Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1735418
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Jamin. 
Jnmitzer, 
Wenze]. 
Jamin, s. Famin. 
Jamltzer, Wenzel, ein kunstreicher Goldschmied, von dessen  
bensverhältnissen, wir wenig Zuverlässiges wissen, und selbst die 
Frage nach Abstammung, Geburtsort und Jahr führt uns auf wi- 
dersprechende Angaben. Neudiirlier, der schon um desswillen hö- 
heren Glauben verdient, weil er noch ausserdem der besonderen 
Freundschaft mit Wenzel Jamitzer und seinem Bruder Albrecht; 
sich erfreute, bemerkt nichts über Stand und Geschäft der Eltern, 
 gibt aber mit Bestimmtheit an, dass Wenzel z1i_ Wien 1508 gebo- 
ren sei. Sandrart und Doppelmayer nennen Nürnberg als seinen 
Geburtsort. Wien gehört also unstreitig die Ehre an, Jamitzefs 
Geburtsort zu seyn, und 1554 wurde er als Bürger und Meiste;- 
zu Nürnberg eingeschrieben, von welcher Zeit an er emsig und, 
mit allgemeiner Anerkennung in dieser Stadt wirkte. Er war ver- 
heirathet; ob aber der 1565 geborne Christoph Jamitzer nicht viel- 
mehr Neffe, als Sohn WcnzePs war, bleibt unentschieden. Ja- 
mitzer genoss die Ehre von 4 Kaisern, Iiarl V., Ferdinand I., Ma- 
ximilian II. und Rudolph II., zu ihrem Goldschmied angenommen 
zu werden; und von seinen Mitbürgern wurde er im Jahre 1575 
als Mitglied des Rathes erwählt. Er erreichte ein Alter von 73 
Jahren und starb 1585, nach Angabe des Todtenregisters des Se- 
balder Pfarramtes zu Nürnberg. 
Der Name dieses Künstlers wird sehr abweichend geschrieben, 
und er selbst blieb sich darin nicht einmal gleich. Man finde; 
demnach Gamitzer, Jamiczer, Jamnitzer, Jamniczer geschrieben. 
Als VV. Jamitzer ist er in dem Biirger- und Meisterbuch einge- 
tragen, und Jamitzer nennt ihn auch Paul Plinzing, der seine per- 
spektivische Maschine beschreibt, und so unterzeichnet er sich 
selbst unter der Dedikation seines persgelstivischen Wertes an den 
Kaiser; so steht er auf dem Titel dessel en. Diese Autorität scheint 
laher die entscheidende zu seyu. _Sonderbar und um der daraus 
"gezogenen, ganz aus der Luft gegrillienen, Folgerungen willen ist 
aber die Verstümmelung, welche Jamitzefs Name in dem Werke 
des Franzosen Malpe: Notice sur les graveurs etc. ertahreu 
muss. Dieser berichtet von ihm: Jamnitzer, genannt der Janitchar, 
Iiupferstecher und Goldschmied von Nürnberg etc.  reiste nach 
Eonstantinopel, um allda zu arbeiten, kehrte aber bald in sein" 
Vaterland zurück, WO er sich ganz der Kupferstecherkunst wid- 
mete etc. Uebrigeus ist von einer Reise des Künstlers nicht das 
Geringste bekannt.-- Ob J. bei seinen Silberarbeiteu sich eines Zei- 
chens bediente, ist ungewiss; auf dem ovalen Schaustiick aber, 
das sein Portrait trägt vom J. 1584, wo er sich als '77 jährige;- 
Greis selbst darstellte, finden wir unten am Arme die Buchstaben 
WI., und für dieses Zeichen spricht also die volle Anthentität, 
Christ legt ein W I, oder ein I hoch und mitten in das W ge- 
stellt und dasselbe überragend, Wenzel Jamitzer zu. 
Malpd zählt in seinen Notices etc. ebenfalls ein aus beiden Buch- 
staben zusammengesetztes Zeichen, wo das I zwischen das WV 
hinein oder auch mitten durch dasselbe gezogen ist, als Jamitzefs 
Monogramin auf, das er auf Kuperstichen dieses Meisters gesehen 
haben will. Das nämliche äussert Strutt im biographical dlctin- 
nary und legt es als auf einem Holzschnitt vorkummeud bel- Brul. 
liot in seinem dictionnaire des Monogrammes bestätigt Gilt-ist's An- 
gabe, und fügt ein drittes bei, ein grosses I, an wclClleS ein klei- 
neres W gBSPICSSI IST, auch noch ein viertes, wo das  gleichfalls 
durch da; W geht, dessen Forin aber ziemlich abgezindert, und 
wobei unten ein lYIcsserclien als Holzschneiderzeichen angebracht
        

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