Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1734876
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Hühner, 
Budolph 
Julius 
Beno. 
immer indiscreten Gebrauche der Lasurtarben theilvveises baldiges 
lNachdunl-zeln. Die Coinposition selbst war innerlich gefasst, in 
ihrer nnordnung vielleichtnoch etwas ungewandt, besonders aber 
die Zierlichkeit und Lieblichlteit noch nicht ganz von dem Siiss- 
lichen gereinigt und befreit. Doch keine Spur dieses Taclels wurde 
mehr angetroffen auf den vvunderschöuen Eclifiguren eines halb- 
liYElSfllfldßn_Bll_ClGS nach Ariost, ohne Zweifel das Höchste von 
Adel undLieblichkeit, was daiiials ausgestellt wurde. So werden 
diese Bilder in_ des Grafen Raczinsky Gesch. der neueren deutschen 
Iiiinst beurtheilt; der Fischer aber wurde auch inßerliner Blät- 
 määirtach besprochen, und uberhaupt war dIESCSf daslenige 
, s reichen Stoß" zur Bewunderung und zur Iiritik bot, 
Jeder musste aber hervorstcchende Vorzüge anerkennen. Die mei- 
sten Bcschauen nannten dieses eine überaus schöne malerische 
Bearbeitung, ein Bild, in welchem der Künstler den Geist der 
deutschtiln Mytifhleä WGäChEPISlClI-ill unendlicher Reinheit der Liebe 
ausspric t, tre ici er asst iat. 
 Von dieser Zeit an vermehrte Hiibner die Zahl seiner Bilder 
nnmer tort und er bildete seine entschiedene Weisung auf das 
Liebliche, Friedliche, Zarte und auf die Schönheit redlich aus. 
Auch in Ruin sali er sich um, um die Meisterwerke jener Stadt 
kennen zu lernen, und er selbst lieferte fortan herrliche Bilder. 
Zu den Hauptwerken des Künstlers gehört neben dem Fische;- 
auch: Boas und Buth auf dem lFelde bei "den Schnittern, Figuren 
in halber Lc-bensgrosse, im Besitze des honigs von Preussen; be- 
sonderen Ruf al)er_erwarb ihm sein Roland, der die Prinzessin 
iEt-abclla von Gallizicri aus der Bauberliohle befreit, 4 F_us_s hoch, 
9 lviiss breit, d_em,Prinzen Friedrich von Preusscn gehorig. Es 
ist hier aus hriosts vierzehntenr Gesang der _Monieut dargestellt, 
wie Roland eine schwere Stcintafel_emporschwingt, um sie auf die 
Bauber- zu schleudern. Das Bild ist halbrund, und _die oberen 
Winkel enthalten sinnbildliclie Vorstellungen: zur Linken über- 
gibt der Erzbischof Turpin dem Genius der Geschichte sein Buch 
„Vita Caroli Magni et Bolandi", und zur llcchten empfängt die  
lbesie dieses Buch, um cs dem Ariost zu uherliefern, der neben 
ihr sitzt._ In RaczinskyÄs Gesch. der neuern deutschen Iiunst I, 
 ein Holzschnitt von diesem _Werke, und geägnwartignbe- 
schaftigt sich J. heller mit dein Stiche desselben. as Gemalde 
ist mit poetiscliem Geiste und mit der grössten Sorgfalt ausgeführt. 
Graf Ilaczinsky glaubt, dass kein anderes Bild HiibneNs besser den 
grossen Iiunstler bezeichne. {in dieses Gerniilde reiht sich jenes, 
welches die Naenii vorstellt, wie sie ihre Stiefmutter in die Fremde 
begleitet, ungeachtet des wiederholten Gebotes, sie zu verlassen. 
 anldere Tochter, hgtlilchon weinileand denHEntschluss ge- 
gesläöli lliärämlireohdigiliinzdiileirbsn Ilreuigäiie Läuürntadlenläigrlliliieliiolriiinsilts 
Yeßgeän mältts er 1832 den lebensgrosscnnSamson, vvie er die Säu- 
dem äihiäläasudes uinreisst. Dieses Gemalde {ist bei der Verloosuiig 
  rath Albrecht zu. Iin Jahre 18a: vollendete er fur 
die 119119 Kirche der Stadt Meseritz ein Altarblatt, welches Chri- 
stus in Wolken und unten die vier Evangelisten darstellt, gesto- 
chen" von 3- heller in Raczinskyk Prachtwerl-i. Dieses herrliche 
Gemälde kann nach Raczinslsfs Urtheil den besten alten Werken 
lzlvilr gleyitedgleisätäätvigerxgieän. Es isä ltlassttcht, Olilllß deintigiigt 325123512; 
9 0 ne ezler et. n en esa r 
Evangelisten hält der Künstler sich getreulich an den überlieferten 
Vorbildern; ohne dass indessen der Ausdruck und die Bildung 
dieser Gestalten der Eigenthumliehkeit ermangeln. Indessen ent-
        

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