Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1734436
Hopfgarten , 
Heinrich. 
schule des Prof. Collmann, doch konnte er den ganzen Cursus 
nicht vollenden, da die Arbeiten in der VVerlastiitte seines Onliels 
sich häuften, und lIopfgai-tcii konnte sich daher nur in Neben- 
Stunden im Zeichnen und" Modelliren üben; denn die Hauptbe- 
schäftigung blieb ihm immer die Ciselirliunst. In seinem 19. Jahre 
begab er sich auf Reisen, und nachdem er in mehreren Städ- 
ten, zu Braunschweig in der berühmten Stnbwasser'schen Fabrik, 
zu Wien u. s. w. gearbeitet hatte, kehrte er nach Berlin zurück, 
und hier führte er jetzt für die Broncehandlungen eine bedeutende 
Anzahl von Figuren, Leuchtern, Uhrgehäusen etc. in Bronce aus, 
Auch Formen zu Spiegelrahiiien fertigte er, und 1803 gründete er 
endlich seinen eigenen Heerd. Anfänglich ciselirte er für eine Sil- 
berhandlung verschiedene Gefässe mit erhabenen Ilililiverlien, F1- 
gurcn von 10  12 Zoll Höhe, verschiedene Arinlcuchter, alle; 
in Silber, bis endlich der unglückliche Iirieg von 1806 dem U11- 
ternehmen hinderlich war. Auch verschiedene Broncewerhe führte 
er aus, Gegenstände des damaligen Luxus. Er deoorirte auch drei 
Staatswägen für den König von Schweden, und alles dieses ge- 
schah vor der Ankunft des Prof. Rauch. Als dieser berühmte 
Iiünstler von Rom zurückgekehrt war, begann für Hopfgarten ein 
neuer Lebensabschnitt. Man war_mit dem Pariser liu-nstgiessep 
Lequiue nicht zufrieden, und uixi ihn entbehrlich zu machen, be, 
kam Hopfgarten Winlv , sich mit dem Verfahren des griisserqn 
Erzgusses vertraut zu machen; und durch den Prof. Rauch fand 
er Gelegenheit, bei dem stolzen Lequine Eingang zu {indem 
Durch unablässiges Forschen kam er in den Besitz des Geheimnis- 
ses, und von dieser Zeit an gingen lebensgrosse Büsten berühui- 
ter deutscher und preussischer Männer und Frauen nach Rauelfs 
Modellen hervor. Er goss auch das damals projektirte Monument 
Blüchefs nebst Standbild, jvelches nach  Petersburg kam. Nun 
wurden Hopfgarteifs Arbeiten immer grosserä er lieferte 5 _ 4 
Fuss hohe Standbilder, und es vvar nothwendig, das Ilauptaugen- 
merk auf einen gutenuGuss zu richten, Wesswegen IIopfgai-ten den 
Ciseleur Coue als Gehulfen annalim. Jetzt baute er auch ein grös- 
seres Giesshaus, um ]cden Anforderungen genügen zu können, 
und kaum war der Bau vollendet, so stand schon das Modell der 
Diana von Versailles in der neuen Werstätte, aber erst der zweite 
Guss gelang vollkommen, da anfangs in den Gemäuern noch zu 
viel Feuchti keit lag. Hierauf goss er, das Monument für den im- 
sterblichen ärank, den Stifter des Hallekcheii.Waisenhauses, nach 
Rauch? Modell, und nachdem diese Arbeit glücklich vollbracht 
war, kam die jetzt in" Iiup-in aufgestellteStatue_Friedrich Wil_ 
helnfs, des zweiten Kiinigs von Preussen, an die Reihe, diese 
nach Tieclüs Modell. Diese Werke erwarben ihm das Patent eines 
akademischen Künstlers, in der Folge aber fand_er lieinc Bestel- 
lung auf grössere Arbeiten mehr. Nach dieser Zeit führte er noch 
einige 4  5 Fuss hohe Statuen aus, und darunter ist der Bronce- 
guss einer. antiken Muse, die, vergoldet, im königl. Palais zu 
Potsdam aufgestellt ist. Dann fertigte er noch ein vergoldetes Pla- 
teau mit einer Anzahl von Tafelaufsiitzen, bestehend in einzelnen 
Figuren und Gruyyen; mit und ohne Blumenliörben, verschiedene 
(jandelabcr, Tischarnileuchtcr von 5 Fuss Höhe, Statuen und 
Victorien darstellend und vergoldet, für den königl. Hof ausge- 
führt. Seine letzte Arbeit von Bedeutung waren zwei korinthische 
Capitäle von 2 Fuss Höhe und 2 Fuss 8 Zoll obere Ausladung, 
auf 14 Fuss hohen Granitsäulen, welche vor dem Pavillon im 
königl. Garten zu Charlottenburg stehen. Die Anzahl seiner Werke 
ist bedeutend, die theils von ihm selbst, theils durch Couc, Varin,
        

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