Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1734347
Daniel. 
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hurtsjnhr des jüngeren Daniel ist unbekannt, 50'311 erfolgte es 
hauni vor 1490. Auch sind seine Lebensverhältnisse unbekannt, 
und bei Betrachtung der VVcrke, welche diesem Daniel Koffer 
zugeschrieben werden, entsteht der Zweifel, 0b sie alle ihm al ein 
angehören, und nicht theilweise seinem Vater.  
Einige Blätter sind im Style ganz veraltet, während andere In 
der Kühnheit der Zeichnung an die italienischen Meister erinnern. 
G. v. Quandt (Entwurf zu einer Geschichte der liupferstecherltunst) 
glaubt zwar, Daniel habe uns in mehreren Blättern grosse Kunst- 
werke einer weit früheren Vurzeit aufbewahrt, wie in einigen Hei- 
ligen, im jüngsten Gerichte; allein Hopfer lebte in einer Zeit, wo 
man anfing, jene älteren Werke zuriicltzusetzen und sie mit tun- 
dorneren zu vertauschen. Auch ist das Monogramm, welches auf 
solchen Blättern steht, nicht immer gleich. Neben den Buchsta- 
ben D. H. sieht man ein der Samenhiilse einer Iiopfenpilanze ähn- 
liches Gewächs, und dieses gleicht manchmal eher einem Biium-r 
chcn, das man mit den Paar Strichen, welche die Basis 'bilden, 
für eine brennende Iierze im Leuchter hielt, und daher wurde 
Hopfer der Meister mit dem Leuchter genannt. Manchmal ist die- 
ses Zeichen zierlicher gearbeitet, und dann gleicht es jenem des 
Augsburger Stempels, der alten heraldischen Traube des Stadtwap- 
Pens. Dann sind die Blätter häufig reich mit Laubwerlt verziert. Ü 
und daher glauben G. v. Quandt und Andere, die Hnpfer seien 
Goldschmiede gewesen, und wenn dieses wirklich der Fall ist, so 
müssen sie sich rnit Anfertigung von Goldschmiedswaaren nicht gar 
zu viel bescliäftiget haben; denn die Anzahl der {Blätter dieser 
Meister ist bedeutend. Der Niirnbergische Iiiinsthiinrller David 
Funk besass im 17. Jahrhunderte allein 250 Platten von ihnen, 
und diese gab er unter dem Titel: Opern Hupferiana heraus. 
Diese Blätter sind uumerirt, man zieht aber die früheren Abdrücke 
ohne Numern vor. 
Die Werke der Hopfer offenbaren grosse technische Fertigkeit in 
Führung der Nadel. Einige dieser Werke sind in Stahl geätzt, und 
llopfer scheint Bartsch der Erste zu seyn, der sich in Lavismanier 
versucht hat. Dieses glaubt Bartsch mit zwei Blättern, Nro. 16 
und 90 seines Catalogs, nachweisen zu können; allein es sind 
darin keine Abstufungen zu bemerken, und daher scheinen sie 
nicht nach Art der Blätter des J. B. le Prince gefertiget, sondern 
durch die Eau-Forte allein bewirkt zu seyn. Bartsch P. gr. VIII. 
.171 ff. beschreibt die Blätter dieses Iiiinstlers, und eines darunter 
ist mit 1527 datirt. Wie lange er gearbeitet hat, weiss man nicht. 
p-g) Adam und Eva, zwei Platten und Gegenstiiclte, nach Dii- 
rer- H. 10 Z. 7 L., Br. lt Z. 1 L. 
5) David tödtet den Goliath, nach Rafael. H. 7 Z. 11 L., Br. 
10 Z. 6 L. 
lg.) Christus gibt den Jiingern Rechenschaft von seinem Vater, in 
einem Gebäude mit drei Arkaden. H. 12 Z. 7 L., Br. 8 Z. 
5) Jcius spricht von seinem Fleisch und Blut. H. 3'Z. 3 L., 
Br. 5 Z. Q L.  
6) Christus lehrt die Apostel den Unterschied der wahren und 
falschen Propheten. H. 8 Z. 5 L., Br. 5 Z. TL. 
7) Die Ehebrecherin vor Christus. H. 11 Z. 2  Br. 7 z- 
10 L]? 
8) Christus geht von der heiligen Jungfrau seinem Tode in Je- 
rusalem entgegen. H. 10 Z. 8 L., Br. 8 Z. 1 L. 
9) Pilatus richtet den Heiland. n. 1 z. 9 L., Br. s Z- 9 L-  
10) Christus am Kreuze, unten Johannes und Maria. rechts "V91 
Juden. H. 3 Z- Ö In, Br. 2 Z. 6 L.
        

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