Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1734746
Huber , 
Wilhelm. 
337 
Andre zu Mühlheim am Rhein malten, so dass es ihnen von die- 
ser Zeit an nie mehr an Aufträgen fehlte. Sie studirten ebenfalls 
fleissig nach der Natur und nach den Werken der Dusseldorfer 
Gallerie, wg sich Huber vorzüglich der Marineinalerei widmete, 
in welchem Fache er sich in- der Folge am IDGlSlZGIIlQUSZClChDGIE. 
Nachdem cr ein Paar Jahre in Amsterdam zugebracht bette, hehrte er 
1784 wieder nach Düsseldorf zuriick und erhielt dort, bei nun ver- 
mehrter Itiunstfertigkeit, hinreichende Bestellungen. Ein Jahr her- 
nach verheirathete er sich, wurde auch später zum Mitglied der 
Kunstakademie erwählt. Beim Ausbruche der Revolution kehrte 
er in sein Vaterland zurück, das er seit 17 Jahren nicht mehr ge- 
sehen hatte, und auch hier" mangelte es ihm ebenfalls nicht an 
Aufträgen. 
Seine Gemälde bestanden meistens in Fischerdörfern am Meeres-t 
ufcr, Seehafen, Landungsplätzen in Buchten, oft mit alten Castel- 
len und Schlössern besetzt; eigentliche Stürme und gewaltsamer 
Aufruhr der Elemente waren nicht Gegenstände seiner Iiunst, die 
höchstens zuweilen eine starke Brandung darzustellen unternahm; 
aber das sanfte Spiel der Wellen iu heiterer Morgen- und Abend- 
beleuchtung, weite und klare Aussichten auf das unermessliche 
Element, mannigfaltige Gebilde der Wolken, der VVechsel und 
die Abstufung der Lufttöne gelangen ihm vorzüglich. In der Dar- 
stellung von Schweizergegenrleu hielt er sich lieber an die mittle- 
 ren und unteren Regionen. Sein Geist war liir das Kühne und 
Wilde nicht geeignet: Eichen- und Buchenwiiilder, von klaren 
Flüssen und Bächen durchschnitten, Dörfer und Weiler mit Müh- 
len und Brücken u. s. w. zogen ihn besonders an. In seinen Ge- 
mälden ist besonders sein Fleiss in zarter und sorgfältiger Volleii- 
dung aller Theile zu rühmen. Selbst die genaue Ausführung des 
 Tau- und Tachelwerlies seiner Schiffe war fiir die Harmonie des 
Ganzen nie störend. Das Resultat seines Fleisscs und ein Haupt- 
merkmal seiner Produktionen war auch die zarte Uebereinstimmuiig 
aller Töne, die Vermeidung alles Schroffen in den Formen und 
alles Grellen in der Farbe und Beleuchtung. 'Eben so ruhig und 
bescheiden, wie der Charakter seiner Kunst, war auch sein häus- 
liches und bürgerliches Leben. 
Nachrichten über ihn gab Homer im Hunstblatte. 
Man hat folgende Blätter von seiner Hand: 
6 Landschaften: auf dem Ziiricher Berg, qu. 4.; bei Düsseldorf, 
qu- 8-; bei Düsseldorf 1788, qu. 8.; 5 kleine Landschaften 
mit Wasser und Figuren, rad. qu. 12. Selten- 
Hllbßf, Vvllhßlm, Landschaftsmaler und Sohn des Obigen, wurde 
1787 zu Zürich geboren, und von seinem Vater in der Kunst auf 
das Gcwissenhafteste unterrichtet. Hierauf bereiste er Deutschland, 
dann besuchte er Italien, und in Neapel erwarb er sich einen so 
grossen Ruf, dass es unter den englischen Ladites gleichsam Ton 
geworden ist. sich zu rühmen, in Huber's Atelier und nach Sei- 
nen Studien gezeichnet zu haben. In Italien machte er eine Menge 
Zeichnungen in Sepia und Aquarell, und die Blätter dieser Art 
erwarben ihm ausgezeichneten Beifall. Auch eine Anzahl von Oel- 
Skizzen malte er, und alle diese Werke stellen Gegenden und An- 
sichten von Rom und Neapel dar. Er zeichnete ebenfalls eine Reihe 
Ansichten von Pompeji nach den neuesten Ausgrabun 8m und 917 
fing schon in Neapehan, sie in colorirten Lithograpiie" hemm" 
zugeben, Da aber die Versuche auf Stein nicht befriedigend aus- 
fielen, so fasste er den Vorsatz, die. Ansichten etwas kleiner (in 
Naglefs Künstler-Lese. VI. Bd. 22
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.