Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1735438
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Ja-mitzer , 
WVenzel. 
erspelstivische Maschine. Dürer hatte sich gleichfalls eine solche 
Rlaschine erdacht, Jaiiiitzer richtete sie aber zwcchmässiger ein 
und erhielt durch sie interessante Resultate. Wir verdanken ihm 
auch ein perspehtivisclies Werk, wovon aber nur die Iiupfcrtafeln 
mit dem Titelblatte ohne den erklärenden Text erschienen. Da; 
Buch führt den Titel: Perspectiva corporuin regularium, Das ist, 
Ein flcissige Fiirweysung etc. Anno 1568. Die 'l"itelhlätter der vor. 
schiedenen Abtheilungen des Werks sind reich Verziert. Dieses 
Werlt wurde 1618 zu Amsterdam von Johann Janson nachgeste- 
chen und neu wieder herausgegeben, ohne dass in der Vorrede 
des ursprünglichen Erfinders Erwähnung geschieht. Dass J. nicht 
blos durch perspektivische Zeichnungen, sondern auch als Figu- 
renzeicliner Beachtung verdient, bewähren unbestreitbar die Titel- 
blätter dieses Werkes. Ein Tlicil dieser perspektivischen Zeich- 
nungen, wornach Jobst Ainmaii die Kupfer stach, ist noch vor- 
handen, im Besitz des Freiherrn von Nagler in Berlin. Sie sind 
mit blauer Farbe auf weisses Papier schraflirt. Dass J. auch an- 
dere, namentlich {igiirliche Zeichnungen verfertiget habe. beweisen 
die nach demselben verfertigten Ilolzschnitte und Iiupferstiche, 
Die Angaben der verschiedenen Iiunstbiicher, dass er selbst in 
Iitipfer gestochen, sind sehr abweichend und nicht genug bcgriin- 
det, und sie mögen zum Theil aus einer Verwechslung mit Chri- 
stoph Jamitzer, seinem Neiieu enstanden scyn. Er könnte Wohl 
vielleicht durch seine Iiunstfertiglieit sich versucht gefunden hä- 
ben, auch in diesem Theile der Iiunstausiibung etwas zu leisten, 
allein in der Vorrede des perspektivischen Werkes bittet er, man 
möge es seiner grossen schweren Hand verzeihen, wenn etwa der 
eine oder andere Strich nicht so wäre, wie er seyn solle. 
"Die Herausgeber des erwähnten Werkes: Die Künstler Niirn- 
Bergs etc. stellen es aber in Zweifel, ob Jamitzer selbst radii-t und in 
Kupfer gestochen habe, und dass seine schwere Hand bei Fiihruns- 
der Nadel ihm hinderlich gewesen. Mehrere jedoch behaupteno 
dass Jamitzer in Iiupfei" gestochen habe, und es findet sich Wirk: 
lieh ein radirtes Blatt mit „YVenczel Gamniczer 155i" bezeichnet; 
Es stellt eine Art Grabmal vor, aus einem Bogen mit zwei canne- 
lirten Säulen bestehend, darüber zwei Genien mit einer Iirone; 
unter dem Bogen bemerkt man einen Sarg. Dieses Blatt scheint 
die Arbeit eines Goldschinicdes zu seyn, und wohl jene des W_ 
Jamitzer, da man neben dem Monogramme auch seinen Namen 
auf dem Blatte liest. H. 8 Z. 9 L., Br. 4 Z.N8 L. 
Dann legt man hie und da dem Jamitzer das Monograinm IVV 
mit dem Messcrchcn auf Holzschiiitten bei, allein dieses bedeuteg 
einen anonymen Formschneider, der nach einem gleichfalls unbe- 
liannten Zeichner RW (verschlungen) gearbeitet hat. Diese Blät- 
iei- stellen architektonische Gegenstände dar, bei Bartsch IX. 163 
aufgezählt.  
Malpc behauptet, Jamitzer habe mit Amman eine Folge religiö- 
ser Gegenstände in Iiupfer gebracht, aber Heinecke, so W19 das 
Handbuch von Huber und Rost, behaupten, dass Jamitzer durch 
eine von J. Amann radirtc Folge geistlicher Vorstellungen bekannt 
sei. Hier gilt Jamitzer nur als Zeichner, Malpti will aber auch 
seine Tlißilliahme; am Stiche glaublicli machen. Dieses_ml1S_S jene 
Sammlung seyn, unter dem Titel: Justi Tigurini picioris blbiicael 
{igurae addita brevi explicatione gei-manicis rhytmis ab  lieben- 
stocli ihcts. Francof. 1571, von welcher Rost und l-Ieineclie sa- 
gen, es seien darin religiöse Darstellungen nach Jamitzefs Zeich- 
iiung zu finden. 
        

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