der Commeutatio de Phidiae Vita, hat na0lhgCW10Sen, 
dass Ictinus das Heilivthum von Bassä wenn auch nur iurze Zeit 
vor dem peloponnesisiizhen Kriege vollendet habe. i
        

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